Kennst du diesen einen Grund, warum die Whisky-Marke Aberlour derart viele Fans an sich bindet?

Kontinuität!

In einer Zeit, in der jeder nach Entschleunigung schreit, liefert Aberlour genau dies.

Diese Destillerie bietet dir ein kleines Portfolio an Single Malts, das sich seit vielen Jahren kaum geändert hat.

Keine Spur von überteuerten No-Age-Statements, jährlichen Limited Editions oder Whisky-Drift.

Aberlour kann dir Qualität zu moderaten Preisen liefern.

Kann!

Denn die Voraussetzung hierfür ist, dass du die Malts dieser Destillerie mit ihren auffallend fruchtigen Bouquets verstehst und verkosten kannst.

In diesem Artikel möchte ich dir daher zeigen, welche Aromen dich in einem Single Malt von Aberlour erwarten und wie du diese entdeckst.

BEVOR WIR LOSLEGEN:


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Aberlour: Warum dies Einsteiger-Whiskys sind

Ich habe es nicht verstanden.

Ich habe es einfach nicht verstanden.

Wie kann eine Destillerie, deren Produktion so durchschnittlich erscheint, einen derart fruchtigen Haus-Stil kreieren?

Wirf einmal einen Blick auf jene Aromen von Aberlour, die in deren Feinbrand am deutlichsten hervortreten, und du verstehst, was ich meine:

  • Apfel
  • Zitrone
  • Johannisbeere

3 von 4 Aromen, die in deren New Make auftreten, sind Frucht-Noten.

aberlour-whisky

Neben einem Bouquet, das vollgepackt ist mit Früchten, dürften dir in der obigen Grafik noch 3 weitere Eigenschaften dieser Whiskys auffallen.

Aberlour Malts…

  • … haben eine weiche Textur
  • … besitzen einen leicht süßlichen Geschmack
  • … liegen mit mittelschwerem Körper auf der Zunge

Zusammen mit deutlichen Frucht-Aromen sind all dies Attribute, die ihn als Whisky für Einsteiger prädestinieren.

Denn er liefert Erfolgsmomente. Und zwar schnell.

Das Interessante daran: Aberlour fährt diese Schiene seit den 1880ern.

Aberlours fruchtiger und zugänglicher Whisky-Stil existiert in dieser Form bereits seit den 1880ern.

Als gegen Ende des 19. Jahrhunderts Botaniker und Winzer amerikanische Weinreben nach Europa brachten, schleppten sie zeitgleich die Reblaus Phylloxera ein.

Da europäische Reben gegenüber diesem Parasiten nicht resistent waren, glichen für diesen europäische Weinfelder einem Schlaraffenland.

Ende des 19. Jahrhundert zerstören eingeschleppte Parasiten einen Großteil der europäischen Weinernte. In dessen Folge stieg der Absatz von leichten und fruchtigen Whiskys.

Er vernichtete in der Folge rund Zweidrittel der europäischen Weinrebenbestände. 

Darunter litt aber nicht nur Wein, sondern auch Weinbrände wie Cognac und Armagnac.

Der Wunsch das entstandende Vakuum zu füllen und die Nachfrage nach leichten, fruchtigen Destillaten ließen den Absatz von Blended Scotch Whiskys steigen.

Und den von leichten, fruchtigen Single Malts wie Aberlour.

Diesen Haus-Stil kreiert die Destillerie durch die Verwendung verschiedener Parameter:

  • Fermentation: 48 Stunden
  • Destillation in 4 Pot Stills
  • Große Brennblasen

Aberlour setzt bei der Produktion ihrer Single Malt-Linie auf eine Vielzahl verschiedener Gersten-Sorten.

Darunter Optic, Oxbridge oder Concerto.

Aberlour distillery
Blick auf die Seitenfassade der Aberlour Distillery, Speyside. Bildquelle: Pernod Ricard

Deren Maische vergärt sie mit industrieller Standard-Hefe Mauri Cream.

Nach der Fermentation hat Aberlour zwar bereits die Basis für einen fruchtigen und weichen Single Malt-Stil gelegt, bisher aber noch keinen individuellen Schritt eingebracht.

Dieser folgt, sobald die vergorene Maische zur Destillation gelangt.

Denn dieser erfolgt mit auffallend großen Füllmengen.

Sowohl in den Wash– als auch Spirit Stills.

  • Füllmenge Wash Still: 12.300 Liter
  • Füllmenge Spirit Still: 14.500 Liter

Wie groß dieses Volumen ist, erkennst du im Vergleich mit Brennblasen anderer Malt Whisky-Destillerien Schottlands wie Macallan.

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Als Faustregel lässt sich sagen, dass mit der Größe der Brennblasen auch die Milde des Destillats steigt.

Natürlich findest du zahlreiche Ausnahmen. Dennoch destillieren zahlreichen Malt Brennereien, die für die weiche Textur ihrer Whiskys bekannt sind, auf großen Pot Stills.

Und in dieser Riege findest auch die Malts von Aberlour.

