Wat? 40 Euro für solch einen genialen Tropfen?

Ich hatte vom Preis dieses Rums noch keine Ahnung als ich die ersten Gläser zur Verkostung einschenkte.

Ich hielt es bei der Degustation des Compagnie des Indes West Indies 8 Jahre wie beim Gros an Destillaten, die ich verkoste. Wenn möglich, möchte ich den Preis erst nach dem Tasting erfahren.

So komme ich nicht in Versuchung ihm aufgrund des Preises Qualität zuzuschreiben, die er vielleicht gar nicht besitzt.

Diesem Ansatz folgte ich auch beim Compagnie des Indes West Indies 8 Jahre.

Es haute mich aber schlicht um, als ich erfuhr, dass dieser Tropfen für gerade einmal 40 Euro im Handel steht.

Compagnie des Indes verwendet für diesen Rum Destillate aus der Dominikanischen Republik, Barbados, Panama und Guyana. Diese Rums verbrachten mindestens 8 Jahre im Eichenfass und wurden weder gefärbt, noch gesüßt.

 

Degustation des Compagnie des Indes West Indies 8 Jahre

 

Viele Tropfen bildet er nicht. Du kannst den Compagnie des Indes West Indies 8 Jahre im Glas bis an die Oberkante schwenken, selbst dann scheint nur ein kleiner Teil davon Lust zu haben, zu Boden zu kriechen.

Die Flüssigkeit, die aber unten bleibt, schaukelt in Bernsteinfarbe hin und her.

Tipp: Bevor du mit der Verkostung beginnst, spüle das Glas mit dem Compagnie des Indes West Indies 8 Jahre aus. Gieße hierzu rund 2 cl ins Glas und schwenke es so, dass das gesamte Glas mit Rum benetzt ist. Verwerfe die Flüssigkeit anschließend.

Ich kann dich schon fast fragen hören, warum du Rum wegschütten solltest, den du bezahlt hast. Die Antwort ist einfach: Damit du vom Rum, der nun folgt, mehr bekommst.

Die Degustationen des Compagnie des Indes West Indies 8 Jahre haben erst dann richtig Fahrt aufgenommen, als ich das Glas mit Rum ausspülte und nicht direkt aus dem „sauberen“ Glas verkostete.

Glaube mir. Hier liegt ein gigantischer Unterschied.

Hältst du nun deine Nase über diesen Rum, beginnt er zunächst mit einer ordentlichen Ladung Früchte. Papaya, Ananas und Mango, Banane und Himbeere steigen dir als erstes entgegen.

Gleich danach folgen Karamell, Vanille und Vollmilchschokolade.

 

Öffne während des Nosings leicht deinen Mund.

 

Öffne während des Riechens leicht deinen Mund, so dass Frischluft zwischen Nase und Rachen zirkulieren kann. Dadurch bekommst du eine dritte Reihe an Aromen: altes Pergamentpapier und Mullbinden.

Zudem wirkt das Bouquet trocken und mild, von störenden Alkoholnoten keine Spur.

Compagnie des Indes ist meiner Ansicht nach beim Bouquet des West Indies 8 Jahre ein Genie-Streich gelungen. So treten die einzelnen Aromen nicht nur deutlich hervor, fast jedes Einzeldestillat ist zudem zu erkennen.

So dominiert der fruchtig-kräftige Ton Guyana- und Panama-Rums die Nase. Barbados und die Dominikanische Republik liefern Destillate, die den Hintergrund bilden.

Lass uns einen Schritt weiter gehen; lass uns zum Mund gehen.

Nimm 2 bis 3 Schlücke. Dabei wirst du merken, dass sich der Compagnie des Indes West Indies 8 Jahre äußerst weich und ölig auf deine Zunge legt.

Körper: leicht.

Wie bereits in der Nase startet er eine Breitseite an Frucht- und Dessert-Aromen. Mango, Banane und Karamell sind die markantesten Noten.

Allerdings darfst du dir diese nicht derart dominant oder komplex vorstellen wie zu vor in der Nase. Im Gegenteil. Die Vielschichtigkeit im Bouquet liefert der Compagnie des Indes West Indies 8 Jahre im Mund nicht.

Zwar bekommst du auch hier eine Hand voll Aromen auf die Zunge gelegt, bei weitem aber nicht auf dem Niveau wie zuvor in der Nase.

Ähnlich verhält sich der Compagnie des Indes West Indies 8 Jahre schließlich im Nachklang. Mullbinden, Karamell und Ananas haften lange an deinem Gaumen.

Allerdings auch eine leicht herbe Noten, die vom Alkohol herrührt. 

Nichts dramatisches. Nur etwas, das im Vergleich zur nahezu perfekten Nase auffällt.

 

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Compagnie des Indes West Indies 8 Jahre - 40 %Vol. - 40 €/0,7l

8.2

Bouquet

9.0/10

Geschmack

7.8/10

Mundgefühl

8.3/10

Nachklang

7.6/10

Positiv

  • Komplexes Bouquet
  • Viele verschiedene Aromen
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Negativ

  • im Mund deutlich schwächer als in der Nase