Gin Fizz mit Schaumkrone und Zitronenzeste
Abb.: Gin Fizz mit Schaumkrone und Zitronenzeste

Er steht im Schatten seines Kollegen. Ein Gin Fizz steht im Schatten des Gin Tonic.

Dieser Zustand mag im ersten Moment einen negativen Beiklang haben, ist aber das beste, was dem Gin Fizz passieren konnte. Im Kielwasser seines Tonic-Pendants erhielt dieser Drink einen Aufschwung wie seit Jahrzehnten nicht.

Blätterst du in mancher Cocktail-Literatur oder bestellst einen Gin Fizz – zumindest habe ich die Erfahrung gemacht – bekommst du des Öfteren nur eine Mischung aus Gin, Zucker, Zitronensaft und spritzigem Mineralwasser.

Dadurch ließe sich durchaus ein guter Cocktail zubereiten; in Hinblick auf einen hervorragenden Gin Fizz fehlt jedoch das ein oder andere Detail.

Ich möchte dir daher heute zeigen, wie du mit der richtigen Wahl des Glases, ein paar Tricks bei der Zubereitung und Eiweiß einen Gin Fizz zubereiten kannst, der in Sachen Qualität einem Gin Tonic die Show stehlen kann.

Ein Gin Fizz, der das Potential zum Gästemagneten hat.


Gin Fizz-Rezept: So bereitest du ihn zu

Das Rezept eines Gin Fizz ist so einfach, so übersichtlich. Und genau dies macht ihn kompliziert. Denn die Crux liegt in jenen Details, die aus der Rezeptur nicht herauszulesen sind.
Vorbereitungszeit4 Stdn.
Zubereitungszeit5 Min.
Arbeitszeit4 Stdn. 5 Min.
Portionen: 1 Person

Equipment

  • Jigger
  • Shaker
  • Strainer
  • Feinsieb

Zutaten

  • 6 cl Dry Gin
  • 2,5 cl Zuckersirup (1:1)
  • 2,5 cl Zitronensaft
  • 1 Eiweiß
  • Soda

Anleitungen

  • Zitronensaft auspressen und 4 bis 12 Stunden kühl lagern
  • Alle Zutaten – außer Soda – im Shaker ohne Eis 12 Sekunden shaken
  • Anschließend Eis hinzugeben und erneut 12 Sekunden shaken
  • Durch Grob- und Feinsieb in ein Fizz-/Highball-Glas auf Eis abseihen
  • Mit Soda auffüllen und mit Zitronenzeste dekorieren

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Welches Glas eignet sich für einen Gin Fizz?

Suchst du in 3 verschiedenen Quellen nach dem passenden Glas, bekommst du auch 3 verschiedene Antworten.

Von Highballs, über Tumbler bis hin zu Fizz-Gläsern, die einer Cocktailschale ähneln, ist alles dabei.

Entscheidend ist aber – mal abgesehen von der Ästhetik des Glases – dessen Füllmenge.

Was bringt dir eine Glas-Empfehlung, wenn die Menge an Soda dadurch in die Höhe getrieben wird?

Am Ende bekommt dein Gast dadurch zwar den Drink in einem schönen Glas serviert, sein Gin Fizz ist allerdings völlig verwässert.

Wähle nicht das Soda-Volumen entsprechend des Glases, sondern das Glas entsprechend des Soda-Volumens.

Bevor du dich daher auf die Suche nach dem passenden Glas machst, solltest du dich vorher fragen, welche Soda-Menge du deinen Gästen servieren möchtest.

Tipp: Nimm ein Highball Glas, bereite einen Gin Fizz nach dem obigen Rezept zu und probiere ihn mit verschiedenen Mengen an Soda. Für die Variante, die dir am meisten zusagt, suchst du anschließend ein Glas mit passendem Volumen.

Gute Ergebnisse erhältst du, wenn dein Glas ein Volumen von rund 200 Milliliter besitzt. In diesem Fall erhält der Gin Fizz gerade so viel Soda, dass dieser ihm eine erfrischende Note verleiht, ohne ihn zu verwässern.

