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Abb.: Zombie Cocktail im Tiki-Mug

Ich weiß nicht mehr mehr, nach was es schmeckte. Vermutlich aber nicht gut, wenn ich mich daran erinnere, wie wir unseren ersten Zombie Cocktail tranken.

Zur Abiturzeit hatten wir eine Stammkneipe, in der wir gelegentlich einen Zombie bestellten. Deren Barkarte bot uns folgende Optionen:

  • Zombie im Glas
  • Zombie im 3-Liter-Eimer
  • Zombie im 5-Liter-Eimer

Dass die Glas-Variante herausfällt, verstand sich von selbst. Schließlich wollten wir am kommenden Montag in der Schule davon berichten.

Je nach dem ob wir also zu dritt oder viert Platz nahmen, standen 3- bzw. 5 Liter Zombie Cocktail vor uns. Der Eimer dekoriert mit viel Obst und zahlreichen Strohhalmen, hätte auf dem Ballermann eine hervorragende Figur gemacht.

Unser Verhalten als Teenager sowie die Art und Weise, wie wir diesen Drink in uns hinein sogen, spiegelte perfekt das Syndrom, unter dem der Zombie Cocktail leidet.

Seine Symptome: viel Saft und viel Alkohol. Vor allem letzteres soll dafür sorgen, dass du bereits mit wenigen Schlücken voll bis unter die Hirnrinde bist.

Ein Ruf, unter dem ein Daiquiri, ein Cosmopolitan oder ein Hemingway Special nicht leidet.

Aber weißt du, was das Kuriose daran ist?

Der Zombie ist – ebenso wie die gerade genannten – ein Cocktail, der von einer Süß-Sauer-Balance lebt. Er ist ein Drink, bei dem Rum die Basis bildet und die restlichen Zutaten dessen Bouquet und Textur unterstützen sollen.

Beachtest du dies, bekommst du nicht nur einen Cocktail, du bekommst eine Gaumenfreude.

Ich benötigte viel Zeit und Arbeit hinter der Bar, eine Ausbildung an der Barschule und zahlreiche Gespräche mit Bar-Kollegen, um dies zu verstehen.

Um dir zu helfen, dies zu erreichen, möchte ich dir im folgenden eine Hand voll Rezepturen zeigen und dir erläutern, worauf du bei der Zubereitung achten musst.


Zombie-Rezept: So bereitest du ihn zu

Als Teil der Sours-Gruppe folgt ein Zombie Cocktail immer folgendem Muster: Spirituose + Säure-Komponente + Süße-Komponente.
Vorbereitungszeit3 Min.
Zubereitungszeit3 Min.
Arbeitszeit6 Min.
Portionen: 1 Person

Equipment

  • Shaker
  • Zitruspresse
  • Barlöffel

Zutaten

  • 6 cl Weißer (leichter) Rum
  • 3 cl Demerara-Rum (±70 %Vol.)
  • 1 BL Brauner Zucker
  • 3 cl Frischer Limettensaft
  • 3 cl ungesüßter Ananassaft
  • 3 cl Frischer Zitronensaft
  • 3 cl Passionsfruchtsirup
  • 1 Dash Angostura Bitters

Anleitungen

  • Zunächst Zucker im Zitronensaft im Shaker auflösen
  • Restliche Zutaten in einen Cocktailshaker mit einer halben Schaufel Crushed Ice geben
  • Ca. 7 Sekunden shaken
  • Shaker-Inhalt in einen Tiki-Becher gießen (ohne Abseihen) und mit Crushed Ice auffüllen.
  • Garniere den Drink mit einem Minze-Zweig.

Tipp: Um sicherzugehen, dass dir die Zubereitung des Zombie Cocktails auch gelingt, haben wir ein Cheat Sheet für dich zusammengestellt.

Zombie-Cheat Sheet hier kostenfrei downloaden.


Auf dieser Basis möchte ich dir ein zweites Rezept zeigen, das uns in den vergangenen Jahren ebenfalls begeisterte.

