11 Jahre in neuen Fässern zu reifen, ist eine Hausnummer. Das wäre es in jeder Klimazone. Im tropischen Klima von Mexiko ist dies aber nochmal eine ganz andere Sache.

Die Gefahr besteht, dass der Tequila „überreift“, das heißt, dass der Einfluss des Holzes derart stark ist, dass er nichts mehr von Grunddestillat erkennen lässt.

Im schlechtesten Fall kommt es dann noch zu Adstringenz.

Beides ist beim Asombroso Extra Añejo Vintage nicht der Fall. Auch wenn er 11 Jahre in neuen französischen Eichenfässern reifte.

Sobald du ihn verkostest, wirst du aber merken: Das war eine wirklich knappe Geschichte.

 

DEGUSTATION DES ASOMBROSO VINTAGE EXTRA AÑEJO 11 JAHRE

 

Schenke dir 3 bis 4 Zentiliter des Asombroso Extra Añejo 11 Jahre ins Glas und halte ihn einmal vor weißen Hintergrund.

Was du dann bekommst, ist ein Destillat mit goldgelber Farbe und Tropfen, die in großer Zahl an der Glaswand nach unten sinken.

Es ist ein ansehnliches Spektakel, allerdings nichts, worauf du zu viel Zeit verwenden solltest. Denn was als nächstes auf dich wartet, ist ein Potpourri an Aromen.

Wäre ja schade, wenn wir diese wegen ein paar Tropfen warten lassen.

Bevor du das Glas unter deine Nase hältst, solltest du den Tequila zuvor 2 bis 3 mal schwenken. Gib ihm nun etwas Zeit sich zu beruhigen und führe ihn dann langsam von einem zum anderen Nasenloch.

Ich habe bei der Verkostung des Asombroso Extra Añejo 11 Jahre mit dieser Herangehensweise daher gute Erfahrung gemacht, da sonst das Agaven-Aroma untergegangen wäre.

Es ist dezent und nur schwach im Hintergrund wahrnehmbar. Die Destillerie hat mit ihrer Fasslagerung von 11 Jahren daher aus meiner Sicht das Maximum an Reifungsdauer herausgeholt.

Noch etwas länger und vom Tequila-Charakter wäre nicht mehr viel übrig geblieben.

Wäre dieser dezente Agaven-Charakter verloren gegangen, wäre dies schade, denn das Holzfass liefert dir im Fall des Asombroso Extra Añejo 11 Jahre ein Sammelsurium diverser Aromen.

Zum Glück ist er es nicht und bildet stattdessen eines von vielen aus einer ganzen Front an Aromen.

Ganz vorne mit dabei sind neben Vanille auch salziges Karamell und Erdnüsse. Von dieser würzig-süßen Schiene bricht er kurz darauf ab und macht ein Kurve hin zur Kraut- und Frucht-Fraktion.

Ananas und Banane, Roiboos und Minze.

Der Asombroso Extra Añejo 11 Jahre ist aus meiner Sicht eine Gratwanderung in Sachen Fass-Management. Ein schmaler Grat, aber einer, den die Destillerie mit Bravour meistert.

Nimmst du dann den ersten Schluck, wirst du ohne Zweifel hohe Erwartungen haben. Denn was dieser Tequila in der Nase lieferte, soll er auch im Mund wiederholen.

In Sachen Aromatik und Körper schafft er dies auch, hat jedoch hier seine Achillesferse.

Zunächst beginnt der Eindruck im Mund mit einem leichten Körper und einer dezenten Süße. Die Agave ist ähnlich zurückhaltend wie zuvor in der Nase und auch dieses Mal begleiten sie Erdnüsse und Karamell.

Allerdings fehlt es den Aromen im Mund etwas an Komplexität und Intensität. Was meiner Meinung nach auch daran liegt, dass der Alkohol etwas störend wirkt,

Aber verstehe mich bitte nicht falsch. Das ist Jammern auf hohem Niveau. Der Alkohol wirkt hier nicht wie jener bei Fusel von der Tanke; er sticht nur deswegen heraus, weil das Bouquet in der Nase eine immens hohe Messlatte setzte.

Denn bereits im Nachklang ist davon nichts mehr zu erkennen. Hier holt der Asombroso Extra Añejo 11 Jahre nochmal seine Leitaromen Agave, Vanille und salziges Karamell hervor und bleibt langanhaltend an deinem Gaumen haften.

Ein toller Tropfen, auch wenn er nicht ganz an die Perfektion des Asombroso 5 Jahre Extra Añejo heranreicht.

 

 

Asombroso Vintage 11 Jahre - 40 %Vol. - 430 €/0,7l

8.6

Bouquet

9.2/10

Geschmack

8.1/10

Mundgefühl

8.0/10

Nachklang

9.0/10

Positiv

  • Geniales Bouquet und verschiedensten Aromen
  • Aromen in der Nase gut aufeinander abgestimmt
  • Nachklang

Negativ

  • Gelegentlich alkoholische Schärfe im Mund
  • Im Mund nicht derart komplex wie in der Nase