Eine Ankündigung über einen neuen Gin löst mittlerweile so viel Jubel aus, wie einem Wachhund mit kurzem Stöckchen ins Auge zu piksen.

Dies liegt zum einen an der gigantischen Zahl an verfügbaren Gins, aber auch an der Tatsache, dass sich darunter einige Blindgänger befinden.

Wenn du schon eine Weile in der Gin-Szene unterwegs bist, gibst du mir vielleicht recht. Die Unterscheidung zwischen High End- und Low Budget-Tropfen ist mittlerweile wirklich schwierig.

Aus diesem Grund hatte ich der Email, die ich vor einigen Monaten erhielt, zunächst nicht viel Beachtung geschenkt.

Einer Fehler. Ein böser Fehler.

Darin wurde ein neuer Gin vorgestellt, die Geschichte dahinter klang authentisch. Aber tun das nicht viele in Zeiten, bei denen Marketing-Agenturen die „Gin-Produktion“ übernehmen?

Restlos warf ich allerdings mein Vorurteil über Bord als ich diesen Gin, den Fieldfare Dry, das erste Mal im Glas hatte. Seit langem mal wieder eine richtige Bombe im Glas.

Nun kündigte das Familienunternehmen hinter der Marke Fieldfare ihren neuesten Spross an: Fieldfare Sloe Gin.

Nachdem ich nun die Gelegenheit hatte, auch diesen zu verkosten, bin ich platt. Er ist nicht nur die ideale Ergänzung zu seinem Vorgänger, er spielt meiner Ansicht nach in einer Liga mit Monkey 47s Sloe-Version.

 

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Degustation des Fieldfare Sloe Gin

 

Ich muss gestehen, ich finde es schwierig, Sloe Gin nach seiner Farbe in Kategorien einzuteilen. Bei fassgelagerten Spirituosen ist dies deutlich leichter, lässt sich deren Äußeres immerhin in mindestens 16 Stufen einteilen.

Aber bei Sloe Gin?

Die vergangenen Jahre habe ich die Erfahrung gemacht, dass hochwertige Tropfen dieses Genres eine Gemeinsamkeit haben: rubinrote Farbe, trübes Aussehen.

So wie der Fieldfare Sloe Gin.

Du braucht diesen nicht lange atmen lassen. Sobald er im Glas hast, kannst du dieses zu deine Nase führen.

Um das Maximum seines Bouquets zu entdecken, solltest du jedoch deinen Mund geschlossen halten. Seine 29 %Vol. sind schwach genug, dass die Luft zwischen Nase und Mund nicht zirkulieren muss.

Schwenke das Glas langsam von einem zum anderen Nasenloch.

Hältst du deine Nase über das Glas, sprüht er dir eine Armee an Düften entgegen. Dies hat mich schier umgehauen, da ich in den vergangenen Monaten keinen Gin verkostete, der in dieser Liga spielte.

Der Fieldfare Sloe Gin beginnt sein Bouquet mit Wacholder und herb-süßen Schlehenaromen. Schwenkst du das Glas unter deiner Nase folgen Kardamom, Trockenpflaume und Marsala.

Allein diese beiden Schichten an Aromen machen den Fieldfare Sloe Gin zu einem Spielplatz für deine Nase. Hinzukommt anschließend aber noch Früchtetee und Pfeffer.

Nimmst du dann denn ersten Schluck, macht er eine 180 Grad-Wendung. Die Aromen rücken in den Hintergrund und das Mundgefühl betritt die Bühne.

Das ist die große Stärke des Fieldfare Sloe Gins im Mund. Seine Balance zwischen süßem und saurem Geschmack hat aus meiner Sicht das Potential zur Blaupause für viele Cocktails.

Er wirkt ölig und spritzig zugleich, hat dadurch einen mittelschweren Körper.

Aber auch wenn Mundgefühl und Textur die markantesten Eigenschaften sind, die dir der Fieldfare Sloe Gin im Mund präsentiert, warten auch einige Aromen auf dich.

Trockenpflaume und Wacholder, Koriandersamen und Korianderblätter.

Am Ende verabschiedet er sich von deinem Gaumen mit einem herb-süßen Nachklang. Die Schlehe drückt er dir förmlich nochmal entgegen und so bleiben neben dieser Nuancen von Nuss, Trockenpflaume und Wacholder zurück.

 

 

Fieldfare Sloe Gin - 29%Vol. - 28,50 €/0,5l

9.7

Bouquet

9.8/10

Geschmack

9.6/10

Mundgefühl

9.8/10

Nachklang

9.6/10

Positiv

  • Hohe Komplexität in der Nase
  • Süß-Sauer-Verhältnis perfekt
  • Gin-Aromen deutlich
  • Für Sloe Gin selten Aromen