greygoose

 

Diese Marke war einer der wichtigsten Wegbereiter des modernen Vodkas: Grey Goose. Spätestens mit dem französischen Destillat war die Vodka-Sparte im Premium- und Super Premium-Bereich angelangt. Grey Goose setzte ab den späten 90ern Maßstäbe in Preis und Marketing.

Ein Vodka, der die Eitelkeit bedient. Was ist aber eigentlich mit dem Inhalt?

Über das Flaschendesign kann man nicht meckern. Es sieht einfach toll aus. Dünne-elegante Flasche, die an einen Gänsehals erinnert, das Glas milchig-trüb und unterhalb der Mitte durchsichtiges Glas mit der Abbildung einer Gebirgslandschaft.

Bei Grey Goose in Frankreich und USA weiss man wie ein Produkt gestaltet werden muss, um bestimmte Attribute auch vermarkten zu können.

„Vermarktung“ ist auch generell das Credo, wenn es um die Marke Grey Goose geht. Als in den 80ern und 90ern die ersten Marken vor allem in den USA durch hochpreisige Marketing-Ansätze Vodka und mit ihm seinen Preis in neue Sphären hievten, standen Marken wie Grey Goose, Belvedere und Chopin bereit, diesem Trend die Krone aufzusetzen.

Dies waren die ersten 3 Produkte, die Vodka für über 30 US-Dollar anboten und gezielt eine Superpremium-Kategorie einrichteten. Und er wurde ihnen förmlich aus der Hand gerissen.

Die Marke „Grey Goose Vodka“ war eine Idee des US-Importeurs und Marketing-Experten Sidney Frank 1996. Das gesetzte Ziel war einen Luxus-Vodka auf dem US-amerikanischen Markt zu etablieren, den es bis dato noch nicht gab.

Vor allem in den USA schienen Konsumenten sowie Bar- und Clubgäste auf ein Getränk gewartet zu haben, das keinen eingestaubten Touch hatte. Man wollte etwas von heute und nicht von gestern. Hochpreisige Vodkas, die entweder aus Frankreich stammen (Grey Goose) oder zumindest danach klingen (Belvedere und Chopin beide aus Polen) traten also nur offene Türen ein.

94 % der Produktionsmenge von Grey Goose gehen direkt in die USA. Eine ganze Menge, wenn man bedenkt, dass in der Destillerie des Unternehmens 16.000 Flaschen pro Stunde (!) vom Band laufen können.

 

Degustation des Grey Goose Vodkas

 

Nach einigem Schwenken bildet der farblose Vodka sehr wenige, ölige Tropfen an der Glasinnenseite.

In der Nase war er zunächst weich und mild. Ich hatte den Eindruck, das minimale Bouquet hat einen Hauch Vanille und dezente Noten von Getreide. Allerdings eher filigran und im Hintergrund. Auch Alkohol war in der Nase erkennbar.

Zwar weniger durch einen beißenden Charakter, sondern vielmehr aromatisch. Das heißt, etwas Neutralalkohol ist meiner Meinung nach erkennbar, wodurch ich an dieser Stelle behaupten würde, er hat hier keinen besonders hohen Wiedererkennungswert.

Der Eindruck, den Grey Goose im Mund präsentiert, ist zu Beginn sehr positiv. Er legt sich cremig auf die Zunge und neben dezenter Vanille zeigt sich beim leichten Einatmen auch noch ein Hauch Minze.

Der Alkohol, der in der Nase nur aromatisch wahrnehmbar war, legt sich hier bereits etwas schärfer auf die Zunge. Ein gewisses alkoholisches Brennen ist meiner Meinung nach definitiv vorhanden.

Im Nachklang liefert er dann nochmals Schärfe, die jedoch eher an Pfeffer als an Alkohol erinnert. Leicht herb und mit einem Hauch Süßholz verabschiedet er sich schließlich vom Gaumen.

Bildquelle: Bacardi Deutschland

 

 

Grey Goose Vodka - 40%Vol.

6.7

Bouquet

7.2/10

Geschmack

6.2/10

Mundgefühl

6.5/10

Nachklang

6.7/10

Positiv

  • Dezente Aromen
  • Weich und mild

Negativ

  • Keinen hohen Wiedererkennungswert
  • Gelegentlich Aromen von Neutralalkohol