Abb.: Der Whiskey Sour ist der bekannteste Vertreter der Cocktail-Kategorie der Sours. Durch seine Kombination von Whiskey, Säure und Süße auch einer der aromatischsten.

„Ich bereite den besten Whiskey Sour zu, den man sich vorstellen kann.“

Diese Meinung hatte ich von meiner Fähigkeit, als ich frisch von der Barschule kam.

Ich war fest davon überzeugt, dass diese Kombination aus Whiskey, Zitrone und Zucker der Prototyp eines hervorragenden Drinks ist. Das Problem war jedoch – was ich erst Jahre später erfuhr – mir fehlte die Referenz.

Wenn du bisher nur Autos gefahren bist, bei denen 100 km/h die Höchstgeschwindigkeit war, wird dir das schnell vorkommen. Sobald du aber einmal die Gelegenheit hattest 200 zu fahren und du steigst dann wieder in dein altes Auto, hast du das Gefühl du schleichst.

Ähnlich war es bei meinem Whiskey Sour. Ich war so lange davon überzeugt, dass dieser Cocktail genial ist, bis ich einen probierte, der tatsächlich genial war.

Heute weiß ich, dass ich bei meinem Whiskey Sour 3 grundlegende Fehler machte:

  • Falsche Süß-Säure-Balance
  • Ich wusste nichts von der Verwendung von Eiweiß
  • Falsche Whiskey-Menge

Da ich im Laufe der vergangenen Jahre einige Bartender kennenlernte, die bei der Zubereitung dieses Cocktails ähnliche Fehler machten, möchte ich dir heute zeigen, wie du diese vermeidest.

Mit diesem Artikel erhältst du eine Anleitung einen Whiskey Sour zuzubereiten, der dich und deine Gäste begeistern wird.

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Whiskey Sour: So bereitest du ihn perfekt zu

Einen Whiskey Sour kannst du mit oder ohne Eiweiß zubereiten. Die Version mit Eiweiß verleiht ihm jedoch ein weicheres Mundgefühl und mildert den teils herben Geschmack der Gerbstoffe im Bourbon ab.
Vorbereitungszeit2 Min.
Zubereitungszeit3 Min.
Arbeitszeit5 Min.
Portionen: 1 Person

Equipment

  • Shaker
  • Gästeglas (Tumbler)

Zutaten

  • 6 cl Straight Bourbon Whiskey (40 %Vol.)
  • 2 cl Frischer Zitronensaft
  • 2 cl Zuckersirup (1:1)

Anleitungen

  • Als erster Schritt erfolgt der "Dry Shake". Alle Zutaten ohne Eis in den Shaker. Das Eiweiß gibst du als letzte Zutat hinzu.
  • Schüttle nun 10 bis 12 Sekunden.
  • Gib anschließend 4 bis 5 mittelgroße Eiswürfel hinzu und shake erneut. 12 Sekunden. ("Wet Shake")
  • Ins Gästeglas abseihen. Dabei den Strainer falsch herum auf den Shaker legen. Der Whiskey Sour soll nicht durch die Öffnungen des Strainers fließen, sondern an der Unterseite des Shakers heraus.
  • Gib 2 Spritzer Angostura Bitters auf die Schaumkrone.
  • Garniere den Cocktail abschließend. Z.B mit einer Orangenzeste und Kirsche.

Zubereitung mit Eiweiß

Durch das Eiweiß bekommt der Cocktail eine andere Konsistenz. Er legt sich cremiger auf deine Zunge, wird milder und nimmt die Schärfe aus dem Drink.

Whiskey Sour mit Eiweiß und Schaumkrone
Abb.: Die Verwendung von Eiweiß als Zutat für einen Whiskey Sour verleiht diesem Cocktail eine ästhetische Schaumkrone und ein weiches Mundgefühl.

Um den Whiskey Sour auf diese Weise zuzubereiten, kommt zunächst der „Dry Shake“. Für diesen gibst du alle Zutaten ohne Eis in den Shaker. Das Eiweiß gibst du als letzte Zutat hinzu.

