Planters Punch

Der Planters Punch war einer der ersten Drinks, die ich bestellte, als ich in die Tiki-Kultur und ihre Cocktails eintauchen wollte.

Irgendwoher hatte ich gehört, dass es ein Klassiker sein und in einer Liga mit dem Mai Tai spielen soll.

Ok, also ein paar Münzen aus dem Geldbeutel gezogen und diesen „Klassiker“ bestellt.

10 Minuten später stand ein bauchiger Kelch vor mir. Der Rand umwuchert mit Ananas, Kirschen und Plastikstäbchen. Selbst wenn ich gewollt hätte, ohne Strohhalm wäre ich nicht an den Planters Punch gekommen.

Dieser lag ein Stockwerk tiefer und bewegte sich mit seiner orangen Farbe schwerfällig hin und her.

Im Nachhinein bereitete sein Aussehen gut auf das vor, was mit dem ersten Schluck folgen sollte. Dies war Saft. Zwar ein guter Saft, aber eben nur ein Saft.

Alkohol war wahrscheinlich auch drin, stand zumindest so in der Barkarte. Irgendein dunkler Rum.

Hätte ich es nicht gelesen, hätte ich auch Vodka für möglich gehalten.

Der Saft überlagerte alles.

Ich bildete mir ein, dass das dieser Tiki-Style wäre, von dem alle reden.

Wie falsch ich lag, fand ich erst heraus, als ich mich Monate später mit historischen Rezepturen des Planters Punch beschäftige.

Ananassaft? Nein

Orangensaft? Nein

Kaum einen Saft verlangen die historischen Rezepturen des Planters Punch. Und die die es dennoch schaffen in den Kreis der Ingredienzen zu gelangen, haben nur eine Aufgabe: Den Rum auf eine Bühne zu heben.

Sie sind keine Protagonisten, sie stehen nicht im Vordergrund.

So bereitest du den Planters Punch perfekt zu

Ein Planters Punch ist einer der bekanntesten Cocktails aus der Tiki-Rubrik. Auch wenn es heute zahlreiche Varianten gibt, deren Saftgehalt zu hoch ist, ist ein Planters Punch ein Genussmittel. Sofern du hochwertigen Rum und die passende Rezeptur verwendest. So zum Beispiel diese hier aus dem Jahr 1946.
Vorbereitungszeit2 Min.
Zubereitungszeit3 Min.
Portionen: 1 Person

Equipment

  • Shaker
  • Zitruspresse

Zutaten

  • 9 cl Gereifter Jamaica Rum
  • 1,5 cl Grenadine
  • 1 cl Zuckersirup
  • 3 cl Limettensaft
  • 1,5 cl Zitronensaft
  • 2 – 3 cl Soda

Anleitungen

  • Alle Zutaten (bis auf das Soda) in einen Shaker geben
  • 4 bis 5 mittelgroße Eiswürfel hinzu
  • 12 Sekunden shaken
  • In ein Highball-Glas auf Eiswürfel abseihen
  • Mit Soda aufgießen

Probiere diese 2 Varianten des Planters Punch

Planters Punch Embury-Version

  • 6 cl Gereifter Jamaica Rum
  • 4 cl Frischer Limettensaft
  • 2 cl Zuckersirup (2:1)
  • 2 Dashes Angostura Bitters
  • 2 – 3 cl Soda

Diese Rezeptur erschien in abgeänderter Form erstmals 1948 in David A. Emburys Buch „The Fine Art of Mixing Drinks“.

Zur Zubereitung dieser Variante gibst du alle Zutaten bis auf das Soda in einen Shaker und schüttelst zusammen mit Crushed Ice rund 12 Sekunden. Anschließend in ein Highballglas auf Crushed Ice abseihen und mit Soda auffüllen.

Planters Punch LaFranc-Version

  • 4,5 cl Gereifter Jamaica Rum
  • 4,5 cl „Geheimzutat“

Diese Version entwickelte Jasper LaFranc, Bartender des Bay Roc Hotel in Montego Bay.

Seine „Geheimzutat“ basiert dabei auf dem Saft von 12 Limetten, 35,5 cl Zucker, 3,5 cl Angostura Bitters und einer halben geriebenen Muskatnuss. All diese Zutaten gibst du in eine Schüssel und verrührst sie, bis sich der Zucker aufgelöst hat.

