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Ich habe es aufgegeben.

Zu versuchen, jeden neuen Gin zu probieren, ist eine Sisyphos-Aufgabe. Denn jedes mal, wenn ich denke, eine ordentliche Anzahl verkostet zu haben, erscheint in irgendeinem Dorf ein neuer Tropfen.

Für uns Gin-Trinker ist dies eine Medaille mit zwei Seiten.

Auf der einen können wir uns an einer beinahe unersättlichen Menge an Gins bedienen, auf der anderen befindet sich darunter aber auch des Öfteren ein Griff ins Klo.

Wir haben hier bei Eye for Spirits in den vergangenen Monaten zahlreiche Gins probiert und ausgewertet.

Das Ziel: Wir wollten die besten Gins finden, die jeden Euro Wert sind. Du solltest eine Liste mit Produkten erhalten, die dich vom ersten bis zum letzten Glas begeistern werden.

Diese möchten wir dir heute präsentieren.

Bevor wir zu den besten Gins 2019 kommen…

… möchte ich dir verraten, was diese Liste für dich leisten kann, und was nicht.

Was die Liste „Bester Gin 2019“ kann:

  • Sie liefert dir eine Übersicht über die besten 6 Gins, die wir in den vergangenen Monaten verkostet haben
  • Sie gibt dir Empfehlungen über Gins, die das Potential haben, dein neuer Lieblings-Gin zu werden
  • Sie zeigt Destillate, die sich sowohl für den Pur- als auch Cocktail-Genuss eignen.

Was die Liste „Bester Gin 2019“ nicht kann:

  • Die genannten Gins wurden nicht zwangsläufig 2019 auf dem Markt eingeführt; sind jedoch Neuheiten aus jüngster Vergangenheit
  • Sie schließt nicht aus, dass es andere aktuell erschienene Gins gibt, die ebenfalls hervorragend sind
  • Sie beinhaltet keine Gins außerhalb Deutschlands

Bei der Auswahl an Gins mussten wir uns beschränken. Hätten wir uns keine Grenzen gesetzt, wäre aufgrund der Produktfülle, der Artikel „Bester Gin 2019“ niemals veröffentlicht worden.

Wir haben uns daher bei der Auswahl der Destillate das Credo gesetzt, nur deutsche Gins zu beurteilen.

Deutsche Destillateure haben sich in den vergangenen Jahren derart um die weltweite Gin-Qualität verdient gemacht, dass wir diese Liste ausschließlich deren Gins betrachteten.

Dies soll nicht die Leistung anderer Gin-Nationen schmälern, jedoch heimischen Brennereien und Brennmeistern, die Platform bieten, die sie verdienen.


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Lass uns nun zu den besten 6 Gins kommen. Die Tropfen, die dich mit jedem Glas begeistern werden.

Legen wir los.

Bester Gin #6: Ein Tropfen aus der Landeshauptstadt

Wild Child Gin

Wild Child Gin macht den Einsteig in unsere Besten-Liste.

Dieser Tropfen ist nach Vodka das zweite Destillat des Berliner Unternehmens Sash & Fritz.

Mit Wild Child Gin kreierte es… nun ja…ich würde sagen, eine Hommage an die Landeshauptstadt. So zumindest lässt es der Webauftritt des Wild Child Gins vermuten.

Wer die federführende Destillerie hinter diesem Produkt war, ist mir leider nicht bekannt, dafür aber eine Hand voll der charakteristischsten Botanicals.

So basiert der Wild Child Gin neben Wacholder unter anderem auf:

  • Rosmarin
  • Zitronatzitrone
  • Bergamotte

Was dich bei einem Glas Wild Child Gin erwartet:


Gießt du dir 2 bis 3 Zentiliter ins Nosing-Glas und lässt ihn danach 30 Sekunden ruhen, steigen dir folgende Aromen entgegen:

Orange, Zimt und Wacholder.

Dies sind die Noten, die mir als Kopfnote am deutlichsten auffielen.

Lässt du ihm eine Weile Zeit, analysierst die Nuancen im Hintergrund, wird dir zudem ein leichter Duft von Vanille-Kerzen auffallen; ähnlich denen, die bei IKEA ganze Treppenhäuser einnebeln.

Nimmst du dann die ersten Schlücke, legt er sich zunächst süßlich auf deine Zunge.

Diesem Geschmack folgen dann parfümige Noten und solche, die an Wacholder erinnern. im Mund immer mit dabei: eine gewisse alkoholische Schärfe.

Was du über Wild Child Gin sonst noch wissen musst:



Tipp: Wir haben für dich die wichtigsten sowie exotischsten Botanicals für Gin recherchiert und in einem eBook kostenfrei für dich zusammengestellt. Dies hilft dir, zahlreiche Aromen in einem Glas Gin zu entdecken.

