In Whiskys findest du bis zu 400 Aromen. Manche davon springen dir förmlich ins Gesicht, andere warten darauf von dir entdeckt zu werden. Und wieder andere verblüffen dich, da du sie an vielen Orten vermutetest, nicht aber im Whisky. Dies sind 31 jener Aromen.


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Saure Drops

Aromen, die dich an Süßigkeiten erinnern, haben meistens 2 Ursprünge: Gärung und Fassreifung. Vor allem bei jungen Single Malts der Speyside wirst du dies erleben.

Erde

Besitzt ein Whisky erdige Noten, erkennst du dies häufig schon im New Make, dem Rohbrand. Meist geht damit ein trockenes Mundgefühl einher, dass du selbst nach Jahren der Fassreifung noch erkennst. Neben rauchigen Whiskys wie Lagavulin findest du dies auch bei einigen Speyside und Highland Malts.

Krankenhaus

Kennst du diesen Geruch beim Betreten eines Krankenhauses? Dieser Geruch nach Desinfektionsmittel? Tritt dies bei Whiskys auf, stammt dies von der getorften Gerste. Vor allem bei Laphroaig Whiskys riechst du dies deutlich.

Kokos

Kokos-Aromen erkennst du bei Whiskys, deren Bouquet aus grazilen Noten besteht. Kokos-Noten sind zurückhaltend, möchten gefunden werden. In den Whiskys gelangen sie über das Eichenfass, sind also Quartäraromen. Vor allem das Molekül Quercus– bzw. Whisky-Lacton ist für dieses Aroma verantwortlich.

Tabak

Riecht dein Whisky, als hätte jemand eine Zigarre darin ausgedrückt? Dann hast du vermutlich einen Whisky im Glas, der schon mehrere Jahre Fassreifung hinter sich hat. Der Duft von getrockneten Tabakblättern entsteht häufig nach mehreren Jahren im Fass.

Flieder

Haben Whiskys der Speyside oder der Highlands ein blumiges Bouquet, kannst du darin häufig Flieder entdecken. Dieses Aroma bekommen Single Malts durch das Molekül Syringaaldehyd nach Jahren der Fassreifung.

Vollkornkeks

Dass das Getreide in einem Whisky aromatisch durchschlägt, ist selten. Dafür sorgen Fermentation und Fassreifung. Diese liefern Aromen, die das Getreide-Aroma überlagern. Hast du einen Lowland- oder Speyside-Whisky mit grazilen Noten, kann es sein, dass das Getreide nach Vollkornkeks schmeckt. Dies erkennst du dann bereits im New Make; Es ist also eines der wenigen Primäraromen.

Bananenschalen

Bananen-Aroma wirst du in Whiskys häufig entdecken. Vor allem, da diese Noten sowohl über die Fermentation als auch die Fassreifung in den Whisky gelangen. Braune Bananenschalen sind hingegen selten. Möchtest du dieses Aroma einmal riechen, dann probiere Tamnavulin Whiskys.

Bauernhof

Eine Note, die an Bauernhof erinnert, stammt meist vom Getreide. Wird dieses feucht gelagert, kann es modern und sogar faulen. Gelangt dieses in die Whisky-Produktion, hat dies keine gesundheitlichen Folgen, führt aber zu markanten Aromen. Mancher Whisky-Experte beschreibt dies auch als „Rinder-Atem“.

Orangeblütenwasser

Bei diesem Duft bin ich froh, dass er in Whiskys nur dezent vorkommt. Dadurch verleiht er dem Bouquet eine raffinierte Parfüm-Note. Etwas zu viel davon und der Whisky wirkt monoton und flach. Möchtest du dieses Aroma einmal riechen, probiere ältere Whiskys der Speyside-Brennerei Tormore.

Lakritz

Soll ein Whisky Lakritz-Aromen haben, schreckt dies einige Connaisseure ab. Lakritz ist nicht gerade die beliebteste Süßigkeit. Zu markant, zu eigenartig der Geschmack. In Malt Whiskys erinnert das Aroma von Lakritz aber eher an Süßholz. Eine mildere Variante, die aus dem Holzfass oder der Fermentation stammt.

Gummi/Reifen

Hast du das Gefühl, in deinem Whisky schwimmt ein Autoreifen, liegt dies am Schwefel. Dieser entsteht während der Gärung. Manche Brennereien versuchen dieses Aroma durch Gärung, Destillation und Fassreifung zu vermeiden. Andere wiederum machen es zum Bestandteil ihres Destilleriecharakters. So zum Beispiel Braevel, Lagavulin, Macallan oder Cragganmore.

Zucchini

Liest du Tasting Notes zu Malt Whiskys, wirst du viele Fruchtaromen entdecken. Gemüse findest du darin weniger. Aber auch dies kommt in zahlreichen Whiskys vor. Zum Beispiel besitzen einige Glenlivet Whiskys eine dezente Zucchini-Note.

Kurkuma

Gewürz-Aromen stammen meist aus dem Holzfass, sind also Quartäraromen. Häufig sorgen sie in einem Malt für Raffinesse und Komplexität. So zum Beispiel Kurkuma.

