jack daniels

 

Um Whiskey ranken sich mehr Gerüchte und Legenden als man sich merken kann. Dies fängt bei der Entdeckung des Destillats an und hört bei den Prozessen in Lagerhäusern auf.

Steigt dann noch eine traditionsreiche Whiskeymarke zu Weltruhm auf, steigt die Zahl der Geschichten und Sagen um diesen Brannt mindestens genauso schnell.

Dass diese Tatsache der Gerüchte und Legenden dem Bekanntheitsgrad des Produkts durchaus förderlich ist, war man sich in Lynchburg, Tennessee im Hause Jack Daniel’s definitiv bewusst und sorgte gezielt für Nachschub an Gerüchten und Geschichten.

Für die einen mag dies als einfacher Marketinggag gelten, was sicherlich nicht von der Hand zu weisen ist.

In meinen Augen machen jedoch solche Geschichten über ein Destillat, dieses gerade interessant.

Die einzelnen chemischen Prozesse die im Fass oder auch noch im Glas ablaufen sind auch heute noch, trotz gut ausgestatteter Laboratorien noch nicht vollständig geklärt und so wird wahrscheinlich immer ein Teil der Geschmacksbildung im Reich der Mythen bleiben.

Aber genau dies ist es doch was Spirituosen letztendlich auch einen gewissen Reiz verleiht. Warum dann also dies nicht auch auf Geschichten außerhalb des Whiskeys übertragen?

 

Jack Daniel: Der Brenner und sein Werk

 

Die Rätsel um den bekannten Tennessee Whiskey Jack Daniel’s beschränken sich mittlerweile nicht mehr nur auf das Destillat, sondern fangen schon weit vor der Gründung der eigentlichen Destillerie an, nämlich zum Zeitpunkt der Geburt von Jasper Newton „Jack“ Daniel.

Laut einiger Quellen kam Jack Daniel im Jahr 1846 zur Welt, auf seinem Grabstein ist dies jedoch mit 1850 angegeben. Seltsam, da seine Mutter 1847 starb.

Nichtsdestotrotz galt er, egal welches Geburtsjahr nun das korrekte ist, bereits zu seinen Zeiten als „the boy distiller“.

Jack Daniel verließ sein Elternhaus bereits in jungen Jahren und begann sein Glück bei Dan Call, einem örtlichen Prediger, der als Zweitbeschäftigung selbstgebrannten Whiskey verkaufte.

Es wird behauptet, dass der junge Jack dermaßen von der Kunst des Whiskeydestillierens begeistert war, dass er kurzerhand die Destille Dan Call abkaufte und diese von nun an als Vollzeitkraft bediente.

Das Alter in dem sich Jack Daniel zu dieser Zeit befunden haben sollte, war 16. Komisch ist hierbei jedoch, dass laut der Legende Jack nur drei Jahre später seinen eigenen Tennessee Whiskey professionell vermarktete, da auf den berühmten schwarzen Etiquetten der heutigen Flaschen „Established and Registered in 1866“ steht.

Entkräftet wird diese Tatsache jedoch dadurch, dass in öffentlichen Dokumenten das Eintragungsdatum der Jack Daniel’s Destillerie auf das Jahr 1875 datiert ist. Jack war in jenem Jahr jedoch bereits 29 und nicht mehr im Whiskey-unerfahrenem Alter von 16.

Keine Legende sondern Tatsache war, dass Jack Daniel ein ausgezeichnetes Gespür für Marketing hatte.

Er machte es sich zu nutze, dass sich Leute an ihn erinnern, wenn er ein für sich markantes Auftreten hatte.

Ab diesem Zeitpunkt gibt es keine bekannten Aufnahmen mehr von ihm, in denen er nicht seine „Uniform“, bestehend aus knielangem Mantel, Weste, Krawatte und Hut trug. Zusätzlich gründete er die Jack Daniel’s Silver Cornet Band.

Eine Musikgruppe, die nur den Zweck hatte bei Saloon-Neueröffnungen, Unabhängigkeitsfeiern und Wahlkampagnen aufzutreten und die Marke Jack Daniel’s Tennessee Whiskey zu vertreten und bekannter zu machen.

 

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Ein weiterer kluger Schachzug Jack Daniel’s, der ihn und seinen Whiskey auf der Erfolgsleiter weiter nach oben verhalf, war seine Gestaltung des Whiskeys.

Er war der erste bekannte Whiskeybrenner, der seinen Markenname direkt auf das Gefäss schreiben ließ und somit jeglicher Verwechslung vorbeugte. Des Weiteren wechselte er schnell von Tongefäßen zu Flaschen und ersetzte letztere in die heute bekannte eckige Flaschenform.

Hintergedanke war dabei, dass die markante Flaschenform eindeutiges Zeichen für Jack Daniel’s wurde und zusätzlich den Transport des Whiskeys erleichterte, da eckige Flaschen bei der Lieferung nicht hin und her rollen und daher nicht so leicht zerbrechen.

 

Der Mythos Nummer 7

 

Die bedeutendste Legende, die Jack Daniel’s um seinen Tennessee Whiskey schuf, war der Begriff „Old No. 7“. Mitarbeiter der Jack Daniel’s Distillery-Führung gaben an, dass dies mit Abstand die am häufigsten gestellte Frage bei Führungen ist.

Ständig kommen neue Möglichkeiten hinzu, auf was die Zahl 7 hindeuten könnte:

  • Jack Daniel hatte sieben Freundinnen
  • Er glaubte an die Zahl 7 als Glückszahl
  • Jack vergab die Zahl zu Ehren eines Händlers, der in seinen sieben Läden Jack’s Destillat verkaufte.
  • Er „verlegte“ eine Charge Whiskey 7 Jahre lang und als er sie wiederfand bezeichnete er sie als „Old No. 7“

Die Tatsache eher nüchtern betrachtet und weniger poesiehaft als die o.g. Gerüchte, schrieb Peter Krass in seiner Jack Daniel’s Biographie die logischste aller Erklärungen:

Aufgrund der Lage der Destillerie in Tennessee erhielt Jack Daniel’s die Gebietssteuernummer „7“. Als die Behörden des Internal Revenue Service Tennessee mit anderen Gebieten  steuerrechtlich zusammenlegte, erhielt der Staat, als auch die Destillerie die Steuernummer „16“.

Jack Daniel wollte jedoch weder seine Kunden verunsichern und mit der neuen Angabe verwirren, noch wollte er es sich mit der Regierung verscherzen und so baute er in sein Label den Begriff „Old No. 7“ ein.

 

Die Gerüchte und Legenden um Jack Daniel’s bleiben

 

Am frühen Morgen des Jahres 1906 war Jack Daniel wie so oft der Erste in der Brennerei.

Beim verzweifelten Versuch sich an den Zahlencode seines Tresors zu erinnern, tratt er aus Rage und mit voller Kraft gegen den Tresor.

Die Quittung ließ nicht lange auf sich warten.

War zunächst nur ein schmerzverzehrtes Gesicht und Humpeln die Konsequenz, bildete sich schnell ein beträchtlicher Bluterguss und es kam zur Blutvergiftung.

Kurze Zeit später musste der Zeh amputiert werden und nur fünf Jahre später starb Jack Daniel an den Spätfolgen.

Sicherlich ist dies nicht die angenehmste Art aus dem Leben zu scheiden, für den Ruf und den Mythos des Jack Daniel’s jedoch eine der besten.

Schlussendlich glaubte Jack Daniel fest daran, dass je mehr man sich an ihn erinnere, desto mehr erinnere man sich an seinen Whiskey.