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Bester Gin #5: Ein Wacholder-Bouquet aus dem Schwarzwald

bester gin #5 needle gin

Gibt es eine Region, die sich in den vergangenen Jahren zu Deutschlands Gin-Gefilde entwickelt hat, dann ist dies zweifelsohne der Schwarzwald.

Einer deren jüngsten Sprösslinge ist der Needle Distilled Dry Gin des Unternehmens Bimmerle KG.

Und ich muss sagen, kein anderer Tropfen in dieser Liste, schafft es so authentisch seine Herkunft zum Markenzeichen zu stilisieren.

So ist das Konzept des Nadelbaumes nicht nur Produktname und Labeldesign, sondern zugleich die Grundlage für die Gestaltung der Flasche.

Und natürlich der Botanical-Auswahl.

  • Fichtennadel
  • Ingwer
  • Zitrone

Was dich in einem Glas Needle Gin erwartet:


Das Konzept den Schwarzwald bzw. Teile dessen aromatisch einzufangen, gelingt dem Needle Gin hervorragend.

Harzig-würzige Noten von Wacholder und Kiefernnadeln bilden zusammen mit Zimt und Limette die Basis des Bouquets.

Spannend fand ich jedoch, dass dich bei der Verkostung ein intensiver Duft von Salzkaramell und Butterkeks erwartet.

Vor allem diese beiden Aromen machen das Bouquet des Needle Gins zum Unikat.

Gehst du nun von der Nase zum Mund beginnt er zunächst süßlich, wechselt dann aber recht schnell in eine gewisse alkoholische Schärfe.

Was du über Needle Gin sonst noch wissen musst:



Bester Gin #4: Ein Hanseat mit genialen Aromen

In der Verkostungsreihe, die wir für diesen Artikel durchführten, war Knut Hansen Dry Gin einer der auffälligsten.

Und wenn ich es mir so überlege… er war der Auffälligste.

Denn wenn dich jemand während der Verkostung wütend mit stahlblauen Augen ansieht, dann fällt dein Blick auf die Flasche.

Wie ein Magnet.

So wirkt das Design des Knut Hansen Dry Gin mit Steingut-Flasche und Naturkorken hochwertig und macht Vorfreude auf den Inhalt.

Wobei die beiden genannten Äußerlichkeiten in der Gin-Szene nichts Unbekanntes sind. Bereits Gin Sul – ebenfalls aus Norddeutschland – schuf sich unter anderem hierdurch ein Wiedererkennungsmerkmal.

Anders hingegen beim Inhalt.

Da wirft Knut Hansen mit Botanicals und Aromen um sich, die du nur in wenigen anderen Gins findest.

  • Rosenblüte
  • Apfel
  • Basilikum

Was dich in einem Glas Knut Hansen Gin erwartet:


Suchst du einen Gin mit klassischem Aromenprofil bei dem Wacholder die Speerspitze bildest, wärst du hier falsch.

Das liefert dir der Knut Hansen Dry Gin nicht.

Zwar erkennst du Wacholder im Hintergrund als Basisnote, den Ton geben jedoch andere Aromen an.

Allem voran triffst du bei der Verkostung auf Pfefferminz, Hagebutte und Eukalyptus. Dieser verleihen dem Bouquet eine interessante frische Note.

Gleich darauf folgt der Duft von Rosenblättern, Zitronengras und Früchtetee.

Das Bouquet des Knut Hansen ist eines der komplexesten und spannendsten, das wir in dieser Verkostungsreihe probieren durften.

Zwar kann er im Mund die Messlatte aus dem Bouquet nicht ganz erreichen. Dies schmälert allerdings nicht die vielen Genussmomente, die wir mit diesem Tropfen hatten.

Was du über Knut Hansen Gin sonst noch wissen musst:



Bester Gin #3: Des Physikers bester Tropfen

Legt man diesem Destillat das Paradoxon seines Namensgebers zugrunde, könnte man sagen:

„Solange die Flasche geschlossen ist, kann man nicht beurteilen, ob der darin enthaltene Gin gut oder schlecht ist.“

Sobald du den Schrödingers Katze Gin aber öffnest, weißt du:

Er ist genial!

Als Teil des Spirituosen-Portfolios von Heidelberg Spirits ist dieser seit kurzem im Handel.

Er basiert dabei auf 14 Botanicals, wobei sich der Hersteller eine Hand voll Unikate herausgepickt hat:

  • Katzenminze
  • Heidelbeeren
  • Zitronenthymian

Was dich in einem Glas Schrödingers Katze Gin erwartet:


Schrödingers Katze Gin zählt zu den Verfechtern des klassischen London Dry-Stils.

Trocken und Wacholder-betont.

Diese Eigenschaften wirst du bereits beim ersten Glas erkennen, das du von diesem Gin verkostest.

