Er zählt wohl zu jenen Drinks, an denen ich mir am härtesten die Zähne ausbiss. Und dies obwohl oder gerade weil seine Rezeptur derart einfach anmutet, ist ein Manhattan Cocktail ein Kunstwerk.

Schwächelt eine einzelne Zutat, kippt der gesamte Drink. Bei nur 3 Ingredienzen gibt es halt einfach nichts, was einen Manhattan Cocktail dann noch retten könnte.

Es ist ein Drink, der dir jeden Fehler des Bartenders auf dem Silbertablett  präsentiert.

 

Manhattan_Cocktail

 

Es ist noch gar nicht so lange her, vielleicht 10 bis 11 Monate. 

Damals saß ich am Tresen einer Münchner Bar und unterhielt mich mit dem Bartender über die perfekte Rezeptur eines Manhattan Cocktails. 

Wir sammelten eine Liste verschiedener Bourbon und Rye Whiskeys, dazu eine Hand voll Vermouths.

Nach rund einer halben Stunden standen 20 Flaschen vor uns auf dem Brett. 18 Whiskeys, 3 Vermouths.

Im ersten Moment wirkte dies nicht wie eine sonderlich große Auswahl. Berechnest du allerdings die Kombinationsmöglichkeiten, ergeben sich aus 18 Whiskeys und 3 Vermouths 54 Variationen.

54 Variationen ein und desselben Manhattan Cocktails.

Du siehst, die Rezeptur dieses Drinks auswendig zu lernen ist einfach, sie richtig umzusetzen aber nicht. Denn jeder Bourbon, jeder Vermouth bringt sein eigenen Aromenprofil, seinen eigenen Charakter mit.

Die Aufgabe des Bartenders besteht nun darin, diese zusammen mit Eis und Bitters in ein harmonisches Verhältnis zu bringen.

Für einen Manhattan Cocktail, der deine Gäste begeistern soll, ist es daher wichtig, dass du die Zutaten und deren Eigenschaften kennst. Hast du ein optimales Verhältnis von Bourbon A und Vermouth B gefunden: bleib dabei.

Nimmst du stattdessen Bourbon C und Vermouth B, musst du das passende Mengenverhältnis erst neu finden.

Bei jener Manhattan Cocktail-Session haben wir auf Basis eines 50 % Rye-Whiskeys nach der für uns perfekten Rezeptur gesucht.

Fündig sind wir in Anlehnung an eine Kreation aus der New Yorker Death & Co-Bar bei dieser hier geworden.

 

Achte bei der Manhattan-Rezeptur auf eines: Harmonie der Zutaten

 

  • 6 cl Straight Rye Whiskey (50 %Vol.)
  • 3 cl Vermouth-Melange
  • 2 Dashes Angostura Bitters
  • Garnitur: Brandy-Kirsche

 

Für diese Variante des Manhattan Cocktails haben wir zunächst eine Vermouth-Melange hergestellt. Hierfür haben wir 1 Teil Dolin Rouge Vermouth mit 1 Teil Punt e Mes vermählt.

Dies verlieh dem Vermouth etwas mehr Kraft und Ausdruck und rundete den Whiskey mehr ab.

All diese Zutaten gibst du in den Shaker, Eiswürfel hinzu und rund 30 Sekunden verrühren.

Anschließend seihst du in eine vorgekühlte Cocktailschale/Coupette ab und garnierst den Drink mit einer Cocktail- bzw. Brandy-Kirsche.

Eine weitere Variante des Manhattan Cocktail, bei dem die Zutaten unserer Meinung nach Harmonie besaßen, war jene auf Basis von Bourbon.

Hierfür verwendeten wir folgende Rezeptur.

 

  • 6 cl Straight Bourbon Whiskey
  • 3 cl Roter Vermouth
  • 2 Dashes Angostura Bitters
  • Garnitur: Zitronenzeste

 

Auch bei dieser Variante gibst du alle Zutaten in einen Shaker zusammen mit 4 bis 5 mittelgroßen Eiswürfeln. Verrühre den Drink rund 30 Sekunden. 

