Bestellst du einen Mint Julep, dann siehst du ihn bereits aus der Ferne auf dich zukommen. Neben all den Gläsern auf dem Tablett springt dir der silberne Becher und das Grün der Minze ins Auge.

Meine erste Variante des Mint Julep, die ich in einer Bar bestellte, war…nun ja…in Ordnung. Als Spirituose enthielt dieser einen torfigen Single Malt Scotch, der dann mit Zucker und Minze verfeinert wurde.

Die Zutaten harmonierten jedoch nicht. Der Scotch war gut, die Minze war gut, der Mint Julep war es nicht.

Was fehlte war Balance. Denn ohne diese wirkt ein Mint Julep wie ein kleiner Blumenstrauß, bei dem man das Wasser durch Alkohol getauscht hat.

Aber glaube mir, wenn ich dir sage, dass der Mint Julep einer der schwierigsten Cocktails ist.

Was dich dabei vor eine Herausforderung stellt, ist nicht seine Rezeptur; die kannst du nach 2-mal durchlesen auswendig.

Die Crux an einem Mint Julep ist es, die einzelnen Ingredienzen harmonisch miteinander zu verbinden.

Um eine brauchbare Variante und Zubereitungsart zu finden, saß ich Wochen. Mal schmeckte er nur nach Alkohol, mal nur nach Kraut und Minze.

Egal, wie viele Versuche du brauchst, einen guten Mint Julep ins Glas zu bringen, ich bezweifle, dass du so viele Fehltritte machst wie ich.

Ich war kurz davor zu glauben, dass es von diesem Cocktail keine Version gibt, die tatsächlich schmeckt; oder ich einfach nur unfähig wäre, diese zu kreieren.

Ich war kurz davor, den Mint Julep in eine Schublade an Drinks zu stecken, die man aus historischen Gründen, nicht aus geschmacklichen trinkt.

Am Ende fand ich jedoch 2 Rezepturen, die mich vom Gegenteil überzeugten. Diese beiden Varianten bringen nicht nur Balance in einen Mint Julep, sie versorgen ihn auch mit Komplexität.

Heute möchte ich dir daher zeigen, wie du einen Mint Julep zubereitest, der das Potential zum Gästemagnet hat. Du bekommst eine Abkürzung, um einen Klassiker der Cocktailwelt perfekt zuzubereiten. Ohne all die Fehler, die mir unterliefen.

Ok, fangen wir an.

 

mint julep

 

Diese 2 Mint Julep Rezepturen solltest du probieren

 

Per definitionem sind Cocktails der Julep-Gruppe Dreiteiler, bestehend aus Spirituose, Zucker und Minze.

Dies mag zunächst nach wenig Spielraum klingen. Aber glaub mir, davon hast du in einem Mint Julep viel.

 

Variante #1:

 

  • 4,5 cl Cognac V.S.O.P.
  • 1,5 cl Straight Rye Whiskey
  • 2 cl Zuckersirup (2:1)
  • 2 Dashes Orange Bitters
  • 6 Minze Blätter

 

Um diese Variante des Mint Julep zuzubereiten, gibst du zunächst die Minzeblätter mit dem Zuckersirup in einen Julep-Becher oder einen großen Tumbler.

Falls du den Zuckersirup selbst herstellen möchtest und du durch verschiedene Zucker-Arten das ein oder andere Aroma mehr hineinbringen möchtest, habe ich hier die passende Anleitung für dich geschrieben:

Zuckersirup selbst herstellen

Drücke anschließend mit einem Muddler die Minze mehrfach an, um die ätherischen Öle auszupressen. Achte allerdings darauf, dass du die Blätter nicht zerreisst. Denn in diesem Fall bekommst du nicht nur die Moleküle, die du in deinem Drink möchtest, sondern auch Bitterstoffe.

Nichts killt deinen Mint Julep besser als ein Haufen Bitterstoffe aus der Minze.

Nachdem du die Minzaromen herausgedrückt hast – rieche einmal daran – gibst du Cognac, Rye Whiskey und Bitters hinzu. Verrühre die Zutaten mehrmals.

Gib nun eine Schaufel Crushed Ice hinzu und rühre ca. 15 Sekunden, mindestens jedoch so lange, bis die Außenseite des Bechers beschlägt. Danach füllst du den Becher bzw. das Glas mit Crushed Ice so auf, dass ein kleiner Haufen über den Glasrand ragt.