Schüttle nun 10 bis 12 Sekunden mit aller Kraft. Gib anschließend 4 bis 5 mittelgroße Eiswürfel hinzu und shake erneut. 12 Sekunden.

Nun seihst du in eine vorgekühlte Coupette ab, wobei du den Strainer falsch herum auf den Shaker legst. Denn der Whiskey Sour soll nicht durch die Öffnungen des Strainers fließen, sondern an der Unterseite des Shakers herausfließen.

Dadurch bekommt dein Cocktail eine ansehnliche Schaumkrone.

Gib 2 Spritzer Angostura Bitters auf die Schaumkrone und garniere den Cocktail nun mit einer Orangenzeste und Kirsche.

Zubereitung ohne Eiweiß

Gib Whiskey, Zucker und Saft in den Shaker zusammen mit 4 bis 5 mittelgroßen Eiswürfeln und schüttle ca. 12 Sekunden. Seihe anschließend in einen Tumbler auf Eiswürfel ab und garniere mit einer Orangenzeste.

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Achte beim Whiskey Sour unbedingt auf die Süß-Säure-Balance

Erinnerst du dich an meine Fehler, die ich dir weiter oben auflistete?

An erster Stelle erwähnte ich die Süß-Sauer-Balance. Aus gutem Grund habe ich sie als erstes genannt. Denn diese kann einen Whiskey Sour schneller zerstören als jeder andere Fehler.

Vielleicht fragst du dich jetzt, warum gerade die Süß-Säure-Balance. Warum nicht das Eiweiß oder der falsche Whiskey?

Bei beiden Punkten hättest du recht, aber wirf mal einen Blick auf folgende Grafik:

Basisformel eines Sour-Cocktails

Die Basisformel eines Sours lautet 2:1:1. An dieser Stelle darfst du allerdings nicht annehmen, dass es sich dabei um das Mengenverhältnis von Spirituose, Zucker und Saft handelt.

Nein, es ist ein aromatisches Verhältnis.

Einfach ausgedrückt bedeutet dies, dass die Spirituose – in diesem Fall der Whiskey – doppelt so stark ausgeprägt sein muss, wie die Süße und die Säure.

Diese beiden wirken in etwas gleich stark.

Ich denke, du stimmst mir zu, dass dies zu verstehen, nicht besonders schwer ist.

Aber glaube mir, es wird richtig schwer, sobald du versuchst das in die Tat umzusetzen. Egal, ob bei einem Whiskey Sour, Gin Basil Smash oder Daiquiri.

Um dir zu helfen, diese Balance in deinen Whiskey Sour zu bringen, möchte ich dir zuvor zeigen, was im schlimmsten Fall passiert, wenn du es nicht hinbekommst.

Fehler #1: Der Whiskey Sour ist zu süß

In diesem Fall hast du – logisch – zu viel Zucker in den Shaker gegeben. Dies führt zum einen dazu, dass der Cocktail enorm an Komplexität einbüßt und aromatisch flach wird.

Kurzum: Er ist unglaublich langweilig.

Fehler #2: Der Cocktail ist zu sauer

Ist dein Whiskey Sour zu sauer, kann es dafür 2 Gründe geben. Entweder warst du mit der Menge an Zitronensaft zu großzügig oder du hast den Saft vorher nicht abgeschmeckt.

Zitronen sind Naturprodukte, d.h. ihr Säuregehalt kann variieren.

In diesem Fall wäre der Drink ungenießbar.

So verwendest du frischen Zitronensaft richtig

Glaube mir, an der richtigen Süß-Säure-Balance scheitern viele. Denn auch wenn die Rezeptur eines Whiskey Sours einfach anmutet, ist es eine Crux sie gut zu beherrschen.

Du solltest den Cocktail daher vor dem Servieren abschmecken. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn du mit Ingredienzen spielst, die dir noch nicht so geläufig sind. Das heißt, wenn du statt Bourbon Whiskey-Marke A nun B oder statt Rye Whiskey-Marke C nun D nimmst; wenn du Honig statt Zuckersirup verwendest.