Zombie Cocktail Rezept #2

Hierfür benötigst du:

  • 4,5 cl Gereifter Jamaica Rum
  • 4,5 cl Weißer (leichter) Rum
  • 3 cl Demerara Rum (±70 %Vol.)
  • 6 cl Velvet Falernum
  • 2,5 cl Grenadine
  • 1,5 BL Absinth
  • 1 cl Pink Grapefruitsaft
  • 0,5 cl Zimtsirup
  • 2,5 cl Frischer Limettensaft
  • 1 Spritzer Angostura Bitters

Fülle zunächst einen Tiki-Becher mit Crushed Ice. Shake anschließend alle Zutaten 12 Sekunden mit 2 Eiswürfeln. Seihe danach in den Tiki-Becher ab und garniere den Drink mit einem Minzezweig.

Aus dem Jahr 1934: Das erste Zombie-Rezept

Abb.: Tiki-Bar; Aufnahme zwischen 1934 und 1946

Ich kenne kaum einen Cocktail wie den Zombie, der eine solch detaillierte Geburtsurkunde vorweisen kann. Und dies obwohl er schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat.

Sein Geburtsjahr: 1934

In jenem Jahr kreierte ihn der Pionier der Tiki-Barkultur Ernest Raymond Beaumont Gantt, kurz: Donn Beach. Donn gilt als Gründervater der Tiki-Kultur, vor allem deswegen, da er der erste war, der jenen polynesischen Lebensstil als Konzept einer Bar aufzog.

Im Jahr 1934 eröffnete sein Don the Beachcomber in Hollywood. Im gleichen Jahr stellte er das erste Rezept eines Zombie Cocktails auf.

Und so sah es aus:

  • 2,5 cl Frischer Limettensaft
  • 1,5 cl Don’s Mix (1 cl Pink Grapefruitsaft + 0,5 cl Zimtsirup)
  • 1,5 cl Falernum
  • 4,5 cl Gold Puerto Rico Rum
  • 4,5 cl Gereifter Jamaica Rum
  • 3 cl 151-proof Lemon Hart Demerara Rum
  • Spritzer Angostura Bitters
  • 6 Tropfen Pernod
  • 1 BL Grenadine
  • 18 cl Crushed Ice

Alle Zutaten in einen Blender geben und bei Höchstgeschwindigkeit 5 Sekunden blenden. In ein Highball-Glas abfüllen und mit Eiswürfeln auffüllen. Mit Minzezweig garnieren.

Der Zombie-Cocktail ist eine Abwandlung eines anderen bekannten Drinks

Der Tiki-Stil, diese neue Art der Popkultur, wurde Mitte/Ende der 30er en vogue. Hollywood-Größen gaben sich in Donns Bar die Klinke in die Hand, es wurde im exotischen Stil dekoriert, serviert und kreiert.

Seine Cocktails – so auch der Zombie – basierten dabei meist auf 3 Grundzutaten: Rum, Limette und Zucker. Eine bekannte und seit Jahrzehnten bewährte Kombination. So auch zum Beispiel beim Planter’s Punch, dessen Rezeptur Donn häufig als Grundlage für seine Eigenkreationen verwendete.

Sein Konzept und mit ihm seine Drinks, vor allem der flüssige Gassenhauer Zombie, brachten Nachahmer auf den Plan. Bereits 1937 waren im ganzen Land Bars und Restaurants nach polynesischer Lebensart entstanden. Sie alle surften auf der mittlerweile großen Tiki-Welle.

Heute ist es unbestritten, dass Donn Beach durch seinen Unternehmergeist als Mitbegründer eines eigenen Cocktail-Genres, der Tiki-Drinks, gilt. 

Auch wenn ihm heute nicht der alleinige Dank gebührt. Zwar legte er den Grundstein, Berühmtheit erlangte die Tiki-Kultur aber auch durch seine Fede mit Konkurrent Victor Jules Bergeron, Jr. alias Trader Vic.

Dessen populärster Tiki-Cocktail der Mai Tai stellte den Zombie zurück auf Platz 2 der berühmtesten tropischen Drinks.

Welcher Rum eignet sich für einen Zombie Cocktail?

Vergleichst du verschiedene Rezepte eines Zombie Cocktails – und davon gibt es viele – wird dir folgendes auffallen:

  • Obligatorisch: Die Basis bildet immer weißer Rum mit einem leichten Aromenprofil
  • Obligatorisch: Ein Zombie enthält immer etwas Rum mit rund 70 %Vol.
  • Optional: Manche Rezepturen enthalten zusätzlich noch gereiften Rum

Lass uns einen Blick auf den ersten Punkt werfen, ist es immerhin der, ohne den kein Zombie auskommt: weißer Rum.

