Ich stand vor dem Regal mit Dutzenden von Whisky-Sorten, hielt die Flasche in der Hand. Ich schwenkte sie und schüttelte den Kopf, da ich keine Ahnung hatte, was all diese Begriffe auf dem Label bedeuten sollen.

Bis dato hatte ich viel positives über Scotch, Bourbon und andere Whisky-Sorten gehört, so dass ich beschloss selbst in das Thema einzusteigen.

Aber wie?

 

whisky sorte

Abb.: Single Malt Whisky mit 13-jähriger Fassreifung

 

Ich hatte keinen blassen Dunst, was gut ist, was schlecht ist, geschweige denn, was ich mit der Flasche mache, sobald ich sie geöffnet habe.

Vielleicht befindest du dich in einer ähnlichen Situation und erinnerst dich daran, dass dein Einstieg ins Whisky-Hobby bei dir ähnlich war.

Aber glaube mir, egal wie ungeschickt du dich beim Einstieg in die verschiedenen Whisky-Sorten anstellst, niemand machte so peinliche Fehler wie ich.

Zumindest kenne ich niemanden.

Lass mich dir kurz demonstrieren, was ich meine.

Ich wette du hast bereits von der Whisky-Kategorie „Single Malt“ gehört. Als ich das erste Mal einen Tropfen dieser Sorte in der Hand hielt – es war ein Glenfiddich – dachte ich „Single“ steht dafür, dass es diese Flasche nur einmal gibt.

Siehst du, egal wie niedrig dein Wissen über Whisky-Sorten ist, es gibt mindestens einen, der von weiter unten in die Materie einsteigt.

Und selbst wenn man von ganz unten startet, kann man am Ende noch sein eigenes Whisky-Buch veröffentlichen. ;)

Die einzelnen Whisky-Sorten zu verstehen und Unterschiede zu erkennen, ist kein Hexenwerk.

Im Gegenteil. Kennst du die Eigenschaften von Bourbon, Single Malt oder Rye Whiskey kannst du gezielter Whisky einkaufen und bekommst mehr Tropfen, die deinen Geschmack treffen.

Aus diesem Grund habe ich zahlreiche Literatur, Internetseiten und Fachgespräche geführt und durchgestöbert, um dir den größten und umfassendsten Leitfaden zu den verschiedenen Whisky-Sorten zu präsentieren.

 

 

Um gute Tropfen zu entdecken, solltest du diese 6 Whisky-Sorten kennen

 

Nehmen wir uns einmal die bekanntesten Whisky-Nationen vor. Fasst du all deren Whisky-Sorten in einer Tabelle zusammen, kommst du auf über 20 Kategorien.

Ich kann dich schon fast fragen hören, ob du die als Whisky-Fan alle kennen musst.

Nein, musst du nicht.

Ich kenne keinen Whisky-Experten, der die Eigenschaften jeder einzelnen Whisky-Sorte aufzählen kann. Die meisten von ihnen kennen aber die Grobgliederung und Details der bekanntesten Whisky-Genres.

Um dir den Weg zu diesem Fachwissen möglichst einfach zu gestalten, möchte ich mit dir zunächst die Grundkategorien durchgehen.

Diese liefern dir bereits einiges an Informationen und helfen dir, dich im Wust eines Whisky-Regals zu orientieren.

 

Basis-Whisky-Sorte #1: Scotch Whisky

 

Am besten wir beginnen mit Scotch Whisky. Denn diese Kategorie macht in unseren Breiten den meisten Umsatz, hat die größte Fan-Gemeinde und liefert dir dir größte Auswahl.

Kurzum: Dies ist die Whisky-Sorte, mit der du am häufigsten in Kontakt kommen wirst.

Wie der Name bereits andeutet, stammt Scotch Whisky aus Schottland. Und nur von dort. Denn laut den Scotch Whisky Regulations, die in den meisten Ländern der Erde anerkannt werden, darf „Scotch“ nur in Schottland hergestellt werden.

