Margarita Cocktail

185.000. Diese Anzahl an Margarita Cocktails ging allein im Jahr 2008 über den Tresen. 

Und dies pro Stunde.

Und dies nur in den USA.

Eine Margarita ist also kein Geheimtipp eines umtriebigen Bartenders; es ist ein Massenphänomen.

Diese hektoliterweise Zubereitung eines Cocktails bringt es auch mit sich, dass die Qualität bei einem erheblichen Teil dieser Drinks unterirdisch ist.

Ich habe in meinem Leben mehr grauenhafte Margaritas getrunken als hervorragende. Zu meiner Schande muss ich aber auch gestehen, dass ich – zähle ich meine Anfangsjahre hinter der Bar mit – häufiger eine grauenhafte Margarita zubereitete als eine hervorragende.

Ich verwendete „zu warme“ Eiswürfel, ich pürierte sie mit Erdbeeren, ich verhunzte den Salzrand…

Es gab vermutlich keine Variante eine Margarita zu verhunzen, die ich nicht voller Elan durchzog.

Dieser Cocktail begann erst dann zu einem Genussmittel zu werden, als ich lernte, folgende 3 Dinge zu beachten:

  • Qualität des Salzes
  • Aroma und Geschmack des Limettensafts
  • Dauer des Shakens

Ich möchte dir daher im Folgenden zeigen, welche Fehler du bei der Zubereitung einer Margarita machen kannst. Du wirst lernen, wie du aus einem Massenphänomen ein Unikat machst.

Margarita-Rezept: Diese Zutaten brauchst du

Margarita Cocktail: So bereitest du ihn zu

Eine gute Margarita besteht nicht nur aus Alkohol, Limettensaft und Zucker. Sie ist weitaus komplexer und aromatischer. Ein Margarita Cocktail ist ein 4-5 Komponenten-Drink: Tequila, Cointreau, Agavensirup, Limettensaft und Salz. Die Crux bei diesem Cocktail liegt in der richtigen Balance zwischen süßem und saurem Geschmack sowie der Ästhetik des Salzrandes.
Vorbereitungszeit2 Min.
Zubereitungszeit4 Min.
Arbeitszeit6 Min.
Portionen: 1 Person

Equipment

  • Shaker
  • Coupette/Cocktailschale

Zutaten

  • 6 cl Blanco Tequila
  • 2 cl Cointreau
  • 3 cl Frischer Limettensaft
  • 1 cl Agavensirup

Anleitungen

  • Alle Zutaten in einen Shaker geben
  • Eiswürfel hinzugeben
  • Ca. 12 Sekunden schütteln
  • In vorgekühlte Cocktailschale mit Salzrand abseihen
  • Optional: Mit Limettenachtel bzw. -zeste garnieren

Je nachdem welche Zutaten du wählst, bringen diese andere Aromen und Geschmacksrichtungen in eine Margarita. Dies geht von der Wahl des Tequilas über den Orangenlikör bis hin zur Art des Limettensaft.

Es gibt aber noch eine Zutat, die einer Margarita einen Hauch mehr Raffinesse verleiht:

Agavensirup

Ich möchte dir daher im folgenden 2 Rezepte zeigen, die aus meiner Sicht eine hervorragende Margarita ins Glas bringen.

Variante ohne Agaven-Sirup

  • 6 cl Blanco Tequila
  • 2 cl Triple Sec
  • 2 cl Frischer Limettensaft

Zu Zubereitung gießt du alle Ingredienzen in einen Shaker und gibst zusätzlich 4 bis 5 mittelgroße Eiswürfel hinzu. Shake anschließend ca. 12 Sekunden.

Seihe die Margarita nun in eine vorgekühlte Cocktailschale mit Salzrand ab. Wahlweise kannst du noch mit einer Limettenzeste garnieren.

Tipp: Das optimale Verhältnis zwischen Kühlung und Schmelzwasser erhältst du, wenn den Cocktail über eine Dauer von 12 Sekunden schüttelst. Wenn du mehr wissen möchtest, wie du Cocktails richtig shakst, habe ich hier einen Leitfaden für dich geschrieben: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung zum richtigen Cocktail-Shaken

Wie du einen ästhetischen Salzrand ans Glas bringst

Salz für Margarita

Es ist das Markenzeichen einer Margarita: der Salzrand.

Siehst du eine Servicekraft ein Tablett durch den Raum tragen, auf der eine Cocktailschale mit Salzrand steht, kannst du dir meist sicher sein, dass gerade eine Margarita oder eines ihrer Twists serviert wird.