Möchtest du diesem Cocktail dann noch das i-Tüpfelchen aufsetzen, servierst du ihn stil-echt in einem Vintage-Glas. 

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Welcher Gin für einen Gin Fizz?

gin bar

Es gibt zahlreiche Gin-Sorten. Wobei ich damit nicht einmal die einzelnen Marken meine, sondern Kategorien.

Während in den vergangenen 10 bis 15 Jahren neue Gin-Marken wie Pilze aus dem Boden schossen, entwickelten sich zeitgleich neue Gin-Sorten.

Historische wurden wiederbelebt, neue erfunden.

Dass dabei die Diskussion darüber, was Gin sein sollte und was nicht, nicht jedem Genre-Fan gefiel, änderte nichts an der Tatsache, dass dir die neue Vielfalt zahlreiche Möglichkeiten bei der Cocktail-Zubereitung bot.

Meiner Meinung nach erhältst du die besten Ergebnisse bei der Zubereitung eines Gin Fizz, wenn du auf Dry Gin mit deutlichen Wacholder-Noten zurückgreifst.

Dies ist allerdings nur ein Vorschlag.

Sei kreativ bei der Auswahl. Sei dir aber auch bewusst, dass verschiedene Gin-Sorten verschiedene aromatische und geschmackliche Einflüsse in den Cocktail bringen.

Möchtest du zum Beispiel einen Gin Fizz im Stile des 19. Jahrhundert zubereiten, probiere die Zubereitung mit Old Tom Gin, der damals beliebten süßen Variante des Dry Gins.

Tonic-Flasche

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# 1 Boar Dry Gin

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# 2 Cotswolds Dry Gin

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# 3 Nikka Coffey Gin

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# 4 Juniper Jack Navy Strength

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# 5 Fieldfare Diemel Dry Gin

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Verwende für einen Gin Fizz keinen frischen Zitronensaft!

Als ich das erste Mal davon hörte, in einem Cocktail keinen frischen Saft zu verwenden, musste ich stutzen.

Ist dies nicht ein Credo der modernen Barkultur? Sollte ich nicht wo immer möglich frische, hochwertige Zutaten verwenden?

Ja, sollte man. Definitiv.

„Nicht frisch“ meint in diesem Zusammenhang allerdings nicht, dass du Zitronensaft aus der Flasche verwenden solltest. In diesem Fall wird dein Gin Fizz mit hoher Wahrscheinlichkeit übersäuert und aromatisch flach.

Stattdessen solltest du Zitrusfrüchte auspressen und den Saft dann für mehrere Stunden an der Luft stehen lassen.

Mit solch kleinen Details servierst du deinem Gast keinen guten, sondern einen sehr guten Gin Fizz.

Bevor du daher mit der Gin Fizz-Zubereitung beginnst, sollte der Zitronensaft einige Zeit „atmen“; er soll oxidieren.

Zitrussaft

Du verleihst dem Zitronensaft mehr Aromatik, wenn du ihn 4 bis 12 Stunden vor der Zubereitung des Gin Fizz auspresst. Lässt du den Saft über diese Zeit dann an der Luft stehen, wertet dies den Drink ungemein auf.

Zudem bietet es dir einen weiteren Vorteil, den Zitronensaft vor der Zubereitung des Cocktails auszupressen. Denn drückst du die Frucht direkt in den Shaker, hast du weder Kontrolle über die Säure noch über die tatsächliche Menge an Saft.

Hast du heute fester gedrückt als gestern? Hatte diese Zitrone mehr Saft als die letzte?

Beide Fragen sind nicht geeignet, wenn du kontinuierlich Qualität abliefern möchtest.

Nimmst du allerdings den Zitronensaft aus einem Behälter, in den du diesen zuvor gepresst hast, hast du per Jigger jederzeit die Kontrolle über das Saft-Volumen.

Denn sind wir mal ehrlich.

