Es ist nicht gerade viel. Den Holzkontakt, den der Asombroso La Rosa Reposado haben durfte, ist nicht gerade üppig. Gerade einmal 3 Monate verbrachte er im Dunkeln von Eichenfässern.

Aber die hatten es in sich.

Die Tequila-Destillerie Asombroso steckte ihren Feinbrand für ein Vierteljahr in Ex-Bordeaux-Fässer aus französischer Eiche.

Herausgekommen ist ein Tropfen, dessen Farbe dich nicht nur stutzen lässt, sondern auch dessen Bouquet. Denn wo sonst findest du Agaven-Noten und Erdbeer-Sahne-Bonbons.

 

Degustation des Asombroso La Rosa Reposado

 

Der Name ist Programm. Betrachtest du die Farbe dieses Asombroso Tequilas, dann weißt du, worauf die Destillerie den Namen des Destillats bezieht.

Dieses Rosa gepaart mit der Transparenz der Flüssigkeit habe ich so bei noch keiner Spirituose gesehen. Die Lagerung von 3 Monaten in Ex-Bordeaux Wein-Fässern machen aus dem La Rosa Reposado daher bereits optisch ein Unikat.

Und in der Nase?

Genau das gleiche: Individuell.

Gibst du dem La Rosa ein paar Minuten Zeit zum Atmen, so liefert dir dessen Bouquet Aromen, die du definitiv nicht erwartet hättest.

Zwar ist es ein leichtes Bouquet, dennoch brilliert es mit Noten von Agaven-Noten, Kinderzahnpasta und Erdbeer-Sahne-Bonbons. Ich habe bereits einige Tequilas verkostet, bisher aber noch kein solches Bouquet entdeckt. Das Fass liefert dir Aromen, die du von ihm nicht erwartet hättest.

Und das war nur die erste Schicht.

In der zweiten folgen salzige und mineralische Noten, zusammen mit etwas Zitrusfrische.

Dies zeigt schön, dass ein Bouquet trotz dessen, dass es „leicht“ in deine Nase steigt, komplex und aromatisch sein kann.

Nimmst du dann 2 bis 3 Schlücke, setzt der Asombroso La Rosa in diesem Tenor fort. Mehr noch. Er legt sich derart leicht und mild auf deine Zunge, dass du das Gefühl bekommst, es handle sich um stilles Wasser mit wenig Mineralien.

Wie bereits in der Nase kommen die Agaven-Noten im Mund gut durch. Allerdings ist dies auch seine Achillesferse, denn diesen krautig-erdigen Tönen hat das Bouquet nicht viel entgegenzusetzen.

Spielst du ihn mit der Zunge 30 bis 40 Sekunden hin und her, zeigt er wie bereits in der Nase eine dezente Zahnpasta-Note.

Verstehe mich hier aber nicht falsch. Diese Nuance ist weit von einer Fehlnote entfernt. Ich würde es nicht als unangenehm, sondern als interessant beschreiben. Nicht zuletzt, da du lange suchen musst, einen Tequila zu finden, der ähnliches liefert.

Allerdings reicht dies nicht ganz aus, den Agaven-Noten einen aromatischen Partner an die Seite zu stellen. Die 3 Monate Fassreifung sorgen daher im Mund mehr für Textur und Mundgefühl denn für Komplexität und Kraft.

Verlässt der Asombroso La Rosa Reposado schließlich deinen Gaumen, beginnt dieser Abgang zunächst weich. Nach wenigen Sekunden blitzt allerdings etwas alkoholische Schärfe durch. Nicht unangenehm, aber erkennbar.

Zum Schluss bleibt an deinem Gaumen das heften, was sich wie ein roter Faden durch die Verkostung zieht: angenehme Agaven-Noten.

 

[php snippet=139]

Asombroso La Rosa Reposado - 40 %Vol. - 49,99 €/0,7l

8.7

Bouquet

9.1/10

Geschmack

8.5/10

Mundgefühl

8.7/10

Nachklang

8.5/10

Positiv

  • Individuelle, seltene Farbe
  • Textur passt perfekt zum Bouquet
  • Seltene Aromen

Negativ

  • Aromatische Kraft fehlt im Mund