Seihe danach in eine vorgekühlte Cocktailschale ab und garniere mit einer Zitronenzeste.

 

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Auf was du achten solltest, wenn du mit den Zutaten experimentierst

 

manhattan cocktail

 

Manhattans genauso wie Martinis folgen dem gleichen Aufbau wie Drinks der Old Fashioned-Kategorie.

Sie besitzen eine Basis-Spirituose, eine Süßungsquelle und Bitters.

Im Unterschied zu einem Old Fashioned verlangt die Rezeptur eines Manhattans allerdings nicht nach Sirup oder Zucker. An dessen Stelle tritt der Vermouth.

Und dies in deutlich größerer Menge.

Wobei auch der Vermouth nur einem Zweck dient: Er soll die Aromen der Spirituose hervorheben und abrunden. 

Mehr aber als bei einem Old Fashioned bei dem die Süßungsquelle meist aromen-neutral ist, bringt der Vermouth Aromen mit.

Und davon nicht zu wenig.

Hier kommen die Bitters ins Spiel.

Sie sollen eine Brücke zwischen den Aromen von Whiskey und Vermouth schlagen.

Entscheidend dabei ist jedoch das richtige Verhältnis der einzelnen Ingredienzen.

Bei einem Manhattan Cocktail sieht dies im Durchschnitt folgendermaßen aus: 72,5 Prozent Whiskey, 22,5 Vermouth und 5 Prozent Bitters.

 

Die Garnitur eines Manhattan Cocktails ist kein schmuckes Beiwerk, es ist eine Zutat

 

Die Harmonie eines Cocktails endet nicht am Ende der Zutatenliste.

Sie ragt darüber hinaus, sie reicht über das Glas.

Platzierst du eine Zitruszeste an den Rand des Manhattans, gibst du dem Gast die Möglichkeit den Säuregehalt und damit Geschmack nach seinem Wunsch hin zu beeinflussen.

Du gibst ihm ein Werkzeug in die Hand.

Die Garnitur beeinflusst aber auch das Aroma, wodurch es einen häufig unterschätzten Anteil an der Qualität eines Cocktails hat.

Eine Zitrusschale verströmt beispielsweise einen intensiv frischen Geruch. Nimmst du den ersten Schluck des Manhattan Cocktails, kommst du gar nicht umhin, dessen Einfluss wahrzunehmen.

In Cocktails mit hohem Alkoholgehalt – und dazu zählt der Manhattan – kann eine strategisch platzierte Garnitur den Drink in eine völlig andere Richtung lenken.

Egal, ob es die Zitruszeste während des Genusses ist oder die Brandy-Kirsche am Ende.

 

Was du beim Rühren eines Manhattans beachten solltest

 

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„Die Milch in meinem Kaffee kann ich ja schließlich auch verrühren.“

Die größte Crux bei Zubereitungsschritten tritt immer dann auf, wenn wir aufgrund von Alltagssituation denken, wir beherrschen die Technik bereits.

Nur weil wir aber wissen wie wir Salz im Nudelwasser verrühren, heißt das nicht, dass wir einen Manhattan Cocktail ins Glas zaubern können.

Da ist nichts genetisch, das muss trainiert werden.

Zumal, zumindest schätze ich es so ein, das Rühren die kompliziertere der beiden Varianten ist einen Cocktail zu kühlen. Im Gegensatz zum Shaken, ist das Rühren deutlich ineffizienter.

Im Vergleich zum Shaken brauchst du beim Rühren deutlich länger, um die niedrigste Temperatur deines Cocktails zu erreichen. Je nach Drink kann dies bis zu 2 Minuten dauern. Aber mal ehrlich?

2 Minuten einen Manhattan shaken?

Keine Chance.

Um also durch das Rühren einen Manhattan zu kreieren und ihn stattdessen nicht zu killen, musst du auf die wichtigste Variable achten:

Die Größe der Eiswürfel

Erst danach folgen Dauer und Geschwindigkeit mit der du den Löffel schwingst.

