Noch sind es sehr wenige, aber mittlerweile gibt es eine Hand voll schottischer Whisky-Destillerien, die sich auch dem Gin verschreiben. Caorunn Gin ist einer davon. Hergestellt in der Balmenach Distillery beruft sich Caorunn Gin wie kein zweites Wacholder-Destillat auf seine schottische Herkunft. Sowohl Name, Herstellung und Botanicals entsprechen dabei einem Trend: Regionalität.

Mit seinem Produktionsstart im Jahr 2008 zählt Caorunn (sprich: Ka’ru:n) Gin zu jenen Wacholder-Destillaten, die aufgrund der steigenden Popularität von Gin wie Pilze aus dem Boden schießen. In den Gebäuden der Balmenach Distillery verarbeitet Brennmeister Simon Buley insgesamt 11 Botanicals zu einem 4-fach gebranntem Destillat.

Um das charakteristische Aromenprofil eine Gins zu erhalten, greifen viele Hersteller zwangsläufig zu Produkten aus der ganzen Welt. Caorunn Gin ist da keine Ausnahme. Zu diesen Zutaten zählen: Wacholder, Kassien-Rinde, Angelika-Wurzel, Zitronen-Schalen, Koriander und Orangen-Schalen. Um aber auch inhaltlich Caorunn zu einem durchaus schottischen Gin zu machen, verwendet man zusätzlich 5, teils recht ungewöhnliche Botanicals, die in unmittelbarer Entfernung zur Destillerie wachsen: Vogelbeere, Löwenzahn, Erika, Myrte und Coul Blush Äpfel.

Degustation des Caorunn Gin

Einen ganz großen Pluspunkt hatte der Caorunn Gin beim Nosing.  Eine markante Milde ohne jegliche Alkohol-Noten machten ihn ausgesprochen weich. Hinsichtlich seiner Aromen in der Nase würde ich ihn als absolut klassischen Gin beschreiben. Intensive Wacholder-Noten und erdige Nuancen ließen den Caorunn sehr trocken wirken und erinnerten teilweise schon an Genever. Ich konnte hier an keiner Stelle aromatische Spielereien entdecken.

Im Mund setzte der Caorunn die Eindrücke der Nase fort und war auffallend weich, sehr gut destilliert und noch um einiges trockener als beim Nosing. Zusätzlich zum Wacholder zeigten sich hier erdige Noten sowie Pfeffer, Koriander und etwas medizinische Aromen. Insgesamt erschien dieser Gin im Mund allerdings nicht ausgesprochen komplex.

Wie erwartet ging er auch wie Öl vom Gaumen; absolut weich. Allerdings gab es auch hier keine konkreten Aromen. Lediglich  erdige und deutlich herbe Noten verblieben kurz als Nachklang.

Gefällt einem hochwertiger, herber, „rauer“ und schnörkelloser Gin wird man mit dem Caorunn seine Freude haben.

Details:

Art: London Dry Gin

Alter: k.A.

Alkohol: 41,8 %Vol.

Preis: ~ 30,- €

Region: Speyside/Schottland

Bottler: Caorunn

Fazit: 7/10 Punkten