Cocktail-Variationen gibt es wie Sand am Meer. Selbst Fachbücher können nur wenige Arten abdecken. Hin und wieder springt einer aus dem Gros der Mixgetränke heraus und erreicht nicht nur Fachleute sondern auch die breite Masse.

Der aktuelle Hype um das Getränk Hugo bestätigt dies. Schaut man sich jedoch die meist oberflächliche Liste der Zutaten des Getränk Hugos an, stellt sich für viele die Frage: welche Minze?

Letztes Jahr startete das Getränk Hugo seine Tour von Südtirol in Richtung deutsche Bar-Szene. Damals und heute ist der ärgste Konkurrent Aperol Spritz, der ein ähnliches Publikum anspricht und ein ähnliches Ziel hat: erfrischen.

Hugo Cocktail

Und auch wenn sich mittlerweile die Bekannheit um das Getränk Hugo deutlich ausgeweitet hat, bin ich immer noch der Meinung, dass der Drink hinsichtlich Nachfrage nach wie vor im Schatten des Aperol-Bruders feststeckt.

Die Gründe hierfür schrieb ich bereits vergangenen Oktober in einem Hugo Cocktail vs. Aperol Spritz-Artikel.

Einer der Knackpunkte ist dabei die Verwendung von frischer Minze beim Getränk Hugo. Nicht nur ist deren Verwendung in Mixgetränken im Vergleich zu Cocktails ohne frische Zutaten schwieriger, auch die Auswahl kann unüberschaubar sein.

Über 26 (!) Minze-Arten sind bekannt und meist auch bestellbar. Ob sich deren Einsatz jedoch in Getränken wie dem Hugo eignet, lesen im Folgenden.

 

Welche Minze eignet sich am Besten für das Getränk Hugo?

 

Nachdem ich eine Weile durch diverse Websites und Zeitschriften blätterte, um zu erfahren welche Minze-Arten dort empfohlen werden, stieß ich ausnahmslos auf Rezeptvorschläge wie: „Minze“, „frische Minze“, „Minzeblätter“, „frische Minzeblätter“.

Betrachtet man allerdings die Anzahl möglicher Minze-Arten und deren unterschiedliche Aromen, dann machen die genannten Rezeptvorschläge nicht viel Sinn.

Den Bau eines Autos in Auftrag zu geben und dabei nur zu sagen, dass ein Motor gut wäre, aber keine genauen Wünsche äußert, ist ja auch relativ sinnfrei.

Aber egal für welche Minze man sich schlussendlich entscheidet, wichtig ist dabei die Verwendung der Blätter. Nur dort befinden sich die Aromen, die das Getränk Hugo verfeinert sollen. Der Stängel oder die Blüte ist hierfür unwichtig.

 

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Wichtig ist außerdem auf die Begrifflichkeiten zu achten. Die deutschen Namen verschiedener Minzen sind oft sehr irreführend. So haben ein und dieselbe Minze im Deutschen mehrere Namen. Beispiel: Kuba-Minze bzw. Hemingway-Minze bzw. Mojito-Minze.

Alle drei sind jedoch auf einen wissenschaftlichen Namen zurückzuführen: Mentha nemorosa. Beschränkt man sich auf die lateinische Bezeichnung dürfte es daher kaum zu Verwechslungen kommen.

Im Folgenden beschränke ich mich auf Minze-Arten, die meiner Meinung nach für das Getränk Hugo geeignet sind und bei uns ohne große Probleme zu kaufen sind.

 

  • Mentha spicata: die Grüne Minze bzw. Spearmint

Die Meisten, die das Getränk Hugo ordern, erwarten das frische und würzige Aroma dieser Minze. Im Gegensatz zur Bezeichnung „Grüne Minze“ findet man im Deutschen auch meist den Begriff „Spearmint“, dessen Name und Aroma den Meisten spätestens durch Wrigley’s Spearmint Kaugummi ein Begriff ist.

 

  • Mentha piperita: die Pfefferminze

Die Pfefferminze ist eine der klassischen Minzen in unserem Kulturkreis und nahverwandt mit der Grünen Minze Mentha spicata, wodurch sie sich auch in ihren aromatischen Eigenschaften ähneln. Oft wird die Pfefferminze mit dem Begriff „Minze“ synonym verwendet .

 

  • Mentha spicata var. crispa: Nana-Minze bzw. Marokkanische Minze

Bei uns fasst man einige Minze-Arten landläufig unter dem Begriff Nana-Minze zusammen bzw. verwendet sie gleichzeitig synonym mit Marokkanischer Minze. Schaut man sich deren Systematik etwas genauer an, gibt es jedoch deutliche Unterschiede. Da die bekannten Arten der Nana-Minze jedoch entweder von der Grünen Minze bzw. der Pfefferminze abstammen, eignet sich Nana-Minze generell für die Verwendung im Getränk Hugo.

 

  • Mentha nemorosa: Hemingway-Minze bzw. Kuba-Minze bzw. Mojito-Minze

Ihre vielen Beinamen hat Mentha nemorosa der Tatsache zu verdanken, dass sie Gerüchten zufolge von Hemingway in Kuba angepflanzt worden sei und sein Favorit für den Mojito gewesen sein soll. Ob dies so stimmt, weiss ich nicht, dass diese Minze allerdings hervorragend im Getränk Hugo funktioniert allerdings schon.

Nicht zu empfehlen sind meiner Meinung nach folgende Minze-Sorten:

Mentha villosa: die Apfelminze

Mentha aquatica: die Wasserminze

Ingesamt ist natürlich auch die Wahl der Minze für das Getränk Hugo jedem selbst überlassen und aufgrund der verschiedenen Vorlieben subjektiv.