Jede Whiskey-Marke hat ihr eigenes Aromen- und Geschmacksprofil. Je nach Reifungsdauer verändern daher nicht nur dessen Aromen den Drink, zudem bringen sie auch unterschiedliche Mengen an Süße mit.

Selbst bei Routinezubereitungen kann es sinnvoll sein, dass du den Drink abschmeckst. Dafür sorgen Zitrusfrüchte wie Limetten oder Zitronen.

Diese Dinger wachsen unter freiem Himmel, an einem Baum. Kurzum: Es sind Naturprodukte. Je nach Wachstumsbedingungen variiert deren Säuregehalt. Mal wenig, mal drastisch. Dies ist davon abhängig wie lange die Pflanze bzw. deren Früchte in der Sonne hingen.

Je länger Sonnenstrahlen auf die Früchte einwirkten, desto geringer wird ihr Säuregehalt. Die Pflanze baut die Säure ab, baut im Gegenzug süße und aromatische Komponenten auf.

Eigenschaften von frischem Zitronensaft

So stellst du Zuckersirup für deinen Whiskey Sour selbst her

Du glaubst gar nicht, welchen Einfluss der Zucker auf die Qualität deines Whiskey Sours hat. Nicht nur ist er der Gegenpart zur Säure des Zitrussaftes, er kann deinen Drink auch mit einer Hand voll Aromen vorsorgen.

Wie?

Durch die Wahl der entsprechenden Zucker-Sorte.

Zucker-Arten für Whiskey Spur-Zubereitung

Je nach dem welchen Zucker du auswählst, hast du hieran zum Beispiel Spuren von Karamell. Dies hat zwangsläufig Einfluss auf die Aromatik deines Whiskey Sours.

In dem du hier experimentierst, hast du die Chance deinen Whiskey Sour zum Gästemagneten zu machen.

Für welche Sorte du dich letztlich aber entscheidest, wichtig ist deren Menge.

Zur Zubereitung des Whiskey Sours empfehle ich dir daher ein Verhältnis von 1:1 von Zucker zu Wasser.

Hierfür nimmst du 500 ml Wasser und 500 Gramm Zucker. Gib beides in einen kleinen Topf und erwärme auf kleiner Flamme. Verrühre, bis sich der Zucker aufgelöst hat.

Welche Whiskeys eignen sich für einen Whiskey Sour?

Grundsätzlich bist du frei, was die Auswahl deines Whiskys angeht. Du kannst dich im Irish Whiskey-, im Scotch- sogar im Japanese Whisky-Regal bedienen.

Ein klassischer Whiskey Sour basiert jedoch auf US-amerikanischen Tropfen. Aber sind wir mal ehrlich…Selbst dort haben wir eine riesige Bandbreite.

Bourbon, Straight Broubon, Rye etc

Im Folgenden möchte ich dir eine Hand voll Bourbons und Ryes vorstellen, die sich meiner Ansicht nach hervorragend als Basis-Spirituose in einem Whiskey Sour eignen.

Diese wählte ich sowohl nach Qualität als auch nach Preis-Leistungs-Verhältnis aus.

Wichtig ist jedoch, dass du auf den Alkoholgehalt achtest. Ein Bourbon mit 50 %Vol. beeinflusst einen Whiskey Sour anders als einer mit nur 40 %Vol.

Probiere daher am besten zunächst den Drink nach der obigen Rezeptur und passe ihn nach deinem Geschmack an.

Baker’s 7 Jahre Bourbon

Bakers Bourbon Whiskey

Art: Bourbon Whiskey

Alkoholgehalt: 53,5 %Vol.

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Evan Williams Black Label

Evan Williams Bourbon Whiskey

Art: Bourbon Whiskey

Alkoholgehalt: 43 %Vol.

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Knob Creek Rye

Knob Creek Rye Whiskey

Art: Rye Whiskey

Alkoholgehalt: 50 %Vol.

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Bildquelle Whisky Sour: mayatnik – Fotolia.de; Titelbild: gabrielamachlowska.com