Die White Lady, die weiße Dame der Cocktailwelt, ist allein ihres Namens wegen wohl einer der weiblichsten Drinks auf den Barkarten der Welt.

Geboren zwischen den beiden größten Kriegen, erfuhr dieser Drink nicht nur eine dezente Abwandlung im Laufe der Zeit. Die weiße Dame wechselte vollständig ihre Erscheinung. Ein Wechsel hin zu mehr Bekömmlichkeit.

Sie ist elegant, ausdrucksstark und zuweilen etwas sauer. Häufig aber auch samtig-weich. Vor allem dann, wenn du die optionale Zutat „Eiweiß“ hinzufügst.

Bricht man die moderne Rezeptur der White Lady auf ihre obligatorischen Bestandteile herunter, so erhält man einen 3-Zutaten Drink, der einem Sour-Cocktail sehr nahe kommt. Genau genommen, wird im Unterschied zu einem klassischen Sour bei der White Lady lediglich Zucker durch Triple Sec ausgetauscht.

So schön simpel die Zutatenliste der White Lady mit ihrem Gin, Triple Sec und Zitronensaft aber aussieht, so verworren ist deren Geschichte.

Die weiße Dame ist ein Nachkriegskind britisch-französischer Herkunft. Ihr Vater: Harry McElhone.

In seiner Zeit am Thresen des Londoner Ciro’s Club entwickelte McElhone erstmals eine Rezeptur, die er auf den Namen „White Lady“ taufte. Der damalige Erstversuch basierte auf Crème de Menthe, Cointreau und Zitronensaft. Der Drink floppte. Kaum Gäste schienen sich für die Mixtur aus Minze, Süß-/Bitterorange und Zitrone zu interessieren.

 

 

10 Jahre später, McElhone arbeitet mittlerweile in Harry’s New York Bar in Paris, versucht er sich ein weiteres Mal an der Rezeptur seines weiblichsten Drinks. Er ging weg von der Idee eines 2-Likör Drinks und machte Gin zur Basis. Auch reduzierte er merklich den Anteil an Cointreau.

Vermutlich orientierte er sich bei seiner Überarbeitung der White Lady an einem anderen Drink: dem Side Car. Nur wenige Jahre zuvor übernahm McElhone jene Rezeptur vom Londoner Bartender Patrick MacGerry. Dieser entwickelte den Side Car auf Basis von Brandy, Triple Sec und Zitronensaft.

In Form des 3-Zutaten-Cocktails liegt der Unterschied zwischen Side Car und White Lady also lediglich in der Auswahl der Basisspirituose.

Im Laufe der nächsten 10 Jahre nahm sich die Dame allerdings einen muskulösen, vor Proteinen strotzenden Liebhaber, der ihr auch heute noch häufig zur Seite steht. Viele Bartender ergänzten die Rezeptur der White Lady um Eiweiß. Eine Zutat, die den Drink samtiger wirken lässt und ihm ein kräftigeres Mundgefühl verleiht.

 

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Zutaten:

  • 6 cl Dry Gin
  • 2 cl Triple Sec
  • 2 cl Zitronensaft
  • 2 cl Eiweiß

Zubereitung:

Alle Zutaten zunächst für einen Dry-Shake ohne Eis in den Shaker geben. Ca. 10 Sekunden kräftig schütteln. Anschließend Eiswürfel in den Shaker und ebenso lange shaken. Anschließend in eine vorgekühlte Coupette/Cocktailschale doppelt abseihen. Ohne Dekoration servieren.

Zum Wohl!

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