Es ist kein Whisky für den Connaisseur, kein Whisky für einen Aromen-Freak. Es ist ein Blended Scotch für den schmalen Taler. Und das ist das Steckenpferd des Dewar’s 12 Jahre: ein akzeptables Preis-/Leistungsverhältnis. Wir zeigen dir, was dich hinter dem 28,- Euro Scotch erwartet.


40. Die Anzahl an Whiskys, die in den Dewar’s 12 Jahre Blended Scotch fließen soll, ist üppig. Wenn sie denn zutrifft. Denn leider ist dies eine „bis zu“-Angabe. Weder die genaue Anzahl noch die einzelnen Brennereien, die dem Dewar’s 12 Jahre Blended Scotch zuliefern, kommuniziert das Unternehmen.

Die einzigen Informationen, die du zu diesem Whisky bekommst, sind jene, die du auf Flasche und Umverpackung findest. Und nur 2 davon sind stichhaltig; sind Fakten, auf die man diesen Whiskys festnageln kann.

So ist es ein „Blended Scotch Whisky“, besteht folglich aus Malt und Grain Whisky. Hinzukommt die Angabe, dass er 12 Jahre in Eichenfässern reifte. Allerdings erfahren wir über die Art der Fassreifung sonst nicht viel. Der Dachkonzern Bacardi spricht hier lediglich von „Married in Oak Casks„. Eine Tatsache, die auf jeden Scotch Whisky zutrifft. Schon per Verordnung.

Inoffiziell heißt es, dass für den Dewar’s 12 Jahre sowohl Ex-Bourbon- als auch Ex-Sherryfässern ausgewählt werden.

DEGUSTATION DES DEWAR’S 12 JAHRE BLENDED SCOTCH WHISKY

Hältst du das Glas Dewar’s 12 Jahre vor weißen Grund, zeigt der Whisky eine Safran-Farbe. Golden mit einem Hauch Rotbraun.

In dem Moment, in dem du das Glas unter deiner Nase schwenkst, steigt ein Aroma hervor. Eines vor allen anderen: Karamell. Dem folgen etwas Nelke, eine medizinische Rauchnote und eine Hand voll fruchtiger Aromen. Apfel, Birne und Ananas.

Allerdings konnte ich darüberhinaus keine weiteren Noten erkennen. Er bricht das Bouquet abrupt ab. Schade eigentlich. Denn in dem Moment, in dem du denkst: „Jetzt wird’s spannend“, lässt er dich fallen. Es folgt: nichts.

Hierdurch mangelt es dem Bouquet des Dewar’s 12 Jahre an Komplexität. Er liefert dir zwar einige Aromen, die sind allerdings nur im Vordergrund. Dahinter folgt nichts, was dich ans Glas fesselt.

Im Gegenteil. Eine gewisse Note von Neutralalkohol nagt am positiven Ersteindruck.

Nimmst du den ersten Schluck, legt sich der Whisky weich auf deine Zunge. Wirkt wie stilles Wasser. Leider tut er dies auch in Hinblick auf Aromenvielfalt. Du kannst danach suchen, finden wirst du aber kaum welche. Dabei hätte er Potential, denn das Mundgefühl ist ansprechend.

Leider liefert er nichts, was einen Wow-Effekt auslösen könnte. Hie und da blitzt nochmals eine Karamell- und Vanille-Note auf, neben klassischen Whisky-Noten ist der Eindruck im Mund nicht spektakulär. Im Gegenteil. Er wirkt langweilig, zeigt keine Individualität.

In einem ähnlichen Tenor verlässt er auch den Gaumen. Er brennt nicht, er kratzt nicht, er liefert kaum Aromen. Vielleicht hie und da eine dezente Vanille-Note, aber nichts, was erwähnenswert wäre. Stattdessen wirkt der Dewar’s 12 Jahre im Nachklang wässrig und dünn.

Müsste ich mich für ein Attribut entscheiden, um den Dewar’s 12 Jahre zu beschreiben, es wäre „profillos“. Er besitzt keine Ecken und Kanten, an denen du dich stören könntest, weil schlicht nichts da ist. Weder auf der positiven, noch auf der negativen Seite. Lediglich das Bouquet bietet dir für eine Weile Aromen, die Spaß machen.

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Bildquelle: Bacardi Deutschland


 

Dewar's 12 Jahre - 40%Vol. - 28 €/0,7l

6

Bouquet

7.0/10

Geschmack

5.2/10

Mundgefühl

6.1/10

Nachklang

5.5/10

Positiv

  • Bouquet beginnt spannend

Negativ

  • Keine Komplexität
  • Keine Individualität
  • Wässrig