Unbeeindruckt wirtschaftlicher und finanzieller Krisen knackte der Export von Scotch Whisky im Jahr 2011 all seine Rekorde. Im vergangenen Jahr stieg die weltweite Absatzmenge von Blends und Single Malts um 23% (!) auf umgerechnet ca. 5 Milliarden Euro. Sowohl für die betroffenen Unternehmen als auch für Whisky-Investoren dürfte dies ein Grund zum jubeln sein.

Laut einer aktuellen Meldung der Scotch Whisky Association (SWA) konnte die schottische Whisky-Industrie im vergangenen Jahr ihre Exportumsätze um fast ein Viertel  erhöhen. Verantwortlich sind dafür sowohl neue Märkte diverser asiatischer Staaten als auch bereits etablierte wie Europa oder die USA.

Die 23 Prozent Wachstum des vergangenen Jahres sind allerdings nur die Spitze des Eisbergs. Bereits in den letzten fünf Jahren stieg der Export um durchschnittlih 10 % pro Jahr.

Erfreulich fande ich persönlich den Teil der Meldung, der bestätigt, dass „alte Märkte“ wie Europa und USA nach wie vor enormes Wachstumspotential und somit Interesse für die Scotch-Industrie bietet. Zwar sind die Wachstumszahlen in manchen asiatischen und südamerikanischen Staaten höher als in manch europäischen Staaten (Singapur 44 %, Taiwan 44 %, Brazil 48 % etc.), aber dennoch schlägt die USA mit 31 % und Frankreich mit 27 % zu Buche. Beide sind auch nach wie vor die mengenmäßig größten Abnehmer von Scotch Whisky.

Und auch wenn momentan ständig Meldungen über neue Abfüllungen für den asiatischen Markt ins Postfach flattern, über eine „Austrocknung“ braucht man sich in Europa dennoch lange keine Sorgen machen.

Konsequenzen für die Scotch-Industrie

Die schottische Whisky-Industrie muss natürlich auf solch einen Nachfrageanstieg reagieren, wenn sie mittel- und langfristig den Status ihres Getreidedestillat aufrecht erhalten will. Nicht nur wurden daher in den vergangenen Jahren ca. 1,2 Milliarden Euro in den Ausbau der Scotch-Wirtschaft gesteckt, seit langem gibt es außerdem ernsthafte Bestrebungen gegen drakonische Besteuerungen. Beispielsweise schlägt Indien 150 % (!) Zollabgaben auf jene Importartikel. Dass dies dem Handel nicht gerade förderlich ist, versteht sich von selbst.