Hierbei ist es wichtig, dass du einen Tropfen auswählst, der leichtes Bouquet und leichte Textur besitzt. Das heißt, er soll dich im Purgenuss weder mit Aromen noch schwerem Körper überrumpeln.

Meist triffst du bei deiner Wahl ins Schwarze, wenn du dich an Destillerien ehemaliger spanischer Kolonien hältst. Da diese meist die genannten Kriterien erfüllen.

Hervorragend eigenen sich zum Beispiel Rums folgender Regionen:

  • Kuba
  • Puerto Rico/St. Croix
  • Dominikanische Republik

Viele Rezepte zu Zombie Cocktails schlagen Rum aus Puerto Rico oder vorgelagerten Inseln vor. So zum Beispiel Ron del Barrilito oder Cruzan Rum.

Im Folgenden möchte ich dir eine Hand voll Destillaten zeigen, die sich hervorragend für die Zubereitung eines Zombie Cocktails eignen.

Demerara-Rum: Plantation OFTD

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Plantation Rum hat sich in den vergangenen Jahren mit einem hervorragenden Gespür für die Wünsche der Barszene hervorgetan.

Der Plantation OFTD ist eine Melange aus Rums aus Jamaica, Guyana und Barbados. Mit 69 %Vol. macht er eine tolle Figur als hochprozentiger Teil der Rezeptur.

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Jamaica Rum: Appleton 12 Jahre

Der Appleton 12 Jahre stammt aus der gleichnamigen Destillerie Jamaicas. Für diesen Rum verwendete das Unternehmen ausschließlich Destillate, die mindestens 12 Jahre im Fass reiften. Eine geniale Wahl für den Jamaica-Part in einem Zombie.

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Weißer Rum: Plantation 3 Stars

Der Plantation 3 Stars ist einer der aromatischsten weißen Rums, die in den vergangen Jahren erschienen. Dieser Tropfen eignet sich daher ohne Zweifel für die Zubereitung eines Zombie Cocktails.

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Tipp: In einigen Rezepten wirst du den Begriff „Goldener Rum“ finden. Meist handelt es sich hierbei jedoch nur um weißen Rum, dem eine ordentliche Menge Farbstoff beigemischt wurde. Dies hat in einem Zombie Cocktail weder ästhetische noch aromatische Konsequenzen. Es reicht daher meist aus, wenn du statt dem goldenen Rum weißen Rum verwendest.

Anders hingegen, wenn die Rezeptur nach braunem Rum verlangt. Da es sich dabei um fassgelagerte Destillate handelt, bringen diese ein gänzlich anderes Bouquet in den Drink als weißer Rum.

Du möchtest noch mehr über Rum erfahren?



Möchtest du einen perfekten Zombie, dann achte auch auf das Alter des Zitrussaftes

Kreierst du einen hervorragenden Zombie Cocktail, ist es wichtig, dass du nur frische Fruchtsäfte verwendest.

Dies ist ein Mantra, das seit den 2000ern Jahren in nahezu jedem Cocktail-Buch gepredigt wird.

Und das ist auch gut so. Denn kein Premix oder Saft aus der Flasche liefert dir eine solche Intensität und Komplexität wie unbehandelter Fruchtsaft.

Allerdings solltest du dabei eines nicht vergessen: Zitrussäfte, wie solche aus Zitronen oder Limetten, erreichen ihren aromatischen Höhepunkt erst nach einer gewissen Zeit an der Luft.

Um dir dies zu verdeutlichen haben ich dir 2 Infografiken erstellt:

Hierin siehst du, dass das Optimalalter von Zitrussaft nach 4 bis 12 Stunden erreicht ist. Dann hat er das beste Verhältnis zwischen aromatischer Intensität und Säuregehalt.

Bei Limettensaft ist es ähnlich:

Rund 4 bis 12 Stunden bevor du loslegst und deinen nächsten Zombie Cocktail shakst, solltest du Limetten und Zitronen pressen und denn Saft ruhen lassen.

Deine Gäste werden es dir danken.

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Bildquelle Cocktail im Tiki-Becher: © ahau1969 – Fotolia.de