 

 

eis

 

So hat kleineres Eis – Mini-Eiswürfel oder Crushed Ice – eine größere Oberfläche als Eiswürfel mit einer Kantenlänge von 3 Zentimeter. Verwendest du diese, kühlt dein Cocktail zwar schneller, verwässert aber auch in gleicher Geschwindigkeit.

Um diese Technik zu meistern und dadurch die Zubereitung eines Manhattan Cocktails zu meistern, solltest du nach einem suchen: dem richtigen Verhältnis zwischen Schmelzwasser und Kühlung.

Beides benötigt dieser Drink.

Nimmst du zum Beispiel gebrochenes Eis oder Crushed Ice bringst du dieses vergleichsweise schnell ins Gleichgewicht zwischen Kühlung und Verdünnung. Das Problem beim Manhattan Cocktail ist, dass er in den meisten Konstellationen nicht für diese Geschwindigkeit ausgelegt ist.

Zutaten, Schmelzwasser und Kühlung harmonieren noch nicht.

Du liest richtig: Ein Manhattan Cocktail benötigt Schmelzwasser.

Stelle es dir wie einen Kleber vor, der zwischen die einzelnen Zutaten kriecht und sie zusammen hält.

Hast du zu wenig davon, halten die Komponenten nicht; hast du hingegen zu viel, wird die ganze Geschichte zu wässrig.

Entscheidend ist hier die richtige Portion Schmelzwasser.

Denn bräuchtest du es nicht, könntest du alle Zutaten auch im Gefrierfach lagern und anschließend einfach im Gästeglas zusammen schütten. Der Cocktail wäre dann zumindest kalt.

Das beste Eis, dass du aus meiner Sicht zum Rühren eines Manhattan Cocktails verwenden kannst, sind trockene Eiswürfel mit einer Kantenlänge von rund 3 Zentimeter.

Mit diesen habe ich die besten Manhattan Cocktails ins Glas bekommen, wenn ich die Zutaten 20 bis 30 Sekunden verrührte.

 

Welchen Whiskey, welchen Vermouth solltest du für einen Manhattan Cocktail verwenden?

 

Um es kurz zu machen: Jeden Bourbon oder Rye Whiskey, den du möchtest.

Entscheidend ist allerdings, dass du dir bewusst machst, dass jeder Whiskey – egal, ob Rye oder Bourbon – mit einem eigenen Geschmacks- und Aromenprofil aus der Flasche kommt. 

Dementsprechend bekommst du dann auch einen völlig anderen Cocktail – auch wenn sein Name stets Manhattan lautet.

Um dir bei der Auswahl unter die Arme zu greifen, möchte ich dir eine Hand voll Bourbon und Rye Whiskeys auflisten, mit denen ich bisher gute Erfahrungen bei der Zubereitung eines Manhattans gemacht habe.

  • Buffalo Trace Straight Bourbon 40 %Vol.
  • Elijah Craig 12 Jahre Bourbon 47 %Vol.
  • Old Grand Dad Bourbon 57 %Vol.
  • Old Overholt Straight Kentucky Rye 40 %Vol.

 

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Während du bei Bourbon und Rye Whiskeys aus einer Palette an Qualitäten schöpfen kannst, ist die Auswahl bei Vermouth beschränkter.

2 bzw. 3 Qualitäten, die ich dir für die Zubereitung eines Manhattan Cocktails empfehlen kann, sind:

  • Belsazar Vermouth Red 18 %Vol.
  • Dolin Rouge Vermouth 16 %Vol.
  • Dolin/Punt e Mes-Melange: Bei dieser Variante vermählst du Dolin Rouge mit Punt e Mes im Verhältnis 1 :1

Möchtest du noch mehr über Vermouth und dessen Aromen erfahren, haben wir hier den passenden Artikel für dich veröffentlicht:

Was ist Vermouth und wie genießt du ihn am besten?

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