Hinzukommen Nuancen von Zitronenthymian, Rosmarin und Gurke. In zweiter Reihe folgen Ingwer und Rosine.

Die Verkostung dieses Tropfens war für mich ein Spektakel. Ich musste anschließend eine längere Pause einlegen, da ich ein paar mehr Gläser verkostet hatte, als pro Produkt vorgesehen war.

Die Nuancen in dessen Bouquet waren aber einfach zu gut.

Was du über Schrödingers Katze Gin sonst noch wissen musst:



Bester Gin #2: 66,6 %Vol. aus dem Saarland

Ferdinand’s Gin war einer der ersten Wacholdertropfen, die dieses Genre auf ein elitäres Level gehoben haben.

Kurz nach dem Start des Gin-Booms im Jahr 2010 war die saarländische Gin-Schmiede Capulet & Montague unter den ersten, die ihrem Produkt ein Hauch Exklusivität verliehen.

Durch die Infundierung mit Weißwein, durch elegantes Design, durch stetige Erweiterung des Portfolios.

Die Fassstärke-Version basiert – wenn auch deutlich hochprozentiger – ebenso wie der Klassiker der Marke Ferdinand’s auf 36 Botanicals. Darunter:

  • Riesling-Trauben
  • Lavendel
  • Hopfen

Was dich in einem Glas Ferdinand’s Fassstärke Gin erwartet:


Ich finde es immer wieder faszinierend, wie ein Destillateur aus einem Produkt ein Kunstwerk kreiert.

Wirf mal einen Blick auf Spirituosen mit 37,5 %Vol. oder 40 %Vol. Bei vielen darunter bekommt es die Destillerie nicht hin – oder will es nicht – ein weiches, rundes Destillat zu produzieren.

Die Schärfe und das Brennen, das dann bei der Verkostung entsteht, liegt aber nicht allein am Alkohol.

Dass dieser auch im hochprozentigen Sektor eine wahre Gaumenfreude sein kann, beweisen Destillate wie der Ferdinands Fassstärke Gin.

Mit 66,6 %Vol. zählt er zweifelsohne zu den hochprozentigsten Gins, die ich bisher verkostet habe.

Dabei versprüht er Aromen von Weihrauch, Süßholz und Hopfen. Ein tolles Bouquet.

Aber nichts im Vergleich zum Mundgefühl.

Der Alkohol ist in diesem Gin derart gut eingebunden, dass ich behaupte, der Ferdinands Fassstärke hat eine der besten Texturen, die ich jemals bei Gin entdeckt habe.

Was du über Ferdinands Fassstärke Gin sonst noch wissen musst:



Tipp: Wir haben für dich die wichtigsten sowie exotischsten Botanicals für Gin recherchiert und in einem eBook kostenfrei für dich zusammengestellt. Dies hilft dir, zahlreiche Aromen in einem Glas Gin zu entdecken.

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Bester Gin #1: Was für ein Killer-Destillat

Ähnlich wie Ferdinands gehört Windspiel zu jenen Gin-Marken, die dieser Spirituosen-Kategorie etwas Glamouröses verliehen.

Sie versprachen dem Kunden etwas Besonderes.

Dieses Konzept funktioniert aber nur, wenn der Inhalt liefert, was das Äußere verspricht.

Und keiner hat dies derart perfektioniert wie die Jungs und Mädels hinter dem neuen Windspiel Navy Strength.

Ich muss sagen, dass dies ohne Frage der beste Gins war, den ich in den vergangen 1 bis 2 Jahren verkosten durfte.

Dabei erledigt auch hier der Alkohol die aromatische Hauptarbeit. Denn die Botanicals sind identisch zum Klassiker aus gleichem Hause. Darunter:

  • Koriander
  • Zimt
  • Lavendel

Was dich in einem Glas Windspiel Navy Strength Gin erwartet:


Das Bouquet des Windspiel Navy Strength ist ein geniales Sammelsurium. Jedes Mal als ich meine Nase über das Glas hielt, entdeckte ich andere Aromen.

Dabei spielte es keine Rolle, wie oft ich dies wiederholte.

Wacholder, Ingwer

Orange, Zitronen

Jasmin, Zimt

Vanille, gelbes Nimm 2-Bonbon.

Die Fülle und Diversität an Aromen, die dir dieser Gin liefert ist einfach unbeschreiblich.

Das i-Tüpfelchen des Windspiel Navy Strength ist allerdings dessen Alkohol. Dieser transportiert virtuos die einzelnen Aromen und bringt ein leichtes Prickeln auf deine Zunge.

Diese Eigenschaft macht den Windspiel Navy Strength in meinen Augen zu keinem Gin, sondern einem kleinen Kunstwerk.

Was du über Windspiel Navy Strength Gin sonst noch wissen musst:



Jetzt bist du dran: Welcher war in den vergangenen Monaten dein Lieblings-Gin?