Neben dem Herstellungsort müssen Destillerien allerdings noch den ein oder anderen Punkt beachten, wenn sie Whisky dieser Kategorie herstellen möchten.

 

 

Schottische Whisky Sorte

 

Neben diesen Regularien gibt es noch die Farbstoffzugabe. Scotch Whisky-Hersteller dürfen zwar Farbstoff in Form von E150a ihrem Whisky zugeben. Sie müssen dies allerdings kenntlich machen, wenn es Importvorschriften wie jene nach Deutschland vorgeben.

 

Whisky aus Schottland und Indien, Kanada und Japan schreibt man ohne „e“, Whiskey aus Irland und Amerika hingegen mit „e“.

 

Basis-Whisky-Sorte #2: Amerikanischer Whiskey

 

Wenn du einem Laien die Unterschiede zwischen Scotch und American Whiskey beschreibst, könnte dieser fragen: Ist das nicht dasselbe?

Und wenn du es dir genau überlegst, ist diese Frage nicht dumm. Denn die wichtigsten Parameter beider Whisky-Sorten stimmen überein.

Sie basieren beide auf Getreide, müssen destilliert werden, kommen in Eichenfässer etc.

Dass du bei einem Tasting dann aber völlig andere Destillate vor dir hast, liegt an den Details der Herstellung. 

Um dies besser nachzuvollziehen, wirf mal einen Blick auf folgende Infografik:

 

 

Amerikanische Whisky Sorte

 

Ein weiterer Unterschied zu Scotch Whisky ist der Alkoholgehalt bei Fassbefüllung.

Für Scotch Whisky gibt es hierfür keine Vorgaben, aufgrund der Qualität füllen Destillerien ihren Feinbrand jedoch meist mit einem Gehalt zwischen 55 und 70 %Vol. ins Fass.

Bei American Whiskey ist es jedoch gesetzlich geregelt, dass Destillerien einen Alkoholgehalt von 62,5 %Vol. bei der Fassbefüllung nicht überschreiten dürfen. Egal wie hoch der Gehalt nach der Destillation war.

 

Basis-Whisky-Sorte #3: Irischer Whiskey

 

Wirfst du einen Blick auf irischen Whiskey, fällt dir vielleicht auf, dass es einige Parallelen zu Scotch Whisky gibt. Beide Whisky-Sorten ähneln sich, allerdings nur dann, wenn du die Basis-Kategorien betrachtest.

Je mehr wir uns in die Subgenres vertiefen, desto größer werden die Unterschiede.

Bevor wir allerdings in diese eintauchen, lass mich dir kurz die 6 wichtigsten Eckdaten für Irish Whiskey zeigen:

 

  1. Herstellungsort: Irland
  2. Rohstoff: Getreide
  3. Destillationsmaximum: 94,8 %Vol.
  4. Mindestalkoholgehalt: 40 %Vol.
  5. Mindestreifungsdauer: 3 Jahre
  6. Reifung in Holzfässern mit Höchstvolumen von 700 Litern

 

Entdecke noch mehr Aromen in deinem Whisky


Um möglichst viele Aromen in deinem Whiskey zu entdecken, ist es entscheidend, dass du die Herstellungsschritte von Whiskey verstehst.

Aus diesem Grund haben wir einen Leitfaden für dich zusammengestellt, der dir hilft, auf schnelle und einfache Weise die Whisky-Produktion nachzuvollziehen.

Lade dir den Whisky-Leitfaden hier kostenfrei runter.


 

Basis-Whisky-Sorte #4 & #5: Kanadischer Whisky & Japanischer Whisky

 

Vielleicht fragst du dich gerade, warum ich kanadischen und japanischen Whisky nicht separat beschreibe. Sie schmecken nicht nur völlig anders, sondern kommen auch noch von weit entfernten Ländern.

Damit hast du ohne Zweifel recht.

