In der Debatte um Rums mit Zusatzstoffen geht das französischen Unternehmen Cognac Ferrand mit ihrer Rum-Marke Plantation wohl den elegantesten Weg.

Es behält sich vor, ihre Rums mit ein wenig Zucker zu versehen, wenn es Mundgefühl und Geschmack deren Meinung nach verlangt.

Der Punkt ist jedoch, dass Plantation dies offen kommuniziert. Mehr noch. Das Unternehmen gibt beim Gros ihrer Rums sogar den Zuckergehalt an, den das jeweilige Destillat enthält.

Bei dieser Transparenz fällt dann auch auf, dass der Plantation Fiji 2009 ohne jeglichen geschmacklichen Zusatz daherkommt. Laut Unternehmensangaben besitzt dieser eine Dosage (nachträglicher Zuckerzusatz) von 0 g/l.

Bei dieser Information belässt es das Unternehmen jedoch nicht. So bekommst du zusätzlich noch eine Hand voll Details über die Herstellung, die dich auf das „vorbereiten“, was in der Flasche folgen wird.

  • Fermentation: 4 bis 5 Tage
  • Rohstoff: Melasse
  • Reifung: 7 Jahre in Ex-Bourbon- und 2 Jahre in Ferrand-Fässern

 

Degustation des Plantation Fiji 2009

 

Schwenkst du den Plantation Fiji 2009 im Glas, wirkt er unspektakulär. Mit seiner goldgelben Farbe besitzt er nicht gerade ein Aussehen, dass bei einem Tasting heraussticht.

Aber lassen wir das mal beiseite. Ist die Farbe ja letztlich auch nichts, an der man die Qualität einer Spirituose festmachen sollte.

Klar, sie leistet ihren Beitrag zur Ästhetik, aber nicht zur Qualität des Bouquets.

Wenige Rums zeigen dir dies derart deutlich wie der Plantation Fiji 2009.

Denn hältst du deine Nase über das Glas, dauert es nicht lange, und du wirst merken, was ich meine.

Er beginnt trocken, steigt mit Aromen von Mullbinden, Meersalz und Karamell in deine Nase. Nur im Hintergrund erkennst du Noten, die ihn als Rum klassifizieren.

Egal, ob du nur die Standard-Rums aus dem Supermarkt kennst oder dich schon des Öfteren im High End-Segment bedient hast, diese Kombination an Aromen ist dir vermutlich noch nicht begegnet.

Die South Pacific Distillery liefert dir mit dem Plantation Fiji 2009 einen Rum-Stil, der sich eindeutig von den Kollegen aus der Karibik abgrenzt.

Hältst du nun nach dieser ersten Front an Aromen deine Nase weiter in das Glas, solltest du dabei deinen Mund geschlossen halten.

Bei vielen Spirituosen bietet es sich an, durch die Öffnung des Mundes Luft zirkulieren zu lassen, um mehr Aromen zu erkennen. Beim Plantation Fiji 2009 ist dies nicht Fall.

 

Um das Gros des Bouquets zu erkennen, solltest du den Mund geschlossen halten.

 

Dieser Rum liefert dir seine Komplexität, wenn du einatmest, aber den Mund verschlossen hältst. Dann erkennst du in zweiter Reihe Aromen von Kaffeebohnen, Schokolade und Butter.

Und danach?

Danach folgt das Highlight des Plantation Fiji 2009.

Während einige Destillerien nach einem starken Bouquet Leere folgen lassen, schafft es Plantation und die South Pacific Distillery hier nochmal nachzulegen.

Der Plantation Fiji 2009 beginnt im Mund zunächst weich und cremig. Auf deine Zunge legt er sich dabei mit schwerem Körper.

Du erkennst unmittelbar beim ersten Schluck, dass es sich hierbei um einen kraftvollen Rum handelt. Karamell, altes Leder und frisches Gras bilden die Vorhut an Aromen.

Aber trotz seiner Intensität fehlt es ihm im Mund an Komplexität. Nach dem zweiten, dritten Schluck wirkt er etwas ausgepowert, wirkt als wollte er mehr leisten, als zu was er im Stande ist.

Dafür hinterlässt er dir nach dem letzten Schluck zahlreiche Nuancen am Gaumen. Wie als wolle er sich zum Schluss nochmal für den kleinen Fauxpas im Mund entschuldigen.

Gesalzenes Karamell, Vanille und Heidekraut bleiben dabei langanhaltend in deinem Mund zurück.

 

 

Plantation Fiji 2009 - 44,8 %Vol. - 40 €/0,7l

8.2

Bouquet

8.5/10

Geschmack

7.9/10

Mundgefühl

8.0/10

Nachklang

8.2/10

Positiv

  • Seltenes, kaum bekanntes Bouquet
  • Mehrere Schichten an Aromen in der Nase
  • Spannender Nachklang

Negativ

  • Körper zu schwer
  • Wirkt im Mund zeitweise monoton