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Es ist noch gar nicht so lange her, da entdeckte Japan, dass gerade ein Gin-Hype im Gange ist.

Das Land der aufgehenden Sonne belieferte daher weitaus später als viele andere den europäischen Markt mit Wacholder-Tropfen.

Mit dabei – und das war ohne Frage eine Bereicherung des hiesigen Gin-Markts – typische japanische Zutaten.

Auch der Roku Gin aus dem Hause Suntory macht da keine Ausnahme. Im Gegenteil. Von seinen 14 Botanicals bedienen gleich 6 den regionalen Charakter.

Kirschblüten (Sakura), Kirschblätter, Yuzu-Schale, grüner Tee (Sencha), veredelter grüner Tee (Gyokuro) und Japanischer Pfeffer (Sansho).

Bei den anderen 8 wählte der Hersteller des Roku Gin bei Klassikern wie Wachholder, Koriander, Angelika, Zimt, Kardamom und Bitterorange.

 

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Degustation des Roku Japanese Craft Gin

 

Wacholder. Wenn es ein Botanical gibt, das das Bouquet des Roku Gins definiert, dann Wacholder.

Sobald du deine Nase über eines dieser Gläser hältst, strömt dir wenige Sekunden später das harzig-trockene Aroma jener Zapfen entgegen.

Das für mich spannende an der ganzen Geschichte ist jedoch, dass diese Note um zahlreiche Nuancen ergänzt wird. Vor allem Koriandersamen, Kardamom und Zitrusfrüchte bilden dabei die aromatische Stütze des Wacholders.

Schwenkst du den Roku Gin unter deiner Nase langsam von Seite zu Seite, kannst du nach einigen Momenten die Zitrusfrüchte sogar differenzieren.

Zitronenschalen liefern spritzig-frische Nuancen, gelbe Grapefruit saure-trockene. Beide zusammen verleihen dem Roku Gin eine Richtung, die an Parfüm erinnert.

Allerdings – und dies trotz interessanter Ansätze – liefert der Roku Gin im Bouquet nichts, was du nicht bereits bei anderen Gins entdecken konntest.

Es fehlt ihm ein Wiedererkennungsmerkmal, es fehlt ihm Individualität.

Stattdessen zeigen sich Ansätze von Neutralalkohol und leichter alkoholischer Schärfe.

Lass uns zum zweiten Punkt kommen: dem Mund.

Nimm zunächst 2 bis 3 Schlücke ohne eine Bewertung vorzunehmen. Beurteilst du nicht gleich die ersten Eindrücke, dann erkennst du eine Hand voll Nuancen. Dezente Aromen, die dir beim ersten und zweiten Schluck noch verborgen bleiben.

Ab dem vierten Schluck legt er sich mit leichtem Körper auf deine Zunge. Allerdings wirkt er trotz seines süßlichen Geschmacks „hart“ und kantig auf der Zunge.

Fast staubig, fast pelzig.

Falls du dich nun fragst, welche Aromen dir der Roku Gin im Mund zu bieten hat: Er beschränkt sich auf den Wacholder.

Seine harzig-trockenen Aromen sind das einzige, was dich aromatisch im Mund erwartet. Nicht unangenehm, allerdings wirkt der Eindruck des Roku Gin im Mund dadurch flach und lieblos.

Diese Wacholderaromen sind es aber auch, die sich abschließend langanhaltend an deinem Gaumen festsetzen. Du wirst sie noch Minuten später finden können.

Leider verabschiedet sich der Roku Gin jedoch auch mit einer deutlichen alkoholischen Schärfe sowie Noten von Neutralalkohol. 

An sich schade, wenn ich bedenke, dass der Nachklang ansonsten eine interessante Geschichte geworden wäre.

 

 

Roku Gin - 43 %Vol. - 25 €/0,7l

5.9

Bouquet

7.1/10

Geschmack

6.0/10

Mundgefühl

6.2/10

Nachklang

4.3/10

Positiv

  • Zusammenspiel zwischen Wacholder und Zitrusnoten
  • Nuancen des Wacholder gut hervorgehoben

Negativ

  • Japanische Botanicals kaum erkennbar
  • Kein Wiedererkennungsmerkmal
  • Alkoholische Schärfe im Nachklang