FerdinandsGin

Er war einer der Gin-Highlights des vergangenen Jahres. Zumindest, was man so über ihn las und was das Design versprach. Allerdings macht ein goldener Sattel einen Esel noch nicht zum Pferd.

Was also hat der Ferdinands Saar Dry Gin im Glas so drauf? Bleibt es bei schöner Optik oder war er wahrhaftig eines der Wacholder-Highlights 2013?

Im Saarland steht man auf extravagante Botanicals. Auf viele extravagante Botanicals.

Der Ferdinands Saar Dry Gin wird aus insgesamt 30 Zutaten hergestellt, wobei man neben den Klassikern wie Wacholder, Angelika oder Koriander auch speziellere Botanicals wie Quitte, Lavendel, Zitronenthymian, Schlehe, Hagebutte, Hopfenblüte, Rose, Mandelschalen oder Ingwer findet. 

Als wären die genannten Beigaben nicht schon genug, erhält der Ferdinands noch eine kleine Aromaspritze durch VDP Schiefer Riesling. Mit diesem wird der Gin „dampfinfundiert“.

Auch wenn es schlussendlich bei der Verkostung und Beurteilung des Gins keine Rolle spielte, ist die optische Aufmachung des Ferdinands Saar Dry Gins dennoch ein Hingucker und sollte Erwähnung finden.

Verschlossen mit extravaganter Papierhülle, Naturkorken und Bienenwachs kommt man bei diesem Destillat um einen Korkenzieher nicht vorbei. Ganz der Wein, der in ihm steckt.

 

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Degustation des Ferdinands Saar Dry Gin

 

Aufgrund der unüberschaubaren Zutatenvielfalt ist es vor der Verkostung schwer vorherzusagen, in welche geschmackliche Richtung der Ferdinands Saar Dry Gin tendiert. Man sollte sich daher von seinem ersten Glas einfach überraschen lassen.

Genau dies tat ich auch als der Ferdinands ohne große Aufwärmphase sehr kräftig und mit einem würzigen Bouquet aus dem Glas stieg. Er zeigt hier eine enorme Fülle an Aromen, die bei jedem Riechen in neue Richtungen geht. Ganz deutlich und immer präsent sind jedoch ein trockener Charakter, geprägt von dominantem Wacholder, rotem Pfeffer und einem Hauch Muskat. Und das Ganze ohne störende Alkoholnoten.

Auch im Mund ist der Ferdinands äußert weich und cremig. Sehr positiv ist außerdem, dass er im Vergleich zur Nase hier nicht verblasst. Ein Problem, das viele andere Gins haben.

Der Ferdinands bleibt jedoch angenehm vollmundig. Er ist auch hier würzig und erzeugt auf der Zunge ein angenehmes Prickeln. Den Riesling-Einfluss, wenn man ihn denn als konkrete Aromen wahrnehmen kann, erkennt man im Mund.

Im Hintergrund zeigen sich neben einer leichten Säure fruchtige Nuancen. Sehr positiv und sehr interessant. Lediglich am Gaumen wären vielleicht 1 – 2 Volumenprozent weniger, besser gewesen. 

Sehr langanhaltend und kräftig bleibt der Ferdinands Saar Dry Gin im Nachklang zurück. Neben intensivem Wacholder sind hier vor allem eine leichte Zitrusfrische, Minze und süßliche Holunderblüte die prägendsten Aromen. Hervorragend für einen Gin & Tonic mit leicht süßlichem Tonic Water.

 

 

Ferdinand's Saar Dry Gin - 44%Vol. - 35€/0,5l

9.2

Bouquet

9.5/10

Geschmack

9.2/10

Mundgefühl

8.8/10

Nachklang

9.3/10

Positiv

  • Sehr kraftvoll
  • Fülle an verschiedenen Aromen
  • Design

Negativ

  • Alkohol am Gaumen etwas zu dominant