Gin Tonic Zubereitung
Die Zubereitung eines Gin Tonic erfordert nicht viele Zutaten, jedoch solide Kenntnisse über deren Aromatik.

Einen guten Gin Tonic zuzubereiten, ist keine Herkulesaufgabe. Das passende Tonic zum Gin zu finden, hingegen schon.

Es ist noch gar nicht so lange her, da stand ich hinter der Bar mit Gordon’s als Gin und Schweppes als Tonic.

Unser damaliger Barchef wünschte nicht mehr, denn die Gäste wünschten nicht mehr.

Und heute?

Seit einigen Jahren sprießen neue Wacholderdestillate wie Pilze aus dem Boden. Einige davon mit hervorragender Qualität und andere mit… nun ja, überspringen wir das.

Gin Tonic ist dabei das Zugpferd. Dieser Longdrink ist der Grund, warum es Genussmenschen seit einiger Zeit in Scharen an die Cocktail-Gläser zieht.

Er lässt sich einfach zubereiten, versprüht einen Hauch Sommer und lässt Raum für kreative Ideen.

Das Problem ist nur: Es gibt einfach zu viele Möglichkeiten.

Mehrere Hundert Gins und Dutzende Tonic-Varianten machen das Angebot unüberschaubar.

Mit diesem Artikel möchte ich dich daher unterstützen, keinen guten, sondern einen hervorragenden Gin Tonic zu kreieren. In verschiedenen Variationen.

In diesem Artikel möchte dir daher unter anderem Folgendes zeigen:

  • Hervorragende Gin und Tonic-Kombinationen
  • Das perfekte Mischverhältnis
  • Eigenes Tonic herstellen

Bevor wir loslegen…


Dieser Leitfaden wird dir nicht nur Theorie liefern, sondern zudem praktisches Wissens. Aus diesem Grund haben wir eine Best of Gin Tonic-Übersicht für dich erstellt.

Darin findest du zahlreiche Kombinationen von Gins und Tonics, die hervorragend miteinander harmonieren und dir Zeit bei deiner Suche sparen.
 
Die Best of-Gin Tonics jetzt kostenfrei runterladen.


 

Ok, fangen wir an.

Lass uns als Erstes einen Blick auf die Rezeptur werfen.

Das Gin Tonic-Rezept

Rezeptur mit einem Gin zu Tonic-Verhältnis von 1:2 bis 1:3. Das Tonic-Volumen kann nach Belieben angepasst werden.
Vorbereitungszeit2 Min.
Zubereitungszeit3 Min.
Arbeitszeit5 Min.
Gericht: Getränke
Land & Region: England
Portionen: 1 Person
Kalorien: 110kcal

Equipment

  • Highball- oder Coppa-Glas
  • Evtl. Zestenschneider

Zutaten

  • 5 cl Dry Gin (Wacholder-betont)
  • 12,5 cl Tonic Water
  • 4 – 5 mittelgroße Eiswürfel
  • 1 Garnitur

Anleitungen

  • Gib zunächst die Eiswürfel ins Glas und gieße anschließend Gin hinzu.
  • Nun Limettenzeste, Gurkenscheibe oder Botanical des jeweiligen Gins hinzugeben.
  • Mit Tonic Water auffüllen.

Der Vorteil eines Gin Tonic liegt darin, dass du ihn meist auf deinen eigenen Geschmack „einstellen“ kannst. In vielen gehobenen Bars erhältst du daher den Gin im Glas auf Eiswürfel serviert, eine kleine Flasche Tonic daneben.

Dadurch kannst du dir die Menge von Gin und Tonic nach deinen Wünschen einschenken.

Um dir eine Orientierungshilfe zu geben, möchte ich dir das Verhältnis zeigen, dass bei uns für die meiste Begeisterung sorgt:

1:2 bis 1:3

Was ist das beste Mischverhältnis von Gin und Tonic?

Ein Gin Tonic ist wie ein AC/DC-Song. Er scheint simpel zu sein; sobald du ihn aber nachspielen – mixen – möchtest, erkennst du, dass deine Annahme Unsinn war.

