Der durchschnittliche Erwachsene hört genau 10 Minuten deiner Präsentation konzentriert zu.

Du hast also 10 Minuten, deinem Gast zu zeigen, dass er einen Platz in einem Killer-Rum-Seminar gebucht hat.

In diesen 10 Minuten konkurrierst du mit der Inneneinrichtung, der Tischdekoration und den anderen Gästen um die Aufmerksamkeit jedes einzelnen Teilnehmers.

Das kann die Hölle sein, der erste Schritt in Richtung eines misslungenen Abends.

Diese 10 Minuten haben aber ebenso das Potential, dass dein Gast zu einem Jünger hochwertigen Rums wird und ein treuer Fan deiner Seminare.

Du musst nur wissen, wie du ihn begeistern kannst.

Schaffst du es, dass die Teilnehmer an deinem Rum-Seminar vergessen wie stressig die Herfahrt war, welche Probleme gerade auf Arbeit herrschen, dann wird das eine große Nummer.

Ich denke, du stimmst mit mir überein, wenn ich sage, dass du hierfür nicht nur Fachkompetenz brauchst, sondern auch ein authentisches Auftreten.

Dass du Authentizität benötigst, um dein Publikum zu begeistern, liegt auf der Hand. Dies wird uns ja auch Mantra-artig eingetrichtert, wenn wir die Frage stellen, was wir für eine gute Präsentation brauchen.

„Na, du musst authentisch sein!“ 

Allein Google spuckt dir über eine halbe Millionen Suchergebnisse aus, die sich um den „authentischen Referenten“ drehen.

Der Begriff schafft es sogar zu eigenen Präsentationen wie der Titel einer Veranstaltung an der Uni Augsburg zeigt:

Is Emotional Authenticity in Service Delivery Always Key to Customer Satisfaction? […]“

Vielleicht geht es dir bei diesem Begriff wie mir, denn ich kann ihn nicht leiden.

Er ist so schwammig, so unpräzise.

Er liefert dir keine klare Anleitung, wie du dich verhalten sollst, um ein erfolgreiches Rum-Seminar auf die Beine zu stellen.

Dass es diese aber dennoch gibt, dass du durchaus einem Leitfaden folgen kannst, möchte ich dir im Folgenden zeigen.

 

Rum-Seminar

 

Zeige deine Leidenschaft für Rum und verbinde dich mit deinem Publikum

 

Weißt du, was wirklich schlecht ist?

Wenn du Geld für ein Rum-Seminar ausgibst und 2 Stunden lang das Gefühl hast, dass der Referent genervt von deiner Anwesenheit ist und so schnell wie möglich Feierabend machen möchte.

Um deine Gäste zu überzeugen, dass es die richtige Entscheidung war, an deinem Seminar teilzunehmen, lasse es sie spüren.

Zeige ihnen, dass du begeistert bist, diese High End-Destillate zu trinken. Zeige ihnen warum.

Dies funktioniert aber nur, wenn du nicht all zu nervös bist. Leidenschaft zu zeigen, klappt nicht, wenn du die ganze Zeit über damit beschäftigt bist, dir den Kopf zu zermartern, irgendwas dummes oder peinliches zu sagen.

Na und? Dann passiert das eben.

Schlechter wäre es, wenn du es nicht schaffst, deine Begeisterung für Rum auf dein Publikum zu übertragen.

Für ein erfolgreiches Rum-Seminar ist es daher wichtig, dass deine Leidenschaft für Rum bei deinen Gästen ankommt, sich im besten Fall auf diese überträgt.

Sei enthusiastisch und ehrlich und dein Publikum wird darauf reagieren.

Wichtig ist dabei aber auch die Qualität der Rums, die du anbietest. Hast du lediglich Stoff dabei, der nur unter Litern von Cola trinkbar ist, brauchst du dir um den Erfolg deines Rum-Seminars keine Gedanken machen.

Denn den wird es dann nicht geben.

Liefere deinem Gast das, was der Titel der Veranstaltung verspricht.

Lautet dieser zum Beispiel „Single Cask-Killer aus Jamaica“, solltest du keinen Inländer-Rum ausschenken.

Höchstens als Negativ-Beispiel.

 

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Konzentriere dich während des Rum-Seminars auf die Wünsche deiner Gäste

 

Du bereitest dich akribisch auf dein nächstes Rum-Seminar vor, bereitest jedes Detail vor.

