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Egal ob Bar-Techniken, Bar-Utensilien oder die Herstellung von Whisky; in nahezu jedem Spirituosen-Bereich, in dem Japan eigene Gehversuche unternimmt, enden damit, dass wir uns fragen: Warum sind sie damit nicht schon viel früher rausgerückt?

Auch so beim Gin. Der Nikka Coffey Gin liefert den Beweis.

2017 war das Jahr der japanischen Gins.

Gut, in Anbetracht der Neuveröffentlichungen aus Deutschland, Großbritannien oder Spanien war dies nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber es war eine Ansage.

Eine Ansage, dass eine Nation, die für filigrane Arbeit im Spirituosen-Bereich bekannt ist, nun auch im Wacholder-Geschäft mitmischt.

Der Coffey Gin ist dabei der erste Wacholder-Tropfen des japanischen Unternehmens Nikka. In deren Miyagikyo Whisky-Destillerie stellen sie ihn auf Basis von 11 Botanicals her: Wacholder, Koriander, Angelikawurzel, Zitronen- und Orangenschale sowie die Zitruspflanzen Yuzu, Amanatsu, Shīkuwāsā und Kabosu, Sansho Pfeffer und Apfelsaft.

 

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DEGUSTATION DES NIKKA COFFEY GIN

 

Schwenke den Nikka Coffey Gin ein paar Mal und er bildet eine Armada an öligen Tropfen. Es wirkt wie ein Schauspiel, wie jene Tropfen in Massen zum Glasboden zurück kriechen.

Ein Vorgeschmack auf die Wucht, die gleich im Bouquet auf dich wartet.

Denn mit deiner Nase geht der Nikka Coffey Gin nicht zimperlich um.

Hältst du diese über ein Glas dieses Tropfens, beginnt der Wacholder sofort deine Sinneszellen zu belagern. Zweifelsohne machen die harzig-würzigen, bisweilen süßen Zapfen den Löwenanteil an Aromen des Nikka Coffey aus.

Das Bouquet dieses Gins zeigt eindrucksvoll, welche Intensität und Komplexität mit dem Aroma von Wacholder möglich ist.

Wühlst du dich etwas durch diese Front an Düften, folgt die nächste Fuhre. Solche, die sich hinter dem Wacholder verstecken und ihm als Bühne dienen. Sie kommen an zweiter Stelle und sind ihm eine aromatische Stütze.

Zitronenschalen, frischer Klee und ein Hauch Enzian kannst du hier ebenso entdecken wie Johannisbeeren, Grapefruit und Kardamom.

Dieses Potpourri an Aromen ist es auch, das deine Nase ewig an den Nikka Coffey Gin fesselt. Du scheinst ständig Neues zu entdecken. Hier eine eindeutige Note, dort eine Melange aus verschiedenen Düften.

Nimmst du 2 bis 3 Schlücke des Gins, werden dir 3 Dinge auffallen:

  • Der Alkohol ist perfekt eingebunden
  • Die Textur passt zu den Aromen
  • Der Wacholder sorgt für Intensität im Mund

Ich kenne nur wenige Gins, die eine derart perfekte Linie von Nase zu Mund hinkriegen. Häufig haut einen das Bouquet in der Nase um, im Mund folgt allerdings gähnende Leere.

Der Nikka Coffey Gin meistert diesen Balance-Akt mit Bravour.

Spielst du ihn mit der Zunge etwas hin und her, legt er sich mit mittelschwerem Körper auf deine Zunge. Er wirkt trocken und spritzig zugleich.

Für das eine sorgen die Aromen des Wacholders, für das andere die Frische der Zitrusschalen. Das Spannende dabei ist jedoch, dass diese nicht nur Einfluss auf das Mundgefühl haben, das du erkennst. Sondern, dass sie zudem deutlich als Aromen wahrnehmbar sind.

Verlässt der Nikka Coffey Gin schließlich deinen Gaumen, haftet sich der Wacholder schier endlos an diesen. Auch hier wirkt der Alkohol zu keinem Zeitpunkt negativ, das heißt kein Beißen, kein Brennen. Stattdessen sorgt er für ein angenehm wärmendes Gefühl.

Ohne Frage, der Nikka Coffey Gin ist ein Highlight des vergangenen Jahres. Ein Lichtblick in einer Zeit, bei der Neuankündigung im Gin-Bereich bei vielen schon zum Gähnen führt.

 

 

Nikka Coffey Gin - 47%Vol. - 49 €/0,7l

9.6

Bouquet

9.7/10

Geschmack

9.6/10

Mundgefühl

9.4/10

Nachklang

9.6/10

Positiv

  • Komplexes Bouquet
  • Perfekte Harmonie zwischen Mund und Nase
  • Textur auf Aromen abgestimmt
  • Intensiver Nachklang