Bruichladdich-Black-Art-6-1

 

Bist du Whisky-Fan, geht es dir wahrscheinlich wie mir: Du willst Informationen; Details über den Tropfen, für den du Geld auf den Tisch legen sollst.

Verspricht dir ein Hersteller einen tollen Single Malt, macht aber keinerlei Aussagen zur Herstellung, ging dies in den vergangenen Jahren zu oft in die Hose.

Zu viele No-Age-Statements versprachen auf dem Label mehr, als der Inhalt lieferte.

Da machte die Bruichladdich Black Art-Serie für mich keinen Unterschied.

Zunächst.

So gibt die Destillerie Bruichladdich zwar den Jahrgang und das Alter mit 26 Jahren an. In welchen Fässern dieser Single Malt reifte, erfährt der Kunde allerdings nicht.

Stillschweigen wird zum Markenzeichen dieses Malts gemacht.

Aber um ehrlich zu sein: Würde jeder Whisky die gleiche Qualität abliefern wie der Bruichladdich Black Art 6.1, wären Diskussionen um Hintergrundinformationen nicht mehr zu hitzig.

 

Entdecke noch mehr Aromen in deinem Whisky


Um möglichst viele Aromen in deinem Whiskey zu entdecken, ist es entscheidend, dass du die Herstellungsschritte von Whiskey verstehst.

Aus diesem Grund haben wir einen Leitfaden für dich zusammengestellt, der dir hilft, auf schnelle und einfache Weise die Whisky-Produktion nachzuvollziehen.

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Degustation des Bruichladdich Black Art 6.1

 

26 Jahre!

Um zu erkennen, dass dieser Malt knapp über ein Vierteljahrhundert im Dunkel eines Fasses verbrachte, brauchst du nicht erst deine Nase.

Es reicht ein Blick auf wenige Zentiliter dieses Whiskys.

Mit einer dunklen Farbe, die an Hennarot erinnert, liegt der Bruichladdich Black Art 6.1 im Glas. Transparent und ohne jegliche Schwebstoffe.

Schwenkst du ihn 2 bis 3 Mal, bildet er langsam eine Hand voll Tropfen, die allmählich zum Glasboden zurücksinken. 

Vorgeplänkel für das, was gleich folgt.

Ein Schlag ins Gesicht.

Denn es dauert keine 5 Sekunden, es braucht nicht viel Verkostungstechnik, um zu erkennen, mit welcher Wucht der Bruichladdich Black Art 6.1 aus dem Glas steigt.

Zunächst erkennst du eine aromatische Tiefe. Du weisst im ersten Moment nicht, was da gerade in deine Nase steigt, du weisst nur, es ist viel davon.

Sobald du dich daran gewöhnt hast, beginnt der Bruichladdich Black Art 6.1 seine Aromen aufzulösen.

Eins nach dem anderen kommen weiße Schokolade, Bourbon und Firnis hervor. Besonders deutlich – und das zieht sich durch das Tasting – ist jedoch Aprikose.

Was mir dabei besonders gefällt, ist der Umstand, wie diese fruchtige Note dem sonst trockenem Bouquet Raffinesse verleiht.

Spielst du nun weiter mit dem Bouquet, schwenkst den Whisky ein paar Mal im Glas, kommt dir eine zweite Reihe an Aromen entgegen.

Erdbeer-Sahne-Bonbons, Ananas und orientalische Gewürze, Trockenkirsche und Parfüm.

Allein das Bouquet macht aus dem Bruichladdich Black Art 6.1 einen genialen Tropfen. Eine Kaufempfehlung vor allem deswegen, da sie dich durch Vielschichtigkeit minutenlang ans Glas fesselt.

Ok, der ein oder andere Schluck sollte auch dabei sein. Denn bei diesem Bouquet wäre es eine Qual, nicht zu wissen, was folgt.

Sobald also die ersten Tropfen dieses Single Malts in deinen Mund gelangen, legen sie sich samtweich auf deine Zunge. Er wirkt spritzig und leicht ölig.

Interessant finde ich, dass er – im Gegensatz zum intensiven Bouquet – einen filigranen Körper besitzt. Sein Gewicht ist kaum spürbar.

Wirfst du ihn mit der Zunge hin und her, solltest du den Mund geschlossen halten und durch die Nase ausatmen. Hierdurch liefert er dir die größtmögliche Anzahl an Aromen.

Diese Technik wird dann belohnt mit Noten von Aprikose, Eiche und Karamellbonbons.

Diese zu entdecken, macht durchaus Spaß. Allerdings ist es bei weitem nicht ein solches Phänomen wie dessen Bouquet in der Nase.

Verlässt der Bruichladdich Black Art 6.1 schließlich deinen Gaumen, dann macht er dies von seiner alkoholischen Seite. Er wärmt.

Weder brennt er, noch zeigt er alkoholische Noten. Er zeigt die positive Seite des Alkohols. Er wärmt.

Allerdings ist das nicht die einzige Art, wie sich dieser Whisky verabschiedet. Er lässt dir Aromen von schwelendem Kaminholz und Zigarren, Firnis und Vollmilchschokolade zurück.

Langanhaltend.

 

 

Bruichladdich Black Art 6.1. 1990 26 Jahre - 46,9 %Vol. - 324,99 €/0,7l

9.4

Bouquet

9.7/10

Geschmack

9.2/10

Mundgefühl

9.5/10

Nachklang

9.2/10

Positiv

  • Intensives Bouquet
  • Verschiedene Aroma-Schichten
  • Interessanter Kontrast zwischen Textur und Bouquet