Allerdings orientieren sich diese beiden Whisky-Sorten derart stark an den Regularien für Scotch Whisky, dass eine eigene Auflistung nicht nötig erscheint.

Die Unterschiede – die durchaus gravierend sein können – erkennst du dann erst, wenn du dir die Unterkategorien anschaust.

Wobei ich dir an dieser Stelle noch 2 Unterschiede zeigen möchte, von denen du wahrscheinlich noch nichts gehört hast.

Im Unterschied zu Scotch dürfen Canadian Whisky-Hersteller ihre Produkte mit Aromastoffen und Neutralalkohol verändern.

Japan hingegen bezieht einen Teil ihrer Whiskys aus dem Ausland. Meist handelt es sich dabei um „Füllmaterial“ für ihre Blended Whisky-Fraktion.

Allerdings solltest du an dieser Stelle nicht denken, dass dies minderwertig wäre. Im Gegenteil. Teilweise beziehen sie ihren Whisky aus namhaften Brennereien Schottlands.

 

 


 

Basis-Whisky-Sorte #6: Indischer Whisky

 

Indischer Whisky zählt zu den den Sorten, die wir hierzulande kaum auf dem Schirm haben.

Aber jetzt kommt’s: Es ist der meistgetrunkene Whisky der Welt.

Dies liegt einfach daran, dass Indien über 1,3 Milliarden Einwohner hat. Du kannst dir sicher vorstellen, dass wir hier in Europa nur wenig „Durst“ im Vergleich zu jenem asiatischen Staat haben.

Den indischen Whisky-Markt kannst du dir wie einen eigenen Kosmos vorstellen.

Aufgrund der hohen Einfuhrzölle auf Produkte wie Spirituosen, kommt nur wenig Whisky aus dem Ausland. Aufgrund der indischen Herstellungsvorschriften kommt hingegen nur wenig Whisky aus Indien nach Europa.

Denn jene Destillerien definieren den Begriff „Whisky“ anders als wir. Aus diesem Grund kannst du die dortigen Destillate in folgende Whisky-Sorten einteilen:

 

  • Economy
  • Regular
  • Prestige
  • Premium
  • Single Malt

 

6 Schottische Whisky-Sorten: Diese Auswahl steht dir zur Verfügung

 

Single Malt Whisky

 

Whiskys aus gemälzter Gerste, die in Pot Still-Brennblasen destilliert wurden und aus nur einer Brennerei stammen.

 

Unterhältst du dich mit Whisky-Enthusiasten über Scotch Whisky, ist meist von Single Malts die Rede. Diese Whisky-Sorte wird von vielen Fans als die Königsklasse im Bereich „Whisky“ und von manchen sogar im Bereich „Spirituosen“ betrachtet.

Diesen hervorragenden Ruf verdankt Single Malt Whisky 2 Faktoren:

  • Hohe Qualität
  • Identifikationsmöglichkeit mit einzelnen Haus-Stilen und Destillerien

Zerpflückst du einmal den Begriff „Single Malt“, so geben dir beide Wörter Informationen über das Produkt: So sagt dir „Single“, dass es sich bei diesem um ein Produkt aus nur einer Destillerie handelt.

„Malt“ hingegen deutet auf den Rohstoff hin, da dieser bei jener Whisky-Sorte ausschließlich gemälzte Gerste sein darf.

 

Noch mehr Whisky: Lerne Single Malts professionell zu verkosten



 

Meist findest du im Handel Single Malts, auf deren Label eine große Zahl prangt. Hierbei handelt es sich um die Altersangabe dieses Tropfens.

Diese beginnt meist bei 10 bis 12 und endet bei biblischen Jahren von rund 40.

Entscheidet sich die Malt Destillerie ihren Whisky mit einer solchen Altersangabe zu vermarkten, dann bedeutet dies für dich als Kunden dies:

 

Das Alter auf der Flasche gibt den jüngsten enthaltenen Whisky an.

