Bookers

 

Bookers Small Batch ist ein Paradebeispiel für die Komplexität eines Bourbon, seine Tiefe und Qualität, und der Tatsache, dass er hierzulande noch nicht die Würdigung erhält, die er verdient.

Als einziger Fassstärke-Whiskey aus dem Hause Jim Beam/Beam Suntory knallt der Bookers ordentlich auf die Mütze. Hinsichtlich Alkohol als auch Aroma. Ein Bourbon, der besser nicht sein könnte.

Ursprünglich nur für Freunde und Familie vorgesehen, stand der Bookers Bourbon Whiskey ab dem Jahr 1992 dann doch im offiziellen Portfolio von Beam Global, heute Beam Suntory.

Der mittlerweile verstorbene Booker Noe, Enkel von Jim Beam, suchte konkrete, einzelne Fässer aus dem mittleren Bereich von Beams Lagerhäusern aus. Mehr wurde dann auch schon gar nicht mehr gemacht. Es wurde nicht filtriert, er wurde nicht verdünnt und Farbstoffzugabe war sowieso nicht drin. Er kam direkt in die Flaschen.

Laut Angabe des Unternehmens reifen die besten Bourbon Whiskeys aufgrund des Temperatur-Feuchtigkeit-Verhältnisses im zentralen Bereich ihrer Lagerhäuser. Eben jener Bereich, aus dem die Fässer für den Bookers Small Batch ausgewählt werden.

Natürlich schwingt bei solchen superlativen Aussagen immer etwas Subjektivität mit. Fakt ist jedoch, dass der Bookers Small Batch aus einem Bereich im Lagerhaus stammt, der sehr warm und trocken ist.

Aus diesem Grund lag in der Vergangenheit sein Alkoholgehalt bei jedem „Batch“ über 60 %Vol. In der Abfüllung, die ich hier verkostete, waren es sogar 64. Dies kann nur erreicht werden, wenn mehr Wasser aus dem Fass verdampfen kann als Alkohol. Denn per Gesetz darf Bourbon Whiskey lediglich mit 62,5%Vol. in die Fässer gefüllt werden.

 

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Degustation des Bookers Small Batch Bourbon

 

Der Bookers Small Batch Bourbon hat eine äußerst kräftige, rotbraune Farbe. Nach einigem Schwenken hinterlässt er recht viele ölige Tropfen an der Glasinnenseite.

Ich hatte diesen Whiskey sowohl pur als auch verdünnt mit einigen Tropfen Wasser verkostet. Zwar lässt er sich trotz seiner strammen  64%Vol. angenehm trinken. Möchte man aber sehen, was dieser Bourbon tatsächlich so alles drauf hat, braucht er definitiv einige Tropfen Wasser.

In der Nase könnte er komplexer kaum sein. Trotz seines hohen Alkoholgehalts ist er weich und mild und bereits nach wenigen Sekunden zeigt der Bookers Small Batch eine Fülle an verschiedenen Aromen. Besonders deutlich, finde ich, ist hier süß-würziger Honig, Holz und Vanille. Klassische Bourbon-Aromen eben. Allerdings war es das noch nicht. Neben einen kleinen Abstecher in Richtung Rum, machen meiner Ansicht nach Süßholz, Trauben und ein Hauch Bitterschokolade das Nosing des Bookers Small Batch zum puren Genuss.

Im Mund zeigt er sich dann weniger verspielt, sondern kommt kräftig und wuchtig daher. Der Bookers Small Batch liegt recht trocken auf der Zunge, verliert hier glücklicherweise nichts von seiner Komplexität. Dabei machen sich vor allem hier die paar Tropfen Wasser positiv bemerkbar. Man bekommt markante Kirsche und Holz über einem salzig-würzigen Grundton.

Zum Glück schwächelt der Bookers Small Batch auch im Nachklang nicht. Trotz seines nach wie vor hohen Alkoholgehalts brennt er im Nachgang überhaupt nicht. Vielmehr legt er sich weich auf den Gaumen und bleibt dort neben Vanille, Trauben und Holz vor allem mit einer Riesenportion Karamell.

Das einzige Manko, was ich zum Bookers Small Batch Bourbon sagen kann, ist dass er zusammen mit einigen wenigen Kollegen alleine auf weiter Flur steht. Es gibt hierzulande einfach noch zu wenige solcher Leuchtfeuer aus Kentucky und den US-amerikanischen Südstaaten.

 

 

Bookers Small Batch Bourbon - 64%Vol. - 66€/0,7l

9.7

Bouquet

9.8/10

Geschmack

9.6/10

Mundgefühl

9.7/10

Nachklang

9.6/10

Positiv

  • Hohe Komplexität
  • Raffiniertes Bouquet
  • Direkte Aromen und feine Nuancen
  • Kraftvoll im Mund