Die Folien für die Präsentation stehen, die Rums sind ausgewählt.

Du startest dein Rum-Seminar und deine Gäste hängen dir an den Lippen…und da kommt sie: eine Nachfrage.

Die Art und Weise auf eine solche zu reagieren, unterscheidet einen guten Referenten von einem sehr guten. Gibst du eine knappe Antwort oder dankst dem Gast für diese interessante Frage?

Egal, wie du dich entscheidest, was du niemals tun solltest, ist den Gast mit seinem Anliegen zu ignorieren oder eine genervte Antwort zu geben.

Denn wenn du dich fragst, warum deine Gäste heute hier sind, warum sie dir derart viel Geld geben, um deinem Rum-Seminar beizuwohnen, dann sollte die Antwort kommen: „Um ein Bedürfnis zu befriedigen.“

Und deine Aufgabe ist es, dies zu tun.

Es ist daher wichtig, dass du zwar einem roten Faden bei deinem Seminar folgst, dass du dich aber dennoch ständig auf die Wünsche deiner Gäste konzentrierst.

Wenn das Thema der Veranstaltung „Kuba Rum Revolution“ ist, der Gast aber eine Frage zu den Destillaten aus Guyana hat, dann probiere einen Exkurs.

Vielleicht hatten andere Gäste diese Frage auch, wollten aber nicht stören.

Dein Rum-Seminar sollte immer so aufgebaut sein, dass der Kunde möglichst viel Erfahrung mit nach Hause nimmt.

Dies setzt sowohl voraus, dass du einem Leitfaden folgst, aber auch, dass du flexibel genug bleibst, auf Wünsche einzugehen.

 

Halte es einfach: Konzentriere dich auf eine Kern-Aussage

 

Falls du schon einmal ein Rum-Seminar gehalten hast, siehst du es vielleicht ähnlich wie ich. Es ist so einfach, sich in Details zu verlieren.

Wenn du dich wochenlang mit Rum beschäftigst, fällst du schnell vom Hundertstel ins Tausendstel. Dir schwirren während des Seminars zahllose Dinge durch den Kopf, die du unbedingt noch loswerden möchtest.

Dies ist eine Tatsache, der wahrscheinlich kein Referent auskommt.

Solange dir deine Gäste noch folgen können, ist alles gut. Wenn du dich aber im Fachjargon verlierst, wenn du über die molekularen Besonderheiten von Rum-Ester philosophierst, das Seminar aber für Rum-Einsteiger gedacht war, solltest du auf die Bremse drücken.

Konzentriere dich bei deinem Rum-Seminar auf nur eine Kern-Aussage. Mache dir im Vorfeld Gedanken darüber, was den Gästen für immer im Gedächtnis haften bleiben soll.

Eine Aussage!

Damit du dir hierunter etwas vorstellen kannst, möchte ich dir ein paar Beispiel zeigen.

  1. Kubanischer Rum: Leichter Charakter
  2. Jamaica Rum: Nirgendwo sonst haben Ester-Verbindungen so viel Einfluss auf das Bouquet
  3. Single Cask Rums: Transparenz als Qualitätsmerkmal

Wenn du dein Rum-Seminar planst, solltest du immer folgende Frage im Hinterkopf haben:

Was ist die Kernaussage (oder 3 Schlüsselpunkte) meiner Präsentation, die meine Gäste mitnehmen sollen? Du solltest in der Lage sein, diese Aussage in höchstens einem Satz zu formulieren.

Kannst du es nicht auf die Rückseite einer Visitenkarte schreiben, dann ist es wahrscheinlich zu ungenau.

 

Lächle und halte Blickkontakt mit deinen Gästen

 

Es hat einen Grund, warum Personen eine längere Anfahrt zu deinem Rum-Seminar auf sich nehmen, warum sie Dutzende von Euros bezahlen.

Selbst dann, wenn sie die Rums und die Infos als Samples und Buch günstiger bekommen würden.

Sie wollen einen Menschen sehen, sie wollen Kommunikation. Dies solltest du dir bewusst sein und in deine Präsentation einbauen.

Dabei heißt Kommunikation in diesem Fall nicht nur verbal, das heißt, es geht hier nicht nur um das gesprochene Wort oder möglichst viel Text auf deinen PowerPoint-Folien.

Nein, Kommunikation läuft auch non-verbal.