Garniere den Mint Julep mit Minzeblättern und Orangenzeste.

 

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Variante #2:

 

  • 4 Cognac V.S.O.P.
  • 1,5 cl Pfirsichlikör
  • 10 Blätter Minze
  • 2 Dashes Jamaika Rum (gereift)

 

Bei diesem Twist eines Mint Julep ersetzt du den Zuckersirup durch eine andere Süßungsquelle: Pfirsichlikör. Dies verleiht ihm eine zusätzliche Aroma-Quelle.

Gib zunächst Minze und Likör in den Julep-Becher bzw. großen Tumbler und drücke die Minze mit dem Muddler mehrfach kräftig an. Achte aber auch hier wieder darauf, dass du die Minze nicht zerreißt.

Sobald der Pfirsichlikör eine deutliche Minze-Note angenommen hat, gibst du den Cognac hinzu und verrührst mehrmals.

Anschließend Crushed Ice hinzugeben und weitere 15 Sekunden verrühren, mindestens aber so lange, bis die Außenseite des Bechers beschlägt. Nun füllst du den Becher erneut mit Crushed Ice auf, sodass ein kleiner Haufen aus dem Glas herausschaut.

Träufle etwas Jamaica Rum über diesen und dekoriere mit wenigen Minzeblätter.

 

Welche Minze eignet sich für einen Mint Julep?

 

minze-arten

 

Weißt du, was das Schwierige an einem Cocktail mit nur wenigen Zutaten ist?

Dass du nur wenige Zutaten brauchst.

So banal dieser Satz klingt, ich denke, du gibst mir Recht, sobald du einen Mint Julep oder Martini Dry zubereitest.

Denn je weniger Zutaten eine Rezeptur verlangt, desto mehr sticht jede einzelne hervor. Leistest du dir also bei nur einer einen faux pas, war es das. Der Cocktail ist hinüber.

Vor allem bei frischen Zutaten wie Kräutern oder Früchten ist es daher wichtig, dass du deren sensorische Eigenschaften kennst.

Aus diesem Grund möchte ich dir eine Hand voll Minze-Arten zeigen, die hervorragend in einem Mint Julep funktionieren. Zwischen diesen kannst du wechseln und so deinem Drink – je nach Pflanze – in eine etwas andere aromatische Richtung lenken.

Um dir die Suche nicht unnötig zu erschweren, habe ich mich bei der Auswahl auf Minze-Arten beschränkt, die du hierzulande ohne Probleme im Handel findest.

 

  • Mentha spicata: die Grüne Minze bzw. Spearmint

Ein  Großteil an Mint Juleps, die du bestellst oder selbst zubereitest, basiert auf dem Aroma von Mentha spicata. Diese Grüne Minze besitzt ein frisches, Menthol-artiges Aroma.

 

  • Mentha piperita: die Pfefferminze

Die Pfefferminze ist eine der klassischen Minzen in unserem Kulturkreis und nahverwandt mit der Grünen Minze Mentha spicata, wodurch sie sich auch in ihren aromatischen Eigenschaften ähneln. Oft wird die Pfefferminze mit dem Begriff „Minze“ synonym verwendet.

Sofern du also nicht gezielt auf eine Minze-Art zusteuerst, landet diese Sorte in deinem Mint Julep.

 

  • Mentha spicata var. crispa: Nana-Minze bzw. Marokkanische Minze

Bei uns fasst man einige Minze-Arten landläufig unter dem Begriff Nana-Minze zusammen bzw. verwendet sie gleichzeitig synonym mit Marokkanischer Minze.

Schaust du dir deren Systematik etwas genauer an, gibt es jedoch deutliche Unterschiede.

Da die bekannten Arten der Nana-Minze jedoch entweder von der Grünen Minze bzw. der Pfefferminze abstammen, eignet sich Nana-Minze generell für die Verwendung im Mint Julep.

Du solltest diese Minze allerdings probieren bzw. daran riechen, bevor du einen Mint Julep damit zubereitest. Zwar besitzt es die Minze-typische Frische, jedoch auch einen charakteristischen Geruch.

Einen Mint Julep kannst du damit das i-Tüpfelchen in Sachen Individualität verleihen. Vorausgesetzt, du möchtest das.