 
Da eine Malt Brennerei häufig mehrere Jahrgänge miteinander vermischt, um ein bestimmtes Produkt herzustellen, kommen folglich auch Whiskys mit unterschiedlichem Alter in die Flasche.

Das Alter auf der Flasche gibt immer das jüngste enthaltene Destillat an.

Lass es mich dir an einem Beispiel verdeutlichen.

Kaufst du dir einen Lagavulin 16 Jahre, so kann dieser Destillate verschiedenen Alters enthalten. 18, 20 gar 30. Nach oben hin ist keine Grenze gesetzt.

Nur nach unten.

Denn da „16 Jahre“ auf der Flasche steht, hat der jüngste Whisky in der Flasche eben dieses Alter.

Wichtig: Scotch-Hersteller sind nicht verpflichtet, das Alter des Whiskys auf das Label zu drucken. In diesem Fall spricht man von einem No-Age-Statement-Whisky.

 

Bekannte Single Malt Scotch Whisky-Marken:



 

In der Whisky-Sorte „Single Malt“ findest du auch – wahrscheinlich hast du schon davon gehört – jene Destillate, die ein auffallend rauchiges Bouquet besitzen.

Um dich bei der Verkostung dieses Whisky-Stils zu unterstützen und dir zu helfen, möglichst viele Aromen zu entdecken, haben wir das Whitepaper „Whisky & Torf“ kreiert. Dieses kannst du dir kostenfrei downloaden.

 

Das Whitepaper „Whisky & Torf“ kannst du dir hier kostenlos herunterladen.

 

Single Grain Scotch Whisky

 

Lass uns einmal das „Malt“ in „Single Malt“ austauschen und so eine andere Whisky-Sorte kreieren.

In diesem Fall haben wir folgende Möglichkeit. Wir ersetzen das Gerstenmalz durch einen anderen Rohstoff. 

Da wir aber nach wie vor Scotch Whisky herstellen möchten, dürfen wir uns nur bei Getreide bedienen.

Welches du dabei nimmst, spielt keine Rolle. Das Produkt wird ein „Single Grain Whisky“. Ein Tropfen, der aus nur einer Brennerei stammt, aber aus anderem Getreide als Gerstenmalz entsteht.

Selbst Mischungen verschiedener Sorten ist dabei möglich.

Wichtig: Seit 2009 muss auch Grain Whisky einen Anteil an gemälzter Gerste enthalten.

Frag einmal in einem Whisky-Tasting in die Runde. Selbst langjährigen Fans ist dies häufig nicht bewusst.

Sind wir aber mal ehrlich. Single Grain Whiskys sind Exoten. Es ist eine unter vielen Whisky-Sorten, die neben den Großen des Genres mitschwimmen.

Der Markt hierfür ist unglaublich klein. Allerdings kannst du hier wahre Perlen entdecken. Perlen, die dir Aromen liefern, die du vielleicht noch nicht kanntest.

Falls du dich näher mit Grain Whiskys beschäftigen möchtest, habe ich hier einen 4-Punkte-Leitfaden für dich geschrieben: 

Was du über Grain Whisky wissen solltest: Eine 4-Punkte-Übersicht

 

scotch whisky

Abb.: Verschiedene Scotch Whiskys im Rückbuffet einer Bar 

 

Single Cask Scotch Whisky

 

Ziehen wir einmal den Rohstoff aus dem Namen der Whisky-Sorte und ersetzen ihn durch den Begriff „Cask“.

Übersetzt du diesen ins deutsche „Fass“, wird dir vermutlich schnell klar, was dich in der Flasche erwartet.

In diesem Fall bekommst du einen Scotch Whisky, der aus nur einem Fass stammt. Das „Single“ bezieht sich in diesem Fall nicht nur auf die Destillerie, sondern auch darauf, dass dieser Whisky nicht aus einer Melange verschiedener Whisky-Fässer besteht.