Ohne Frage Highway to hell oder Shoot to thrill sind keine Suiten, die es mit Mozart oder Bach aufnehmen könnten. Möchtest du sie aber nachspielen, wirst du erkennen, dass bei solch einfachen Songs jeder deine Fehler erkennt.

Glaub mir, ich habe mich hiermit häufig genug blamiert…

Wie bei einem Gin Tonic liegt die Crux im Detail. Daher solltest du deinen Gästen die Möglichkeit geben, selbst das perfekte Verhältnis zwischen Gin und Tonic zu finden.

Serviere ihnen Glas, Eis und Gin; Das Tonic stellst du ihnen in einer kleinen Flasche daneben.

Rezept zum Gin Tonic

Habe ich 5 cl Gin vor mir, dann gieße ich ungefähr 12 bis 13 cl hinzu. Jemand der es hingegen stärker und alkoholischer möchte, entsprechend weniger.

Hierdurch gibst du deinem Gast die Möglichkeit selbst zu entscheiden. Du erhöhst die Chance, dass er einen perfekten Gin Tonic bekommt, statt auf gut Glück ihm ein bestimmtes Verhältnis vorzusetzen.

Du möchtest noch mehr Gin-Cocktails kennenlernen?



Mittlerweile gibt es derart viele Gin-Fans, ja sogar schon Enthusiasten, dass dein Gast mit hoher Wahrscheinlichkeit sein Lieblingsverhältnis bereits kennt.

Gib ihm daher die Möglichkeit, es sich selbst zuzubereiten.

Fragt er dich nach deinem Rat, dann gib ihm eine Empfehlung. Mehr nicht. Denn das perfekte, immer gültige Mischverhältnis von Gin und Tonic gibt es nicht.

Verschiedene Verhältnisse und deren aromatische Auswirkungen

Manchmal bietet es sich aber an, einen Gin Tonic zu servieren, der vom Gast keine weitere Arbeit verlangt.

Dies ist dann der Fall, wenn dieser sein Wunsch-Verhältnis bereits geäußert hat oder dies dem Bartender oder Gastgeber überlässt.

In diesem Fall ist es wichtig, dass du die aromatischen Unterscheide der einzelnen Mischverhältnisse kennst.

Wie serviere ich einen Gin Tonic?

Noch vor rund 10 Jahren war es ausgesprochen simpel, einen Gin Tonic zu servieren.

Gin + Tonic + Eis

Dazu noch ein Glas, das groß genug war, dass nichts überläuft.

Die Ansprüche an diesen Longdrink waren bescheiden.

Heute ist dies anders. Heute macht allein die Vielzahl an Gins und Tonic Waters die Zubereitung zu einer Wissenschaft.

Gin-Fans und Bartender achten auf Aromatik, Mischverhältnisse und die passende Garnitur.

Denn mit dieser kannst du einen Gin Tonic nicht nur optisch aufwerten, sondern ihm auch aromatisch das i-Tüpfelchen verleihen.

Gurke, Limette oder doch Rosmarin? Welche Garnitur passt?

Möchtest du einen Gin Tonic zubereiten, dann bietet dir dieser 3 Aroma-Quellen:

  • Dry Gin
  • Tonic Water
  • Garnitur

Die Garnitur ermöglicht es dir nicht nur, dem Longdrink Ästhetik zu verleihen, sondern ihn zudem aromatisch aufzuwerten.

Allerdings solltest du darauf achten, dass dies auch tatsächlich der Fall ist. Nur weil ein Ast, eine Zeste oder Schote optisch etwas hermacht, muss sie den Drink nicht auch aromatisch unterstützen.

Dies gilt insbesondere für Rosmarin-Zweige und Gurken-Scheiben. Seit wenigen Jahren gelten diese als das Non-Plus-Ultra der Gin Tonic-Garnitur.

Unabhängig davon, ob sie zur Aromatik der Zutaten passen oder diese gar stören.