Diese Menge reicht für ungefähr 40 Gläser Planters Punch.

Anschließend gibst du jeweils 4,5 cl von der „Geheimzutat“ sowie von gereiftem Jamaica Rum in ein Highballglas, das du zuvor mit Crushed Ice gefüllt hast. Verrühre den Drink ca. 15 Sekunden. Fülle das geschmolzene Eis mit frischem Crushed Ice auf.

Was du über die Planters Punch-Rezeptur wissen musst

Nimm einen Daiquiri. Dessen Rezeptur ist klar definiert. Rum, Limette, Zucker.

Du kannst zwar mit den Mengen spielen, aber nicht mit der Art der Zutaten. Veränderst du diese dennoch, wird er zum Twist, zu einer Neuinterpretation.

Beim PPlanters Punch ist dies anders.

Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte er sich zu einem Drink mit offener Rezeptur. Das heißt, du kannst Zutaten entfernen, kannst sie hinzufügen, und am Ende ist es immer noch ein Planters Punch.

Selbst dann wenn du Ingredienzen hinzugibst, die ihm ein völlig anderes Aromen- und Geschmacksprofil verleihen.

Wirf einmal einen Blick auf die Planters Punch-Rezeptur, die die International Bartender Association empfiehlt. Dort findest du neben Rum, Grenadine und Zuckersirup, 3 verschiedene Säfte: Orange, Ananas und Limette.

Dies zeigt, dass die Vorstellungen davon, wie ein Planters Punch aufgebaut sein sollte, teilweise in völlig andere Richtungen gehen. 

So gibt es die traditionelle, bei der neben Rum vor allem Zucker und Limettensaft eine Rolle spielen. Auf der andere Seite steht die Version, die Trader Vic in den 1940ern als Teil seiner Tiki-Renaissance etablierte.

Jener mit deutlich mehr Saft und Grenadine.

Beide Richtungen haben ihre Berechtigung, beide Richtungen gehören zum Planter’s Punch.

Allerdings solltest du dir bewusst sein, dass bei beiden Varianten Balance zwischen den Zutaten Voraussetzung für einen guten Drink ist. Je mehr Säfte der Planters Punch enthält, desto schwieriger wird dies.

Ich hatte schon zahlreiche Varianten in Shaker und Glas, bisher ist mir aber noch keine gelungen, bei der Ananas, Orange und Limette zu einem guten Planters Punch geführt hätten.

Zumindest dann nicht, wenn deren Volumina den Großteil des Cocktails ausmachte.

Wie du Grenadine und Sirup für diesen Cocktail selbst herstellst

Nahezu alle Rezepturen, die du zum Planters Punch finden wirst, verlangen nach Zuckersirup. Gehst du in die fruchtige Schiene, kommt dann meist noch Grenadine hinzu.

Der Handel bietet dir hier einige Möglichkeiten, diese als Fertigware zu kaufen. Industrielles Grenadine ist allerdings häufig flach und fad im Geschmack, Zuckersirup im Vergleich zur Heimvariante zudem recht teuer. 

Ich möchte dir daher im Folgenden zeigen, wie du an der Bar oder Zuhause sowohl deinen eigenen Zuckersirup als auch Grenadine zubereitest.

Was du für Grenadine benötigst:

  • 2 Große Granatäpfel
  • 2 Tassen Rohrzucker
  • 6 cl Granatapfel-Molasse
  • 1 TL Orangenblütenwasser
  • (3 cl Vodka)

So stellst du Grenadine her:

Zu Beginn musst du die beiden Granatäpfel entsaften. Dies machst du am besten mit einer Zitruspresse. Am Ende solltest du hieraus rund 2 Tassen Saft erhalten.

Diesen gibst du nun mit dem Zucker in einen Topf und erhitzt bei mittlerer Wärme. Unterstütze die Auflösung des Zuckers, indem du mehrmals umrührst.

Was du nun hast, ist Granatapfel-Sirup. Der erste Schritt zur Grenadine.