Single Cask Whiskys zählen zu den Whisky-Sorten, für die viele Enthusiasten ihr letztes Hemd geben würden. Für sie gelten diese Malts als unverfälscht, natürlich und wertvoll genug Hunderte Euros dafür auszugeben.

Dies liegt unter anderem auch daran, dass diese Whisky-Sorte begrenzt ist. Immer.

Denn eine Destillerie kann Bouquet und Textur, die ein bestimmtes Fass lieferte, nicht eins zu eins wiederholen. Verschiedene Single Casks – auch wenn sie noch so identisch erscheinen – unterscheiden sich immer in Nuancen.

Aufgrund dessen bringen Destillerien Single Casks meist ausschließlich in limitierter Stückzahl auf den Markt.

 

Blended Scotch Whisky

 

Um die Bedeutung dieser Whisky-Sorte zu verstehen, lass uns einen Blick in eine andere Industrie werfen.

Kaufst du dir einen VW Golf, bekommst du ein solides Fahrzeug. Eines, auf das auch Hunderttausende von anderen Personen schwören. Es bringt dich sicher und recht komfortabel von Ort A nach Ort B.

Ein Oldtimer oder anderer PKW mit Exklusivität und seltenen Eigenschaften kann dies auch. In diesem Fall hat der Besitzer aber mehr Freude am Fahren, mach den Weg zum Ziel.

Und dennoch: Ein Oldtimer ist eine Seltenheit, ein Golf Teil einer Masse.

Ähnlich ist es bei Blended Scotch Whiskys.

Sie bilden die Masse, sie sind die dominierende Sorte im Whisky-Segment.

Das verliert man als Single Malt-Connaisseur schnell mal aus den Augen.

 

Die Blended-Kategorie macht 90 bis 92 Prozent des Scotch Whisky-Marktes aus.

 

Wie das Alkoblog im Interview mit Master Blender Richard Paterson herausfand, macht die Blended-Kategorie 90 bis 92 Prozent des Scotch Whisky-Marktes aus.

Dies ist unterem anderen dadurch möglich, da Blended Whiskys aus einer Melange aus Malt- und Grain Whisky bestehen.

Erstere basieren auf gemälzter Gerste und durchlaufen Pot Still-Destillationen, zweitere auf unterschiedlichen Getreide-Sorten und Column Still-Destillation.

Ich kann dich schon fast fragen hören, warum diese beiden Whisky-Sorten unbedingt 2 verschiedene Destillationsarten brauchen.

Um dir die Bedeutung der Destillation für deinen Whisky zu verdeutlichen, habe ich 2 Artikel für dich geschrieben.

 

Mehr zum Thema Whisky-Destillation



 

Ein Blended Whisky kann aus bis zu 40 einzelnen Destillaten bestehen, wobei diese auch aus ebenso vielen Destillerien stammen können.

Den Löwenanteil an Aromen liefert dabei der Malt-Anteil, Grain hat hingegen meist die Aufgabe des Füllmaterials.

Verstehe mich aber nicht falsch. Ich möchte an dieser Stelle keine Whisky-Sorte abwerten oder eine andere aufwerten. Blends können, auch wenn sie günstiger und schneller produziert werden, durchaus ein Genuss sein.

Die Qualität eines Blended Whiskys hängt vor allem davon ab, welche Malts und Grains verwendet wurden und wie der Master Blender, diese miteinander verschneidet.

 

Bekannte Blended Scotch Whisky-Marken:


  • Johnnie Walker
  • Chivas Regal
  • Ballantine’s
  • Dewar’s
  • J & B

 

Blended Malt Scotch Whisky

 

Wenn du die vorherigen Whisky-Sorten des Scotch-Segments durchgelesen hast, dann dürfte sich dir diese Kategorie schnell erschließen.

