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Wenn man auf der schottischen Insel Islay ein Handwerk perfekt beherrscht, dann ist es die Destillation hochwertiger Whiskies. Spätestens jedoch seit dem Siegeszug von Hendrick’s Gin beweisen die Schotten, dass man auch aromatisierte Spirituosen produzieren kann.

Und so dachte sich die Islay-Destillerie Bruichladdich: „Was man bei William Grant & Sons beherrscht, beherrschen wir schon lange“, und destillierte The Botanist Islay Dry Gin.

Bevor mir eine Abfüllung des The Botanist Islay Dry Gins für Eye for Spirits zur Verfügung gestellt wurde, hatte ich zwar bereits von diesem neuen Gin aus Schottland gehört, mir aber damals aufgrund von Mangel an Bezugsquellen keine weiteren Gedanken dazu gemacht.

Allerdings stellte sich dies bereits beim ersten Öffnen der Flasche als gewaltiger Fehler heraus.

Hergestellt wird dieser Gin unter Verwendung 31 verschiedener Botanicals in der Islay-Brennerei Bruichladdich. 22 dieser Zutaten stammen von Islay selbst, wodurch auch der Name Islay Dry Gin zustande kam.

Unter die häufig verwendeten Gewürze und Pflanze bei der Ginherstellung haben sich beim The Botanist auch einige Individualisten eingeschlichen:

Apfelminze, Birkenblätter, Blätter der Sumpf-Myrte, Kamille, Blüten der Ackerkratzdistel, Holunderblüten, Ginsterblüten, Heideblüten, Blüten des Weißdorns, Wacholderzapfen, Blüten des Labkrauts, Zitronenmelisse, Mähdesüß, Pfefferminzblätter, Beifußblätter, Blüten des Rotklees, Liebstöckelblüten, Rainfarn, Thymianblätter, Wasserminze, Weißklee und Blätter des Waldsalbeis.

 

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Hinzu kommen jene Botanicals, die nicht auf der Insel selbst zu finden sind: Angelikawurzeln, Cassiarinde, Zimtrinde, Koriandersamen, bestimmte Wacholderzapfen, Zitronenschalen, Lakritzwurzeln, Orangenschalen und Schwertlilienwurzeln.

All diese Botanicals geben zusammen mit der Destillation in einer Niedrigdruck Lomond-Kupferbrennblase ein Destillat, das sie sich als Ginliebhaber keinesfalls entgehen lassen sollten. Zwar beschreibt man The Botanist Islay Dry Gin auch als Small Batch Gin, allerdings sollte man mit diesem Namenszusatz mittlerweile etwas vorsichtig sein, da jede Destillerie sich ohne gesetzliche Vorgaben diesen Zusatz anhängen darf.

 

Degustation des The Botanist Islay Dry Gin

 

Bereits beim ersten „Geruchstest“  von The Botanist Islay Dry Gin direkt aus der Flasche, kam so eine gewisse Vorahnung, die im weiteren Degustationsverlauf mehrmals bestätigt wurde: The Botanist ist ein Gin für Puristen. I

n der Nase absolut frei von unangenehmen Alkoholnoten, war er sehr mild. Das Wacholderaroma stach schon beim Nosing mit solch einer Kraft aus der Glas, dass andere Geruchsnoten zunächst in den Hintergrund gerieten.

Dies weckte gleich Assoziationen mit dem intensiven Torfrauch der meisten Single Malts dieser Insel, der in Bezug auf Aroma oftmals eine ähnliche „überlagernde“ Eigenschaft hat. Nach einer Weile stießen jedoch weitere Aromen beim Nosing hinzu und so waren nach kurzer Zeit auch eine leicht medizinische Note, Tannennadeln und Zitrusnoten erkennbar.

Im Mund setzte The Botanist den Trend vom Nosing gleich fort. „Mundfüllend“ war der erste Begriff, der mir hierbei einfiel. Neben einem leichten Prickeln, waren es beim Tasting vor allem die süßliche Note von Vanille sowie intensiver Wacholder, die zu begeistern wussten.

Ebenso war schlussendlich auch der Abgang, der auffallend cremig und lang war.

Für mich persönlich lässt sich über The Botanist Islay Dry Gin letztendlich nur eine Aussage treffen: Keine Spielereien, sondern reiner Gin in Perfektion.

Bildquelle: Rémy Cointreau

 

 

The Botanist Islay Dry Gin - 46%Vol. - 33€/0,7l

9.6

Bouquet

9.7/10

Geschmack

9.5/10

Mundgefühl

9.6/10

Nachklang

9.5/10

Positiv

  • Markantes Aromenprofil
  • Individuelles Bouquet
  • Ausgesprochen weich
  • Design