Neben deren fruchtigen Aromen ist daher das weiche Mundgefühl eines der Merkmale von Aberlour. Auch dann wenn er mit seinen 67 bis 70 %Vol. aus den Brennblasen fließt.

Erweitert wird dieses anschließend noch durch eine mehrjährige Fasslagerung sowohl in Ex-Bourbon-Fässern als auch in solchen, in denen zuvor Oloroso Sherry lagerte.

Die aus dieser Vermählung bzw. Blending resultierenden Whiskys werden anschließend abgefüllt.

Mehr zur Fassreifung von Malt Whisky:


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Die optimale Trinktemperatur von Aberlour Malts

whisky tasting Aberlour
Die Malts im Kern-Portfolio von Aberlour unterscheiden sich vor allem hinsichtlich der Reifungsdauer, weniger in dessen Art. Bildquelle: Pernod Ricard

Eine Empfehlung für die passende Trinktemperatur zu geben, ist bei manchen Malt Whisky-Destillerien Schottlands schwierig.

Deren Portfolios variieren häufig in Art und Stil der einzelnen Abfüllungen. Hier eine langjährige Fasslagerung in Ex-Bourbon-Fässern, dort eine kurze Reifungsdauer mit Finish in Ex-Pedro Ximénez-Fässern.

Aberlour ist da anders.

Deren Portfolio zeigt Kontinuität in der Art der Fassreifung.

So basieren die Age-Statements von Aberlour auf dem Double Cask-Prinzip. Das heißt, sie reiften alle in einer Melange aus Ex-Bourbon- und Ex-Oloroso Sherry-Fässern.

Sie variieren daher in erster Linie in der Dauer ihrer Reifung, nicht in ihrer Art.

Da Single Malts von Aberlour zudem weich und filigran auf deiner Zunge liegen, solltest du deren jüngere Malts bei 18 bis 19 °C verkosten, deren ältere und kräftigere wie den 18-jährigen oder A’bunadh hingegen bei 20 bis 21 °C.

In beiden Fällen bekommst du eine gute Balance zwischen Textur und Intensität des Bouquets.

Foodpairing: Was passt zu den Malts von Aberlour?

Single Malts von Aberlour spielen mit Nuancen.

Das Bouquet ist fruchtig und je älter der Whisky wird, desto mehr Karamell oder Minzschokolade findest du darin.

Aus diesem Grund wirst du mit diesen Malts vor allem dann deine Freude haben, wenn du sie als Dessert-Whiskys betrachtest.

Nachspeisen mit wenig Sahne aber viel Fruchtauswahl passen bei einem Aberlour wie die Faust aufs Auge.

Packst du den Whisky aber eher bei herzhaften Speisen aus, dann funktioniert er vor allem bei Geflügel und Bayonne-Schinken.

Probiere dies einmal mit Rosmarin und Thymian.

Vorschläge

Gemüse/Käse

Gruyère

Kräuter/Gewürze

Rosmarin, Thymian, Minze, Kardamom, Muskat, Salbei, Petersilie, Schwarzer Tee

Fleisch/Fisch

Bayonne-Schinken, Ente, Lamm, Hühnchen

Früchte

Mango, Grapefruit, Zitrone, Orange, Guave, Apfel, Birne, Kirsche, Weintrauben, Erdbeeren, Himbeeren, Pflaume

Hast du diese Abfüllungen von Aberlour schon probiert?

Ich muss zugeben, dass mich der Reiz der Rarität ebenso begeistert, wie die meisten anderen Whisky-Fans.

Etwas Seltenes in Händen zu halten, dessen exklusive Aromen verkosten zu dürfen, birgt etwas Magisches.

Davon wirst du bei Aberlour jedoch nicht viel finden.

Deren Credo ist ein kleines Portfolio mit Beständigkeit.

Und zum Glück von herausragender Qualität.

Im Folgenden möchte ich dir daher jene Single Malts von Aberlour vorstellen, die den Erfolg dieser Marke ausmachen.

Single Malts, die du als Whisky-Fan probiert haben musst.

Aberlour 12 Jahre

Fasstyp: Double Cask-Reifung in Ex-Bourbon- und Ex-Oloroso Sherry-Fässern. (Blend aus Ex-Bourbon Malts und solchen aus Ex-Sherry-Reifung)

Alkohol: 40 %Vol.

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Aberlour 16 Jahre

Fasstyp: Double Cask-Reifung in Ex-Bourbon- und Ex-Oloroso Sherry-Fässern.

Alkohol: 43 %Vol.

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Aberlour Casg Annamh

Fasstyp: Double Cask-Reifung in Ex-Bourbon- und Ex-Oloroso Sherry-Fässern.

Alkohol: 48 %Vol.

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Aberlour A’bunadh

Fasstyp: Reifung in Ex-Oloroso Sherry-Butts

Alkohol: ca. 60 %Vol. (variiert je nach Batch)

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Aberlour 18 Jahre

Fasstyp: Double Cask-Reifung in Ex-Bourbon- und Ex-Oloroso Sherry-Fässern.

Alkohol: 43 %Vol.

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