Du wirst überrascht sein, welch großen Einfluss ein Lächeln hat im Vergleich zu Worten. Durch Blickkontakt und gelegentlichem Lächeln bewirkst du während deines Rum-Seminars zwei Dinge:

  1. Du stellst eine Beziehung zwischen dir und deinem Gast her.
  2. Du baust ein Ambiente auf, in der sich der Gast wohlfühlt. Dies hat unmittelbaren Einfluss darauf, wie er deine Rums wahrnimmt.

Tipp: Achte auf die Helligkeit des Raumes. Zwar sollte jeder Gast die Folien deiner PowerPoint gut erkennen, dennoch solltest du den Raum nicht zu stark verdunkeln.

Die Gesichter jedes einzelnen solltest du stets gut erkennen können. Denn dies ist ein Rum-Seminar im Rahmen von 12 bis 15 Personen, keine Massen-Präsentation zum Marktstart eines neuen Smartphones.

 

Beginne stark

 

Wenn du dies falsch machst: Keine Sorge, dann machst du es nicht schlechter als der Durchschnitt, sondern genauso.

Denn viele Rum-Referenten machen einen Fehler: Sie beginnen ihr Seminar nicht mit einem Knall.

Dadurch vergeben sie eine wichtige Chance, aus ihrer Veranstaltung ein Erlebnis zu machen.

Stelle es dir vor wie ein Kinofilm.

Wenn dieser nicht mit einer spannenden Szene anfängt, die den Zuschauer abholt, wird es umso schwieriger diesen am Ende nochmal zu begeistern.

Ich schlimmsten Fall heißt es dann: „Er hat schwach angefangen, dafür aber stark nachgelassen.“ Ein Totschlag-Kriterium für jedes Rum-Seminar.

Daher: Beginne dein Rum-Seminar mit einem Highlight, zum Beispiel einer kurzen Video-Sequenz oder dem Sample eines seltenen Rums, einem fulminanten Bild oder einer Anekdote.

Die Möglichkeiten, die sich dir hier bieten, sind vielfältig und abhängig von dem jeweiligen Thema deines Seminars. Allen gemein ist aber ihre Aufgabe: Sie sollen die Aufmerksamkeit des Gastes auf dich und deine Präsentation lenken.

 

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Erzähle Geschichten

 

Wir Menschen lieben gute Geschichten. Selbst in Zeiten von YouTube, TV oder Netflix schalten wir alles andere um uns herum aus, wenn uns eine Person aus Fleisch und Blut eine gute Geschichte erzählt.

Dies solltest du bei deinem Rum-Seminar nutzen.

Erzähle Geschichten über dich, über dir bekannte Mitarbeiter der Rum-Industrie oder andere Rum-Enthusiasten. Denn was deine Gäste noch mehr lieben als Rum, sind Geschichten über Menschen.

Setze diese Methode in deiner Veranstaltung ein und du kannst dir sicher sein, dass dein Publikum an deinen Lippen hängt.

Wichtig: Rede nicht schlecht über andere Personen in deren Abwesenheit. Tust du dies dennoch, kannst du eine Stecknadel fallen hören, denn jeder hört gespannt zu.

Irgendwie scheint es, als wären wir darauf programmiert, negativen Berichten über andere Personen konzentriert zu lauschen.

Dies schadet allerdings enorm deinem Ruf und deiner Seriosität als Referent.

Daher: Erzähle Geschichten, aber keine die anderen Personen schaden.

 

Setze deine Stimme effektiv ein

 

Für eine Präsentation wie ein Rum-Seminar ist deine Stimme keine ineffiziente Art der Kommunikation. Denn sie bedient nur eine der 5 Sinne deines Publikums.

Daher verwenden wir neben den Rums selbst meist auch noch eine Präsentation mit Folien.

Es gibt aber eine Möglichkeit deine Stimme effektiver einzusetzen, als du dies im Alltag tust:

  • Variiere die Geschwindigkeit.
  • Hebe Aspekte des Tastings hervor, in dem du Kunstpausen einbaust und laut und leiser wirst.

 

Setzt du diese Punkte während deines Rum-Seminars um, dann hast du gute Chancen, dass deine Gäste kein Geld für eine Präsentation ausgegeben haben, sondern für ein Erlebnis.

Dann scheint es als wärst du…hmm..nun ja…authentisch.