Feel! Gin

Eigentlich ist es unglaublich mit welcher Geschwindigkeit sich die einst totgesagte Spirituosenkategorie Gin derzeit entwickelt. Kaum ein Monat vergeht, in dem nichts Neues vom Ginmarkt zu berichten wäre.

Neben großen, alt eingesessenen Firmen sind es allerdings oftmals Einzelpersonen, die mit viel Enthusiasmus und Engagement einen Traum verwirklichen.

In diesem Fall heißt der junge Mann mit der Idee seinen eigenen Gin zu entwickeln Korbinian Achternbusch. Getroffen habe ich den Entrepreneur an seinem Stand auf der Finest Spirits Messe in München, wo er sein Produkt erstmals einer breiten Öffentlichkeit präsentierte.

Eine meiner ersten Fragen an ihn war, wie er auf die Idee kam seinen eigenen Gin produzieren zu wollen.

Offenbar kam ihm diese nach dem Besuch des Münchner Oktoberfests, wo nach dem Genuss der einen oder anderen Maß Bier plötzlich Lust auf ein Gin-Tonic bekam. Gut, unsereiner hätte dieses Verlangen zu befriedigen versucht, indem er sich einen entsprechenden Drink besorgt hätte.

Nicht so Korbinian.

Er machte sich eifrig ans Werk und begann zu recherchieren wie man Gin überhaupt herstellen kann.

Da er weder vom Fach noch familiär vorbelastet ist, musste er sich erst mal das Wissen erwerben, welches nötig ist ein vernünftiges Destillat zu entwerfen. Hier kommt ihm seine offene Art zu Gute. Er machte seine Hausaufgaben und ließ sich eine eigens für ihn maßgeschneiderte 150 Liter-Destille von der Firma Müller entwerfen.

Wie bei jedem neuen Gin, der auf dem Markt eingeführt wird, interessiert den Konsumenten die Besonderheit dieses Destillats.

Dass Wacholder zum Aromatisieren verwendet werden muss, ist weder eine Neuigkeit noch ein Detail, das einen Gin-Liebhaber in Verzückung versetzen könnte.

Die Basis des Feel! Gin ist hochwertiger Bio-Agraralkohol, der entsprechend des Bedarfs zugekauft wird. Das Rezept, an dem Achternbusch ein Jahr lang gefeilt hat, sieht insgesamt 17 pflanzliche Rohstoffe vor.

 

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Neben oft gefundenen botanicals, wie Koriander und Limette wird auf Blau- und Aroniabeeren (Apfelbeere) zurückgegriffen, die mit Lavendel und anderen Pflanzen sorgfältig ausmazariert werden. Anschließend erfolgt eine mehrfache, schonende Destillation, um ein möglichst weiches Destillat zu erzielen.

Nach einer aromaschonenden Filtration (nicht kaltfiltriert) wird der Gin mit Münchner Trinkwasser auf seine vorgesehene Trinkstärke von 47% vol. gebracht.

 

Degustation des Feel! Munich Dry Gin

 

In der Nase zeigt dieser Gin zunächst eine ungeheure Frische, die neben den Zitrusnoten etwas Blumiges hat, was als Lavendel durchgeht. Mit zunehmender Dauer entsteht im Glas eine angenehme, feinherbe Mischung aus Kernobst und harzigem Wacholder. Am Gaumen haben zunächst die Beeren das Kommando, ehe eine würzige Note das überraschend trockene Finale einläutet. Im Nachhall bleibt die Würze erhalten, gepaart mit limettigen Anklängen und einem insgesamt weichen Eindruck. Seine Stärke von 47% vol. ist zu keinem Zeitpunkt störend, sondern verleiht ihm Ausdruckskraft und Koimplexität.

Ein sehr sauber gemachtes Destillat, das zwar deutlich von einem klassischen Gin abweicht, aber in die Reihe der sogenannten New Western Style Gins gut passt. Es bleibt wohl an den Mixologen den optimalen Einsatzort für Feel! zu finden, ich werde mal einige Tonics durchprobieren, einen Fizz versuchen und kann mir auch gut einen Martinez und einen Singapore Sling vorstellen.

Details

Art: Distilled Gin

Alter:-

Alkohol: 47% vol.

Preis: ~ 35,- €

Region: München; Deutschland

Bottler: Korbinian Achternbusch

Fazit: 8/10 Punkten

Bildquelle: Korbinian Achternbusch