Solange die Flüssigkeit noch warm ist, gibst du Granatapfel-Molasse und Orangenblütenwasser hinzu. Verrühre solange bis sich die Molasse aufgelöst hat.

Nun kannst du die Grenadine abkühlen lassen und im Kühlschrank lagern.

Solltest du sie nicht innerhalb der nächsten Tage und Wochen aufbrauchen, kannst du etwas Vodka dazugeben. Dadurch verlängerst du deren Haltbarkeit um ein paar Wochen.

Was du für Zuckersirup benötigst:

  • 200 g Zucker
  • 100 ml Wasser

Wie du Zuckersirup herstellst:

Gib Zucker und Wasser in einen Topf und erwärme langsam. Verrühre dabei solange, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Dann sofort vom Herd nehmen und nicht aufkochen lassen. Abkühlen lassen und kühl lagern.

Tipp: Wenn du deinem Zuckersirup etwas mehr Raffinesse verleihen möchtest, benutze aromatische Zucker-Arten wie Demerara-Zucker.

Jeder Planterss Punch verlangt nach Limetten

limettensaft

Bereitest du einen Planters Punch zu, kommst du um frische Zutaten nicht umhin.

Zwar sind es bei diesem Drink – meist ist es nur die Limette – gar nicht so viele, aber der geschmackliche Unterschied ist enorm. Saft aus der Flasche ist im Vergleich zu frischem Limettensaft nur eine billige Alternative.

Um das bestmögliche Ergebnis bei der Verwendung von Limetten zu erhalten, solltest du ein paar Dinge über die grünen Früchte wissen.

So liefert dir der Saft jener Zitrusfrüchte das beste Aroma, wenn du ihn nicht direkt verarbeitest, sondern ihn zunächst 4 bis 12 Stunden stehen lässt.

Allerdings solltest du ihn nicht vergessen. Nach 24 Stunden wird er bereits schal im Aroma und zu sauer im Geschmack.

Bereitest du einen Cocktail wie den Planters Punch zu, ist es entscheidend, welche Volumina du verwendest.

Da du bei einem Naturprodukt wie der Limetten keinen Beipackzettel erhältst, der dir angibt, wie viel Saft du erwarten darfst, hier ein Tipp:

Aus einer durchschnittlichen Limette erhältst du rund 3 Zentiliter Saft.

Da dies aber wie gesagt variieren kann, fährst du am besten, wenn du vor der Zubereitung mehrerer Planters Punch mehrere Limetten in eine Schüssel auspresst.

Dies ermöglicht dir zum einen den Saft entsprechend des optimalen Alters von 4 bis 12 Stunden zu lagern, zum anderen kannst du aus diesem Behälter exakt die Menge entnehmen, die du gerade benötigst.

Mehr interessante Artikel über Rum:


Warum du Jamaica Rum für einen Planters Punch verwenden solltest

Wirf einen Blick auf das folgende Diagramm. Darin stechen 2 Punkte hervor.

Während der Großteil der Rum-Nationen einen Rum mit ähnlichem Ester-Gehalt produzieren, stechen Jamaica und Martiniques Grande Arome-Qualitäten heraus.

Deutlich.

Allerdings sind Grande Arome-Rums jenes französischen Übersee-Départments nicht der Standard. Im Schnitt produzieren auch die dortigen Rum-Hersteller Destillate mit weitaus geringerer Ester-Menge.

Bei jamaicanischem Rum ist dies allerdings der Normalfall. Eine hoher Konzentration jener fruchtigen Verbindungen gehört zum Markenzeichen jener Rums.

Dies ist einer der Gründe, warum du Jamaica Rum in vielen Tastings sofort als solchen erkennst. Er besitzt ein charakteristisches Aromenprofil.

Aus diesem Grund findest du bei historischen Rezepturen zum Planters Punch auch stets die Vorgabe, Rums jener Insel zu verwenden.

Zwar bist du grundsätzlich frei, was die Wahl des Destillats angeht. In jenem Cocktail solltest du aber die Ester-Verbindungen eines jamaicanischen Rums nicht unterschätzen. Ohne diese würde es dem Drink an Komplexität fehlen.

Falls du dich nun fragst, welcher Rum sich eignet, hier ein paar Vorschläge:

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