Port Charlotte Scottish Barley Heavily Peated

 

Liest man sich die offizielle Beschreibung des Port Charlotte Scottish Barley Heavily Peated durch, ist diese voll des Lobes für diesen Single Malt. Klar, möchte der Hersteller sein Produkt in bestmögliches Licht rücken. Bei der Verkostung fällt auf, dass dies keine hohlen Phrasen sind. Dieser Scotch ist ein Meisterwerk der Destillation. Und ein Opfer immer kürzerer Reifungszeiten.

Er ist laut Bruichladdich mit 40 ppm getorft. Diese Mengenangabe bezieht sich als Abkürzung auf „part per Million“, gibt also an, welchen „Rauchcharakter“ der Verkoster erwartet kann. Allerdings besagen diese Angaben nicht viel, sofern man jene Whiskys mit unterschiedlicher ppm-Zahl nicht im direkten Vergleich verkostet. Auch der Port Charlotte Scottish Barley Heavily Peated bildet hier keine Ausnahme.

Der Verbrauch an Gerste kann in Schottland schon lange nicht mehr mit heimischen Rohstoffen gedeckt werden. Bruichladdich rühmt sich jedoch beim Port Charlotte Scottish Barley Heavily Peated damit, ausschließlich auf das Getreide aus Schottland zu setzen. Auch soll er „stark getorft“ sein, d.h. die Gerste enthält eine ordentliche Konzentration an Phenolderivaten.

Vorsichtig sollte man hingegen mit Aussagen umgehen, die auf der Wikipedia-Seite von Bruichladdich zu finden sind. Dort spricht der Autor fröhlich von reinem Phenol, d.h. „Der Port Charlotte wird mit ca. 40 ppm Phenol getorft„. Seltsam, dass diese Aussage noch kein Offizieller gelöscht hat, denn reines Phenol wirkt stark toxisch, krebserregend und führt bei Aufnahme durch Haut oder Mund zu Symptomen, die man niemandem wünscht.

Ungeachtet dieses inhaltlichen Fehlers eines Bruichaddich-Fans ist der Port Charlotte Scottish Barley Heavily Peated ein Paradebeispiel für Destillationskunst. Destillationskunst in Zeiten von No-Age-Statements.

 

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Degustation des Port Charlotte Scottish Barley Heavily Peated

 

Im Glas erscheint der Port Charlotte Scottish Barley Heavily Peated farblich in Strohgelb.

Exakt das, was der Name andeutet, liefert dieser Scotch auch in der Nase: Rauch. Sehr angenehm, nicht übertrieben aber dennoch präsent und weniger brachial als seine südöstlichen Islay-Kollegen. Hinzukommt ein leicht salziger Unterton. Der neben dem Rauch prägnanteste Eindruck ist jedoch ein filigraner Hauch Pfirsich. Trotz seiner 50 %Vol. ist der Port Charlotte Scottish Barley Heavily Peated in der Nase der Inbegriff an Milde. Störende Alkoholnoten konnte ich hier zu keinem Zeitpunkt finden. Hingegen wirkt er rund und gut ausbalanciert.

Im Mund läuft es ähnlich. Der Rauch sticht hervor, etwas Salz im Hintergrund und über allem eine angenehme, ölige Cremigkeit und Milde. Sehr deutlich fehlt es ihm hier meiner Meinung nach jedoch an Komplexität. Für mein Empfinden hätte er noch einige Jahre mit dem Holz spielen können. So bleibt ein Destillat, dass von hervorragender Destillationsarbeit zeugt, aber zu früh abgefüllt wurde.

Im Nachklang fährt er schließlich nochmals gänzlich die Rauch-Schiene. Mit leichtem Getreide-Unterton, der bisweilen an Brot erinnert, bleibt der Port Charlotte Scottish Barley Heavily Peated angenehm langanhaltend am Gaumen.

Details:

Art: Single Malt Scotch Whisky

Alter: k. A.

Alkohol: 50 %Vol.

Preis: 50,- €

Region: Islay/Schottland

Bottler: Bruichladdich

Fazit: 7/10 Punkten