monkey 47

 

Als ich die alte Apothekerflasche des Monkey 47 Dry Gin das erste Mal in der Hand hielt, schien es mir als eines jener  Spirituosenprodukte, die eindrucksvoll zeigen, dass man in Deutschland auch „ausländische“ Destillate herstellen kann ohne dabei Tradition und Heimat zu verschmähen.

Ähnlich wie der The Duke Munich Dry Gin ist auch der Monkey 47 aus dem Schwarzwald geprägt von lokalen Merkmalen und eine recht junge Erscheinung auf dem Ginmarkt.

Im Mai 2010 von den Black Forest Distillers auf den Markt gepracht, stieg die Bekanntheit des Monkey 47 Dry Gin vor allem in der Onlineszene stark an und so wurde ich Mitte des Jahres durch ein Interview von Mixology mit Alexander Stein von den Black Forest Distillers auf den neuen Gin aufmerksam.

 

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Das ungeblendete Destillat des Monkey 47 wird als Jahrgangs- bzw. „batch distilled“ Gin hergestellt und enthält, wie der Name vermuten lässt, 47 verschiedene Botanicals.

Unter anderem kommen bei der Herstellung Wacholder, Fichtensprosse, Akazienblüten, Hagebuttenschalen, schwarzwälder Preiselbeere, Cassia-Rinde, Koriander, Bisamkörner, Kardamom, Gewürznelken, Muskat, Mandel, Ingwer, Ceylon-Zimt, Süßholz und Kalmuswurzel, Lavendel, schwarzwälder Akazien, wildem Geißblatt, Goldmelisse, Veilchenris und Akazienblüten zum Einsatz.

Für den markanten Zitruscharakter sind neben Zitronenmelisse vor allem Zitronenschalen, Angelikasamen, Lemongrass, Kaffir-Limette, Pomelo und Pomeranzen verantwortlich.

Meines Erachtens nach sind dies neben Wacholder die Hauptaromengeber des Black Forest Dry Gins.

 

Degustation des Monkey 47 Dry Gin

 

Der farblich klare Monkey 47 Dry Gin wartet beim Nosing mit einer Vielzahl an Aromen auf, wodurch das Bouquet in der Nase für mich der ganz große Pluspunkt dieses Gins ist. Neben zitronigen Noten, die an Zitroneneis und leicht an Raumspray erinnern, ist es vor allem der Wacholder, der sich mir beim Nosing zeigte.

Dieser ist nicht allzu dominant, fügt sich aber sehr angenehm in die anderen Aromen ein. In der Nase präsentiert sich der Monkey 47 außerdem sehr mild und weist keinen unangenehmen Alkoholcharakter auf.

Nach einer Weile erkennt man, und dies ist widerum sehr markant, Aromen von Himbeereis und Cola.

Im Mund setzt er seine Milde fort, jedoch mangelt es ihm hier etwas an der Fülle an Aromen, die kurz zuvor noch in der Nase waren.

Wie bereits beim Nosing ist auch hier eine deutliche Zitrusnote auszumachen, die den Wacholder dieses Mal jedoch vollständig in den Hintergrund drengt und diesen kaum erkennbar macht. Sehr angenehm fand ich beim Tasting die Cremigkeit des Monkey 47.

Trotz der leichten Aromenschwäche im Mund war er durch die Cremig- und Sahnigkeit sehr angenehm auf der Zunge. Dies macht ihn zwar für den Purgenuss empfehlenswert, möchte man ihn aber für Cocktails verwenden, so kann die fehlende Wacholdernote negativ auffallen.

Durch den deutlichen Zitruscharakter ist er jedoch eine passende Wahl für einen Gin Sour oder Fizz.

Im Abgang fiel mir der Monkey 47 Dry Gin wieder ähnlich positiv auf wie bereits in der Nase. Neben der zuvor genannten Cremigkeit war es hier vor allem das Aroma von Pflaume, welches für einen Gin erstaunlich lange am Gaumen verblieb.

Was Christoph Keller und Alexander Stein mit diesem Tropfen auf die Beine stellten, ist ein Meilenstein deutscher Gin-Produktion. Einer, an dem sich Massen an Start Ups später orientieren sollten.

Seine 4 herausstechendsten Eigenschaften sind dabei seit dem Tag seines Marktstarts: Individuelles Bouquet, hoher Wiedererkennungswert, komplexe Aromen und individuelles Design.

 

 

 

Monkey 47 Dry Gin - 47%Vol. - 32€/0,5l

9.8

Bouquet

9.9/10

Geschmack

9.6/10

Mundgefühl

9.7/10

Nachklang

9.8/10

Positiv

  • Individuelles Bouquet
  • Hoher Wiedererkennungswert
  • Komplexe Aromen
  • Design