Dieser Rand ist allerdings nicht nur eine optische Eigenschaft, sondern zwangsläufig eine gustatorische. Denn der Gast kommt nicht umhin, das Salz in den Mund zu nehmen, sobald er die Margarita genießen möchte.

Bei der Zubereitung des Salzrandes musst da daher auf 2 Dinge achten:

  • Ästhetik
  • Qualität des Salzes

Beides bekommst du nicht hin, wenn du günstiges Speisesalz aus dem Discounter verwendest. Greifst du im Supermarkt zum Salz im untersten Regalfach, reicht dies für Nudelwasser, aber nicht für eine hochwertige Margarita.

Schlicht aus dem Grund, dass Salz wie Bad Reichenhaller geschmacklich flach und langweilig ist.

Es bringt dir und deinem Gast daher nichts, wenn du mit Akribie einen hochwertigen Tequila auswählst, die Trockenheit der Eiswürfel prüfst, nur um dann die ganze Margarita mit schlechtem Salz zu ruinieren.

Hochwertige Qualität bekommst du daher beim Gros der Meersalz-Sorten, die im Handel erhältlich sind. Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis hat dabei aus meiner Sicht Nordur Salt aus Island.

Tipp: Verwendest du Salz, das weniger kristalline Form besitzt, sondern eher „flockig“ ist, kannst du dieses mit einem Muddler zerkleinern, bevor du die Margarita zubereitest. So stellst du sicher, dass die Flocken beim Servieren nicht abfallen und der Gast beim Trinken keinen zu intensiven Salzgeschmack erhält.

So bereitest du den Salzrand zu:

Salzrand für Margarita
  1. Gib 3 bis 4 Barlöffel feines Salz auf einen kleinen Teller.
  2. Nimm ein Limettenviertel und schneide mit einem Messer quer durch das Fruchtfleisch.
  3. Stecke dies nun wie Deko auf den Glasrand. Fahre nun mit dem Viertel 2-mal den gesamten Glasrand ab.
  4. Entferne das Limettenviertel.
  5. Nimm das Glas am Boden bzw. Stiel, halte es mit dem nun feuchten Glasrand ins Salz.
  6. Drehe das Glas im Salz 3 bis 4-mal um die eigene Achse.

Welcher Tequila eignet sich für eine Margarita?

Lassen wir einmal den Salzrand außen vor, so ist eine Margarita ein Dreiteiler aus Basis-Spirituose, Süßungs- und Säurequelle.

Den größten Platz nimmt dabei die Spirituose, das heißt, der Tequila ein. Nimmst du hier schlechte Qualität, brauchst du dir um die restlichen Zutaten keine Gedanken mehr machen.

Die Margarita ist dann nur noch gut für den Ausguss.

Daher ist es entscheidend, dass du neben der entsprechenden Tequila-Marke auch die wichtigsten Fakten zu diesem Destillat kennst.

Tequila Facts für Margarita

So benötigst du für eine Margarita einen Tequila, der nicht im Fass reifte. Jener Tequila Blanco besitzt ein charakteristisches Aromenprofil, das er in erster Linie aus seinem Rohstoff bezieht: dem fermentierten Saft der blauen Weber-Agave (Agave Weber Azul).

Dieser Brand muss mindestens zu 51 Prozent aus jenem Saft hergestellt werden. Der Rest darf irgendwas sein, meist vergorener Zuckerrohrsaft.

Solltest du aber eine Margarita zubereiten wollen, die deinen Gästen Freudentränen in die Augen treibt, solltest du auf diese Mixtur aus Agave und Zuckerrohr verzichten.

Mixtos, also jene Zucker-Agaven-Mischung, kannst du getrost in die Tonne kloppen.

Die einzige Option sollte hier ein 100 %-Agave Tequila sein. Also ein Destillat, dass ausschließlich auf jener Agave basiert und folglich dessen erdige und aromatische Noten besitzt.

Im Alter zwischen 6 und 7 Jahren werden die Agaven geerntet und deren Herzstück gebacken und anschließend fermentiert. Den Saft, den die Destillerie daraus erhält, destilliert sie zweimal. 

Tequilas dieser Kategorie, die sich für die Zubereitung einer Margarita hervorragend eignen sind zum Beispiel:

  • Patrón Silver
  • Huizache Blanco
  • Calle 23 Blanco
tequila

Auch wenn der Tequila, den du für eine Margarita benötigst, nie ins Holzfass kam, reifen musste er dennoch.

Hierfür lagert ihn die Destillerie rund 6 Monate in Stahltanks. Dies führt zur oxidativen Reifung des Brands, was ihn weicher und runder macht. Ebenso hilft dies, metallische Geschmacksnoten des frischen Destillats abzubauen.