Ein Gin Fizz benötigt rund 2,5 cl Zitronensaft.

Bist du sicher, dass du dies immer erreichst, wenn du eine Zitronenhälfte über dem Shaker ausdrückst?

Gib das Ei als letzte Zutat in den Shaker…unbedingt

Eiweiß

Es gibt ein paar Dinge, die du über Eier wissen solltest, bevor du sie in einem Gin Fizz verwendest.

So hat beispielsweise frisch geschlagenes Eiweiß keine störenden Aromen.

Ist dies bei deinem Ei der Fall, solltest du es verwerfen. In diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es bereits verdorben ist und du deinem Gast nicht nur aromatisch, sondern auch gesundheitlich keinen Gefallen tust.

Denn auch der Alkohol in deinem Gin Fizz würde – wenn überhaupt – Tage brauchen, alle Bakterien abzutöten.

Zur Verwendung eines Eis im Gin Fizz gibt es daher nur 2 Möglichkeiten:

  • Das Ei direkt bei Zubereitung des Cocktails aufschlagen
  • Mehrere Eier aufschlagen, Eiweiß abtrennen und luftdicht mehrere Stunden kühl lagern.

Die erste Variante eignet sich, wenn du Gin Fizz zuhause für dich oder wenige Gäste zubereitest. Arbeitest du hingegen in einer Bar, in der stetig Cocktails mit Ei über den Tresen wandern, lohnt es sich Eiweiß vor einer Schicht abzutrennen und kühl in zuvor gereinigten Flaschen aufzubewahren.

Geht es an die Zubereitung des Gin Fizz, dann gib zunächst Gin, Zuckersirup und Saft in den Shaker. Erst danach folgt das Eiweiß.

Gibst du das Eiweiß als erstes in den Shaker und auf dieses Alkohol und Säure, kommt es zur Denaturierung der Proteine im Eiweiß und womöglich zur Ausflockung.

Ab einem Alkoholgehalt von 26 %Vol. kannst du sicher sein, dass dies passiert.

Kein ästhetischer Anblick.

Dieses Risiko kannst du minimieren, in dem du das Eiweiß als letzte Zutat in den Shaker gibst.

Führe nun einen „Dry Shake“ durch, das heißt, du schüttelst den Drink ohne Eis. Nach rund 10 Sekunden gibst du Eiswürfel hinzu und shakst noch einmal.

Der Unterschied zwischen Gin Fizz und Tom Collins

Diese Frage ist in etwa so alt wie die beiden Cocktails selbst.

„Ist ein Gin Fizz das gleiche wie ein Tom Collins?“

Die Vermutung liegt nahe. Denn schaust du dir die Rezepturen beider Cocktails an – selbst in historischer Bar-Literatur – besitzen sie einen ähnlichen Aufbau.

  • Gin
  • Süßungsquelle
  • Zitronensaft
  • Soda

Die Crux liegt aber im Detail, und zwar bei der Spirituose und der Menge an Wasser.

Während ein Gin Fizz ohne Zweifel auf jedem Wacholderschnaps basiert, ist diese Eindeutigkeit bei einem Tom Collins nicht zwangsläufig gegeben.

Für diesen kannst du – aus historischer Sicht – auch andere Spirituosen wie Brandy oder Whisky verwenden.

Anders hingegen ist es beim Soda.

Dieses unterscheidet sich bei beiden nicht in der Qualität, sondern in der Quantität.

Während du bei einem Gin Fizz nur geringe Mengen Soda hinzugibst, quasi um einem Gin Sour etwas mehr Spitzigkeit zu verleihen, sind es beim Tom Collins deutlich mehr.

Damit füllst du Gläser. Damit erfrischst du deine Gäste in warmen Sommermonaten.

Anders als der Tom Collins – auch wenn viele Quellen anderes behaupten – ist ein Gin Fizz kein Highball oder Longdrink. Es ist die spritzige Variante eines Gin Sours.


Bildquelle Titelbild: © mayatnik – Fotolia