Bei Blended Malt Scotch handelt es sich um Whisky, der ausschließlich aus Malt-Destillaten besteht. Diese stammen jedoch nicht ausschließlich aus einer einzelnen Destillerie.

Möchtest du aus dieser Kategorie ein paar interessante Marken probieren, dann halte einmal Ausschau nach Scallywag oder Big Peat.

 

Blended Grain Scotch Whisky

 

Ähnlich wie bei Blended Malt Scotch Whisky handelt es sich bei dieser Whisky-Sorte um ein Destillat, an dem mehrere Destillerien beteiligt waren.

Daher der Zusatz „Blended“.

Anders als beim Malt-Kollegen kommen hier allerdings nur Grain-Whiskys zum Einsatz.

Da es sich hierbei eher um ein Kuriosum der Scotch-Szene handelt, wirst du im Handel auch nicht viele Produkte dieser Kategorie finden.

Möchtest du diese dennoch einmal probieren, dann wirf mal ein Blick auf das Angebot des unabhängigen Whisky-Abfüllers Compass Box.

 

Bonus: Diese Whisky-Sorte wirst du im Handel nicht finden

 

Wir haben in diesem Artikel bisher einige Whisky-Sorten besprochen.

Wir hatten „Singles“, also Whiskys aus nur einer Brennerei, wir hatten „Blends“, das heißt eine Mischung aus Grain und Malt Whisky verschiedener Destillerien.

Was aber, wenn es eine Destillerie gäbe, die auf ihrem Gelände sowohl Grain als auch Malt Whisky produziert?

Wie würdest du diese Whisky-Sorte benennen?

Eine logische Schlussfolgerung aus allen bekannten Kategorien wäre: Single Blended Scotch Whisky.

 

Theoretisch wäre ein Single Blended Scotch Whisky möglich.

 

Genau einen solchen Whisky wollte die Brennerei Loch Lomond vor einigen Jahren veröffentlichen, denn auf deren Campus stellen sie beide Whisky-Sorten her.

Durften sie nicht.

„Single Blended Scotch Whisky“ wurde von der Scotch Whisky Association, dem Interessenverband der schottischen Whisky-Industrie, als Kategorie-Bezeichnung abgelehnt.

 

9 Amerikanische Whiskey-Sorten, die du probieren solltest

 

Ich fand ihn so widerlich.

Dieser Bourbon mit Cola aus der Dosa war einfach das widerlichste, was ich je im Mund hatte.

Dies war in meiner Teenagerzeit mein erster Kontakt zu Whiskey….und für lange Zeit auch mein letzter. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, wie das jemand aus Genussgründen trinkt.

Das eigentlich dramatische war allerdings nicht das Getränk an sich, sondern meine Vorstellung, dass dies „Whiskey“ sei.

Denn auch wenn nach wie vor Massen an amerikanischen Whiskey zusammen mit Cola in Dosen fließen, kann ich dir eines versichern:

Unter den Whiskey-Sorten der Vereinigten Staaten wirst du wahre Perlen finden.

Ich möchte dir daher im Folgenden jene Kategorien zeigen, in denen du dich bedienen und welche du eher meiden solltest.

 

Hole dir deinen Bourbon Whiskey-Leitfaden. Kostenfrei


Ich liebe Straight Bourbon Whiskey. Aus diesem Grund werde ich nicht müde, dir zu zeigen, wie du den größtmöglichen Genuss aus dieser genialen Spirituose holen kannst.

Aus diesem Grund habe ich den Leitfaden „Bourbon Whiskey“ für dich kreiert.

Das Bourbon-Whitepaper kannst du hier kostenfrei downloaden.


 

 

woodford reserve

Abb.: Woodford Reserve ist eine der bekanntesten US-Whiskey-Marken

 

Bourbon

 

Spricht jemand von amerikanischem Whiskey, meint er meist „Bourbon“. Häufig werden beide Begriffe als Synonyme verwendet.

