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Einen Tequila wie den AsomBroso El Carbonzado auf den deutschen Markt zu bringen, ist kein leichtes Unterfangen. Im Gegenteil. Während „Single Malt“ der Inbegriff an High End ist und Rum ihm allmählich an den Fersen hängt, denkt kaum ein Mensch an den Agavenbrand aus Mexiko.

Vergleichst du auf Google die Entwicklung der Suchanfragen zu den beiden Schlagwörtern „Whisky“ und „Tequila“, fällt dir eins auf: Der Agavenband liegt weit hinten. Abgeschlagen.

Dieser Zustand bietet für Fans hochprozentiger Genussmittel aber einen Vorteil: Sie können im Tequila-Segment Produkte finden, die sie wahrscheinlich noch nie auf dem Schirm hatten. Produkte, die ihnen Aromen liefern, die sie so noch nie in der Nase hatten.

Einer dieser Tequilas ist der AsomBroso El Carbonzado. Dieser ist seit wenigen Wochen auf dem deutschen Markt erhältlich.

Er reifte zunächst 5 Jahre in neuen französischen Eichenfässern und erhielt im Anschluss eine einjährige Nachreifung in Ex-Irish Whiskey-Fässern.

Vor einigen Tagen hatte ich die Gelegenheit den El Carbonzado zu verkosten. Einen Tequila, der sich bereits mit dem ersten Glas in meine persönliche Tequila-Bestenliste geschossen hat.

 

Degustation des AsomBroso El Carbonzado

 

Möchtest du einmal eine Spirituose im Glas haben, deren Farbe der Prototyp von „Bernstein“ ist, dann wirf einen Blick auf den AsomBroso El Carbonzado. Ich hatte wenige Destillate im Glas, bei denen dir Farbbenennung derart einfach war wie bei diesem.

Anders als The Collaboration, der Prestige-Tequila aus dem Hause AsomBroso, sind 5 Jahre Fassreifung weniger und ein anderer Fasstyp optisch sofort zu erkennen.

Optisch und olfaktorisch.

Denn was dir der AsomBroso El Carbonzado um die Nase haut, ist sagenhaft. Meiner Meinung nach sogar noch einen Ticken besser als beim The Collaboration.

Die Front an Aromen bildet eine Melange aus Rooibos, Vanille und getrockneten Orangenschalen. Bereits dieses dreier Gespann ist derart gut aufeinander abgestimmt, dass ich bei der Verkostung für einen kurzen Moment vergaß, nach weiteren Noten zu suchen.

Machst du dir allerdings die Mühe diese ersten Aromen beiseite zu schieben, dann erwarten dich ein leichter Rosenduft, Nuancen von Erdbeere und charakteristische, erdige Agaven-Noten.

AsomBroso schafft es meiner Ansicht nach beim El Carbonzado aus verschiedenen Nuancen ein geniales Bouquet zu kreieren. Einige Aromen treten deutlich hervor, lassen aber stets Raum für andere Nuancen.

Hinzukommt, dass der Alkohol zu keiner Zeit stört. Im Gegenteil. Das Bouquet wirkt weich, egal ob du ortho- oder retronasal verkostest.

Exakt dieselbe Linie wie er sie dir in der Nase präsentierte, fährt er auch im Mund. Vanille und Rooibos dominieren zusammen mit charakteristischen Agaven-Noten.

Allerdings hat er hier seine Achillesferse. Denn das Bouquet in der Nase setzte in Sachen Komplexität und Raffinesse die Messlatte derart hoch, dass die Aromen im Mund um ein paar Nuancen nicht mithalten können.

Verstehe mich nicht falsch. Die Aromen im Mund sind ein Knaller, stehen jedoch im Schatten des nahezu perfekten Bouquets.

Passend jedoch zum Eindruck im Mund liegt der AsomBroso El Carbonzado samtweich und mit leichtem Körper auf deiner Zunge.

Im Nachklang setzt sich schließlich Rooibos gegenüber den anderen Aromen durch. Langanhaltend haftet dieses an deinem Gaumen und sorgt noch Minuten später dafür, dass du dich an diesen Tequila erinnerst.

 

 

AsomBroso El Carbonzado - 40 %Vol. - 230 €/0,7l

9.5

Bouquet

9.8/10

Geschmack

9.2/10

Mundgefühl

9.4/10

Nachklang

9.7/10

Positiv

  • Seltene Aromen
  • Komplexes Bouquet
  • Bouquet besitzt trotz vieler Aromen gute Balance