 

  • Mentha nemorosa: Hemingway-Minze bzw. Kuba-Minze bzw. Mojito-Minze

Ihre vielen Beinamen hat Mentha nemorosa der Tatsache zu verdanken, dass sie Gerüchten zufolge von Hemingway in Kuba angepflanzt worden sei und sein Favorit für den Mojito gewesen sein soll.

Ob dies so stimmt, weiss ich nicht. Dass diese allerdings hervorragend in Cocktails wie dem Mint Julep funktioniert allerdings schon.

Sie besitzt ein intensives Aroma, wobei der Frische-Charakter nicht derart deutlich ist wie bei der Grünen Minze.

 

Es gibt aber auch einige Minze-Arten, die du von deinem Mint Julep fernhalten solltest. Deren sensorischen Eigenschaften sind nicht das, wonach die Rezeptur eines guten Mint Julep verlangt.

Entweder lenken sie ihn in eine aromatisch langweilige Richtung oder der Menthol-Charakter ist kaum vorhanden.

Kaufst du also Zutaten für deinen nächsten Mint Julep ein, solltest du diese Minzen vermeiden:

Mentha villosa: die Apfelminze

Mentha aquatica: die Wasserminze

 

Wie bringe ich die Minze-Aromen am besten in den Mint Julep?

 

Als ich vor Jahren meine ersten Gehversuche in der Cocktail-Szene machte, kam ich früher oder später an einen Punkt, an dem ich Minze in der Hand hatte. Sei es für einen Mojito oder eben einen Mint Julep.

Das Problem vor dem ich damals stand, ist es eines, das jeden Cocktail-Einsteiger beschäftigt: Wie bekomme ich die Aromen aus der Minze in meinen Cocktail?

Mein erster Gedanke war, die Minze einfach in kleine Stücke zu zerreißen. Je größer die Oberfläche, desto mehr Aromen gelangen in den Mint Julep.

Dies war meine erste Überlegung; dies war eine falsche Überlegung.

Ich wette, du hast schon einmal an einem Minzeblatt gerochen und es danach auf die Zunge gelegt. In Vorfreude auf die frischen Aromen hast du es zerkaut. Was du danach allerdings schmecken konntest, war nicht die erhoffte Menthol-Frische. Stattdessen hattest du einen krautig-herben Geschmack im Mund.

Genau dies passiert auch in deinem Mint Julep, wenn du die Blätter bei der Zubereitung zerreißt. 

Es ist daher wichtig, dass du die Blätter nicht stark beschädigst oder aufreißt.

Lege sie stattdessen in dein Glas bzw. Becher und drücke sie mehrmals mit dem Muddler kräftig an. Dadurch presst du die ätherischen Öle aus der Minze, lässt aber die unangenehmen Bitterstoffe in deren Inneren.

Ich kann dich schon fast fragen hören, warum du die Minze nicht einfach in die Hand klatschen kannst. Das machen doch viele.

Das kannst du schon, aber was bringen dir die Minze-Aromen in deiner Hand, wenn sie doch im Mint Julep sein sollten.

Wenn du wirklich das Maximum an Minze-Aromen in deinem Mint Julep haben möchtest, dann lege diese in den Becher und drücke sie mit dem Muddler an. Gibst du davor sogar noch Sirup oder Alkohol hinzu, kann dieser zusätzlich die entweichenden Moleküle aufnehmen und für dich oder deinen Gast bereithalten.

 

Welchen Cognac und welchen Rye Whiskey soll ich für einen Mint Julep nehmen?

 

Bei einem Cocktail wie dem Mint Julep, der auf nur wenigen Zutaten basiert, spielt die Qualität eine wichtige Rolle.

Denn sind wir doch mal ehrlich. Auch wenn wir die Minze sträucherweise im Mint Julep verarbeiten, ist sie dennoch nur ein Werkzeug, um die Spirituose zu verfeinern. 

Daher dankt es dir dein Gast, wenn du bereits bei der Basis-Spirituose Wert auf Qualität legst.

Ich möchte dir daher im Folgenden ein paar Vorschläge machen, mit denen du einen hervorragenden Mint Julep kreieren kannst.

Bei der Auswahl hatte ich neben der Qualität auch Preis sowie Verfügbarkeit beachtet:

Bereitest du lieber die Split-Base-Version des Mint Julep zu, das heißt jene, die auf 2 Basis-Spirituosen basiert, kommt noch Rye Whiskey hinzu.