Allerdings ist dies in etwa so, wie wenn du „Pflanze“ sagst, aber „Baum“ meinst. Das ist zwar nicht falsch, aber so unpräzise, dass die Bezeichnung deinem Gegenüber nicht viel sagt.

Dies merkt er spätestens dann, wenn nach einem Sturm eine „Pflanze“ auf seinem Auto liegt.

Ähnlich ist es bei Bourbon und amerikanischem Whiskey.

Aus diesem Grund möchte ich dir kurz die wichtigsten Eigenschaften von Bourbon zeigen und erklären, warum dieser Tropfen – sofern du die richtige Auswahl triffst – eine wahre Perle des Genusses ist.

Bourbon muss per Verordnung folgende Eigenschaften erfüllen:

 

  • Er muss zu mindestens 51 % aus Mais hergestellt werden
  • Der Mindestalkoholgehalt liegt bei 40 %Vol.
  • Es muss in den USA hergestellt worden sein (meist im Bundesstaat Kentucky)
  • Er muss mindestens 1 Tag im Eichenfass reifen

 

Ich kann dich schon fast fragen hören: „Was, nur 1 Tag ins Fass? War da nicht irgendwas mit 2 Jahren…?“

Richtig.

Das trifft aber nur zu, wenn Bourbon den Zusatz „Straight“ bekommt.

 

Straight Whiskey

 

Whiskeys dieser Sorte müssen mindestens 2 Jahre in neuen, ausgebrannten Eichenfässern reifen. Üblicherweise bleiben sie dort aber länger.

Dies erkennst du daran, dass die wenigsten Straight Bourbons eine Altersangabe tragen.

Dies müssen sie auch nicht, sobald der Whiskey 4 Jahre oder älter ist. Verbrachte er hingegen nur zwischen 2 und 4 Jahren im Fass, muss dieses Alter bei einem Straight Bourbon angegeben werden.

Um dir zu zeigen, warum ein Straight Bourbon in der Liga an High End-Whiskeys ganz oben mitspielt, habe ich folgenden Artikel für dich geschrieben:

Ist Bourbon wirklich schlechter als andere Whiskeys?

Wichtig ist auch noch, dass du weißt, dass Straight-Tropfen zu jenen Whiskey-Sorten zählen, die keinen Farbstoff enthalten dürfen.

Da spielt es keine Rolle, ob es sich um Straight Bourbon oder Straight Rye handelt.

 

Straight Bourbon-Marken, die du kennen solltest:


  • Michter’s
  • Booker’s
  • Baker’s
  • Elijah Craig
  • Evan Williams

 

Rye Whiskey

 

Rye Whiskey profitierte enorm von der Bar-Renaissance seit den frühen 2000er Jahren. Da einige einflussreiche Bartender alte Rezepte auf Rye-Basis ausgruben, bekam diese Whiskey-Sorte neuen Aufschwung.

Nach wie vor ist der Anteil an Rye gemessen am gesamten US Whiskey-Segment bescheiden, aber groß genug, dass mittlerweile fast jede bekannte Bourbon-Marke mindestens eine Rye Whiskey-Qualität im Portfolio hat.

Ähnlich wie Bourbon muss auch Rye zu mindestens 51 Prozent aus seinem namensgebenden Getreide stammen. In diesem Fall Roggen.

 

Single Barrel

 

Ähnlich wie bei den schottischen Whisky-Sorten gibt es auch in den USA die Möglichkeit, dass Destillerien lediglich den Inhalt eines einzelnen Fass abfüllen.

Meist handelt es sich dabei um eine der High End-Qualitäten jener Marke. Und dies häufig in begrenzter Stückzahl.

 

Was in Schottland der Single Cask, ist in den USA der Single Barrel Whiskey.

 

Anders als die Schotten bezeichnen die Amerikaner ihre Einzelfassabfüllungen allerdings nicht als „Single Cask“, sondern als „Single Barrel“.

