Die Angabe ppm, als Abkürzung für Parts per million, scheint für viele Produzenten rauchiger Whiskys mittlerweile ein Qualitätskriterium zu sein. Die Scotch-Destillerie Bruichladdich spielt dabei eine führende Rolle und zeigte mit dem Octomore 4 167 in vierter Generation vor wenigen Wochen wo der Torf-Hammer hängt. Im folgenden Artikel erfahren Sie, ob der Whisky mit der markant schwarzen Flasche hält was er verspricht.

Mit einer Konzentration von 167 ppm jener Teilchen, die das Raucharoma ausmachen, zählt der Octomore 4 zu den torfigsten Whiskys überhaupt. Seit der Markteinführung vor einigen Wochen liest man auch gegentlich, er sei der torfigste jemals dagewesene Scotch. Mir stellt sich dabei jedoch zwangsläufig die Frage: Warum?. Warum dieses Kräftemessen um das ein oder andere Teilchen? In Bezug auf Sensorik ist es prinzipiell nur möglich eine bestimmte Intensität zu schmecken, wobei der restliche Anteil an Teilchen von den Sinneszellen gar nicht mehr wahrgenommen wird. Es scheint fast so, als ob das Kürzel „ppm“ für viele einem Gütesiegel gleich kommt und mittlerweile das Whisky-Pendant zu „HD“ aus der Technikwelt wird. Wo „HD“ draufsteht, das ist gut; Wo „PPM“ draufsteht, das ist gut. Eine Entwicklung, die man kritisch betrachten sollte.

Nichtsdestotrotz stammt der Octomore aus einer schottischen Destillerie, die seit geraumer Zeit unter Beweis stellt, dass sie das Whiskyhandwerk beherrscht. Zusätzlich muss man zugeben, dass die unkonventionelle Flasche des Bruichladdich Octomore seit jeher ein Augenfang ist und natürlich neugierig auf den Inhalt macht. 

 

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Degustation des Bruichladdich Octomore 4 167

 

Bereits wenn die ersten Tropfen des Octomore ins Glas fallen, leuchtet einem das undurchsichtige Flaschendesign ein. Der Whisky ist farblich noch relativ hell und gelblich.

Die 62,5 %Vol. Alkohol zeigen sich beim Nosing, wie sollte es auch anders sein, durchaus present. Allerdings liegt dies in erster Linie in der Natur des Alkohols und nicht in qualitativ schlechter Destillation, d.h. nach unangenehmen Alkoholnoten oder gar Brennen sucht man beim Octomore 4 vergeblich. Dennoch verträgt er bereits beim Nosing relativ viel Wasser. Hierdurch sticht der Torf noch intensiver hervor und zusätzlich erkennt man Aromen von Getreide.

Im Mund war der Octomore sehr salzig und Raucharomen waren die markantesten Noten. Hinzu kamen angenehm erdige Nuancen. Auch hier hatte man trotz der 62,5 Prozent einen sehr weichen und milden Whisky. Leider hatte man jedoch das Gefühl, dass die Konzentration etwas zu sehr auf der hohen ppm-Zahl lag und der Rest bißchen ins Hintertreffen geraten ist und es dem Octomore neben dem Torfrauch doch etwas an weiteren Aromen fehlt. Das ein oder andere weitere Jahr im Fass hätte da sicher Wunder gewirkt.

Aufgrund des torfigen Aromas war der Abgang entsprechend lang, wobei auch nur eben dieser Geschmack am Gaumen verblieb.

Details:

Art: Single Malt Whisky

Alter: 5 Jahre

Alkohol: 62,5 %Vol.

Region: Isle of Islay/Schottland

Bottler: Bruichladdich Distillery

Fazit: 6/10 Punkten