Ebenso verfährt die Brennerei bei „Gold Tequila“. Allerdings solltest du von dieser Kategorie Abstand nehmen, wenn du eine hochwertige Margarita zubereiten möchtest.

Hierbei handelt es sich schlicht um Blanco-Varianten, die mit Karamell „aufgehübscht“ wurden.

Tipp: Möchtest du noch mehr über Tequila erfahren, dann haben wir hier den großen Tequila-Leitfaden für dich geschrieben.

Für eine perfekte Margarita: Lass den Limettensaft „atmen“

Möchtest du eine hochwertige Margarita zubereiten, kommst du um frische Zutaten nicht herum. 

Limettensaft aus der Flasche ist keine Alternative, da er häufig entweder zu süß, zu sauer oder zu künstlich ist.

So solltest du, egal ob Margarita, Gin Basil Smash oder sonstigem Zitrus-Drink, immer frisches Obst vom Markt nehmen.

Der Clou an der ganzen Geschichte ist aber: Nimm nicht den ganz frischen Saft, presse ihn nicht direkt in den Drink.

Machst du dies dennoch und achtest dabei auf die Süße-Säure-Harmonie, bekommst du ohne Frage eine gute Margarita.

Um aber eine gute zu einer sehr guten zu machen, solltest du eine Hand voll Limetten auspressen, den Saft dann aber zwischen 4 und 12 Stunden stehen lassen.

Hierdurch wird dieser aromatischer. Ein Plus-Punkt, den du in er Margarita erkennen wirst.

Zudem ermöglicht dir dieses Vorab-Auspressen, dass du bei der Zubereitung der Margarita einen Behälter mit frischem Saft vor dir hast. Du musst also nicht die Limette unmittelbar in den Cocktail pressen.

Du behältst also die Kontrolle über die Flüssigkeitsmenge und haust nicht die halbe Limette über die Theke.

Im Schnitt bekommst du pro Limette einen Saftgehalt von 3 cl.

Aber sind wir doch mal ehrlich.

Brichst du tatsächlich vorher ab die Frucht auszupressen, wenn die Rezeptur nach 2 cl verlangt?

Klar kannst du den Jigger nehmen, um das passende Volumen zu bemessen, aber was ist mit dem restlichen Zentiliter?

Bereitest du dir zuhause ein oder zwei Margaritas zu, ist dies egal. Im Tagesgeschäft einer Bar summiert sich jedoch dieser Zentiliter. Zu Liter und zu Euro.

Kennst du diese Margarita-Variationen schon?

Eine Margarita ist – gute Zubereitung vorausgesetzt – ein genialer Cocktail. Sie zeigt wie aromatisch die Sours-Kategorie sein kann.

Und wie flexibel….

Denn drehst du etwas an der Rezeptur, kannst du aus diesem Klassiker neue Aromen herauskitzeln. Dabei meine ich nicht die Flavoured-Variante, bei denen Erdbeer- oder Mango-Saft wie mit dem Hammer in den Cocktail geknallt werden.

Ich meine Rezepturen, die mit Details spielen. Zum Beispiel Rauchsalz.

CINDER

– adaptiert nach Phil Ward, 2009

  • 2 cl 100% Agave Tequila Reposado
  • 2 cl Jalapeno-infundierter Tequila Blanco
  • 1,5 cl Mezcal
  • 2 cl Frischer Limettensaft
  • 2 cl Zuckersirup
  • 2 Dashes Angostura Bitters
  • Rauchsalz

Die Zubereitung des Cinder erfolgt so wie bei eine normalen Margarita. Zuerst den Salzrand kreieren, dann die Zutaten im Shaker rund 12 Sekunden schütteln.

THE VERACRUZANA PINEAPPLE MARGARITA

 adaptiert nach Unbekannt

  • 6 cl 100% Agave Tequila Reposado
  • 2 cl Agavennektar
  • 3 cl Frischer Limettensaft
  • 4 Ananas-Stück (2 x 2 cm)
  • 2 Basilikum-Blätter

Zunächst die Basilikum-Blätter im Shaker mehrmals mit dem Muddler andrücken. Wenn diese einen intensiven Duft versprühen, Ananas-Stücke hinzugeben und deren Saft ebenfalls mit dem Muddler ausdrücken.

Anschließend die restlichen Zutaten 12 Sekunden schütteln. Zum Schluss in einen vorgekühlten Tumbler auf Eiswürfel abseihen und mit Ananas und Basilikum dekorieren.

Quelle Titelbild Margarita: M. Unal Ozmen – Shutterstock