 

Corn

 

Corn ist eine Whiskey-Sorte, die du nur selten finden wirst. Kaum eine der namhaften Marken, hat einen solchen im Angebot.

Schlicht aus dem Grund, da er für viele mit seinen mindestens 80 Prozent Maisanteil geschmacklich zu langweilig ist. Einige kleine Unternehmen fanden in den USA hier allerdings ihre Nische und bieten heute interessante Einblicke, in diese Whiskey-Sorte.

 

Wheat

 

Man könnte meinen, dass die USA bei jedem Getreide eine eigene Kategorie einführen.

Fast.

Nach Mais und Roggen kommt nur noch Weizen (engl.: wheat)

Aber glaube mir: Einen Corn Whiskey im Handel zu finden, ist schwierig. Willst du aber einen Wheat probieren, wird dies zur Herkulesaufgabe.

Zwar verwenden viele Brennereien in ihrer Rye- oder Bourbon-Rezeptur auch Weizen, um dem Whiskey milder zu machen, aber die Vorhut bildet dieses Getreide nur selten.

 

Bottled-in-bond

 

Bottled-in-Bond war in der Vergangenheit eine Möglichkeit der Vereinigten Staaten, seinen Bürgern die Qualität eines bestimmten Bourbons zu garantieren.

…und um Steuereinnahmen zu garantieren.

Zwar wurden die Abgaben erst fällig, wenn der Whiskey auf den Markt gebracht wurde. Da das Lagerhaus allerdings verplombt wurde, ging ohne die Zustimmung des Staates nichts rein oder raus.

Heutzutage ist Bottled-in-Bond allerdings mehr ein Marketing-Begriff, der hohe Qualität des Produkts suggerieren soll.

Natürlich kannst du äußerlich nicht abschätzen, was dich im Inneren der Flasche erwartet. Die Parameter, die für einen Bottled-in-Bond jedoch erfüllt sein müssen, hören sich gut an:

 

  • Whiskey stammt aus nur einer Destillerie
  • Mindestalkoholgehalt 50 %Vol.
  • Mindestens 4 Jahre Reifung

 

Tennessee Whiskey

 

jack Daniels

Abb.: Jack Daniel’s ist die bekannte Tennessee Whiskey-Marke

 

Bleiben wir bei Marketing-Begriffen, dann kommen wir auch zu Tennessee Whiskey.

Denn sind wir einmal ehrlich: Tennessee Whiskey ist nichts anders als Straight Bourbon Whiskey.

Zwar wird die größte Tennessee Whiskey-Marke Jack Daniel’s nicht müde, das Charcoal-Mellowing-Verfahren als Unterschied hervorzuheben. Aber reicht das für eine eigene Whiskey-Sorte?

In meinen Augen nicht.

Denn bei diesem Charcoal-Mellowing– bzw. Lincoln-County-Verfahren handelt es sich um eine Filtrationsmethode. Hierbei wird der Whiskey vor der Fassbefüllung durch Kohle von Zuckerahorn gefiltert.

Nimmst du dies als Grundlage und bedenkst, dass auch andere Whiskey-Destillerien ihre Tropfen filtern – teils auch durch Kohle – dann ist ein Tennessee Whiskey schlicht ein Straight Bourbon.

Ein Straight Bourbon, der nur in Tennessee hergestellt werden darf.

 

American Blended Whiskey

 

Zum Schluss möchte ich dir noch eine Whiskey-Sorte zeigen…und dir davon abraten.

Denn American Blended Whiskey ist nicht das, was du im ersten Moment vermutest. Es hat nichts mit der Blended-Kategorie der Schotten zu tun.

Im Gegenteil.

American Blended Whiskey ist Bourbon, der mit anderem Bourbon oder Neutralkalkohol verschnitten wurde.

Da hier selbst Farb- und Aromastoffzugabe erlaubt ist, ist das für was du da Geld auf den Tisch legst, kein Whiskey mehr.