Fleisch

Zeigt dein Whisky ein Aroma, das dich an Fleisch erinnert, dann grüßt der Schwefel. Neben Gummi sorgen jene Verbindungen häufig auch für einen dezenten Fleisch-Geschmack im Whisky. Dieser kann dann auch schon mal variieren. Zum Beispiel in Richtung Lammbrühe. Diese findest du im New Make von Cragganmore.

Teer

Teer-Aromen sind Primär-Aromen. Sie stammen vom getorften Malz und sorgen für Destillerie-Charakter. Teer kann der Rauchnote eines Whiskys Komplexität verleihen, kann das Bouquet aber auch überlagern. Whisky, bei dem du Teer-Aromen entdecken kannst, ist Ardbeg.

Rhabarber

Rhabarber ist eines der Aromen, die es lohnt zu suchen. Sie sorgen in einem Whisky für Raffinesse und Individualität. Meist sind Rhabarber-Noten Sekundäraromen, entstehen folglich während der Fermentation. Bei Thamdhu tritt dieses Aroma bereits im New Make auf.

Filz

Erinnert dich das Bouquet deines Whiskys an Filz, hast du ein Unikat im Glas. Filz-Noten findest du nur selten, zumal sie häufig zwischen anderen Noten untergehen. Der Geruch von Filz oder auch feuchtem Filz erinnert etwas an feuchtes Getreide. 

Ingwer

Ingwer ist ein Aroma, das einen Whisky zum Top- oder Flop-Produkt machen kann. Verleiht es im eine leichte Süße mit einem Hauch Zitronengras oder kippt der Malt in Richtung beißendes Parfüm ab. Neben einem kleinen Prozentsatz, der während der Gärung entsteht, stammen Ingwer-Aromen hauptsächlich aus dem Holzfass.

Honig

Honig oder Bienenwachs ist ein Charakteristikum vieler Speyside Brennereien. Vor allem Tamdhu und Glenfiddich halten die Flagge hoch, wenn es um Honig-Noten im Whisky geht. Diese Aromen stammen aus der Lagerung in Virgin Oak– und Ex-Bourbonfässern.

Zitronenschalen

Zitronen bzw. deren Schalen besitzen ein intensives fruchtig-saures Aroma. Tritt dies in einem Whisky auf, wurde es während der Fermentation gebildet.

Kastanie

Probierst du den ein oder anderen Glenfarclas Malt, hast du das Gefühl, es riecht nach Kastanien. Ein Aroma, das selten ist, und in Sachen Individualität auf die Pauke haut.

Obstkuchen

Whisky-Trinker sprechen von Obstkuchen meist dann, wenn sie Fruchtaromen in die Nase bekommen, sie aber nicht eindeutig identifizieren können. Dieses Potpourri hat Früchten hat mehrere Ursprünge: Fermentation und Lagerung.

Espresso

Sprechen wir von Quartäraromen, sind Aromen gemeint, die während der Fassreifung entstehen. Treten dabei Kaffee- oder Espresso-Aromen hervor, hat der Whisky bereits einige Jahre auf dem Buckel. Espresso-Aromen findest du vor allem bei Speyside-Whiskys mit einer Reifungsdauer von über 15 Jahren.

Bitterschokolade

In eine ähnliche Schublade wie Espresso fällt auch Bitterschokolade. Dieses Aroma ensteht während der Fassreifung. Hierfür sollte der Whisky aber bereits viele Jahre im Fass gelegen haben. Beispiel: Benrinnes

Kandierter Apfel

Riechst du Apfel in deinem Whisky, ist es schwierig dessen Herkunft zu benennen. Er kann sowohl während der Gärung von den Hefezellen gebildet werden, oder er entsteht während der Fassreifung. Stammt das Apfel-Aroma aus dem Fass sind hierfür Moleküle der Lacton-Gruppe verantwortlich.

Rosenwasser

Ähnlich wie Orangenblütenwasser ist Rosenwasser dann ein spannendes Aroma im Whisky, wenn es in Nuancen auftritt. Dann bekommt das Bouquet Komplexität und Individualität. Verantwortlich für dieses Aroma sind häufig Moleküle wie Damascenon.

Gemüse

In manchen Tasting-Notes findest du den Begriff „Gemüse“. Dieser beschreibt den Geruch von Kochgemüse. Einem Sammelsurium, bei dem Einzelnoten nicht erkennbar sind. Meist entstehen dieser Aromen während der Fermentation und bilden einen markanten Teil des New Makes. Suche nach Whiskys von Craigellachie.

Joghurt

Joghurt-Aromen sind deswegen so spannend, da sie dem Whisky eine seltene Geschmackrichtung verleihen: Sie machen ihn leicht sauer. Nicht übermäßig. Gerade so, dass deine Geschmacksnerven anspringen. Hinzukommt dann noch eine Frische, die Whisky zum Erlebnis macht. Solch ein Joghurt-Aroma findest du bei einigen Balvenie Malts.

Ananas

Ananas ist ein Klassiker unter den Sekundäraromen. Jene Aromen, die der Whisky durch die Fermentation erhält. Du findest Ananas-Noten vor allem bei Speyside- und Highland-Whiskys.

Aceton/Nagellackentferner

Lösungsmittelgeruch, bei dem wir sofort aufschreien: „Uh, riecht nach Nagellackentferner“. Selten stammt er aus der Fermentation, häufiger aus der Lagerung in neuen, so genannten Virgin Oak-Fässern.