Limetten sind klassische Gin Tonic-Garnituren. Häufig greifen diese Noten des Gins auf und unterstützen den Drink folglich auch aromatisch.

Bei der Dekoration eines Gin Tonic hast du 2 Optionen:

  • Garnitur, die nur optisch unterstützt, nicht aber aromatisch
  • Garnitur, die sowohl optisch als auch aromatisch unterstützt

Bei der ersten Variante hast du Narrenfreiheit. Es funktioniert, was gefällt.

Bei der zweiten ist dies hingegen nicht ganz so einfach. Die Garnitur lenkt hier sowohl Ästhetik als auch die Aromen des Highballs.

  • Klassisch: Limetten

Limettenzesten funktionieren nahezu bei jeder Gin und Tonic-Kombination. Der Grund liegt in der Chemie des Wacholders, die einige Duftstoffe aufgreift, die auch in Limettenschalen vorkommen.

  • Extravagant: Botanicals

Diese Variante ist in der Praxis nicht immer umsetzbar. Im Tagesgeschäft einer Bar oder auch bei der Zubereitung zuhause steht dir nicht immer eines der aromagebenden Botanicals zur Verfügung.

Falls doch, ist dies aber eine hervorragende Möglichkeit, deinem Gin Tonic eine individuelle Note zu verleihen.

Rosmarin, Grapefruit etc.

Wichtig: Botanicals haben bei der Zubereitung eines Gins verschiedene Aufgaben. Manche liefern Aromen, andere hingegen sind Bindeglieder zwischen Botanicals etc. Aus diesem Grund solltest du bei der Garnitur auf ein Aroma-gebendes Botanical achten.

Dies gilt auch für Gurkenscheiben.

Seit Hendrick’s Gin vor einigen Jahren jenes Gemüse als Garnitur für deren Gin Tonic auserkor, scheint dieses nun in jedem zweiten Longdrink zu landen.

Dies mag bei einigen funktionieren, ist aber kein Allheilmittel für jegliche Dekoration.


Lerne die wichtigsten Botanicals von Gin kennen und verstehe deren aromatische Bedeutung.

gin botanicals ebook

Das eBook „Botanicals des Gins“ kannst du hier kostenfrei downloaden.


Welches Glas für Gin Tonic?

Da ein Gin Tonic ein Longdrink bzw. Highball ist, brauchst du ein Glas, das diese Menge an Flüssigkeit halten kann.

Und dabei noch gut aussieht…

Neben das klassische Highball-Glas gesellte sich vor wenigen Jahren das Coppa-Glas.

Das Highball-Glas

Highball Glas
Highball-Glas von Spiegel & Nachtmann aus Kristallglas

Diese Gläser lassen Raum für rund 40 ml. Darin enthalten sind dann Gin, Tonic und Eiswürfel.

Seit langem verwende ich für diese Highball-Form die Gläser von Spiegelau & Nachtmann. Einfach aus dem Grund, da diese ästhetisch aussehen, hochwertig in der Hand liegen und ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis besitzen.

Zweifelsohne gibt es noch ähnlich Gläser, allerdings kann ich dir diese uneingeschränkt empfehlen.

Wenn du möchtest, kannst du die Highball-Gläser hier bestellen.

Das Coppa-Glas

Coppa Glas
Das Coppa-Glas gilt als die moderne Form des Gin Tonic-Glases

Seit kurzem gesellt sich neben die klassische Form eines Longdrink-Glases auch noch die Coppa-Variante.

Dieser Kelch besitzt etwas weniger Volumen als ein Highball-Glas; jedoch genug, um einen Gin Tonic mit all seinen Zutaten zu fassen.

Diese Form hat keine Vorteile gegenüber einem Highball-Glas, verleiht dem Drink jedoch etwas mehr „Atmosphäre“, da es Platz für diverse Garnituren lässt.

Du kannst das Coppa-Glas hier bestellen.

Welcher Gin und welches Tonic?

Boar Gin als Basis für einen Gin Tonic
„Boar“ ist ein Gin im klassischen, wacholder-betonten Stil aus dem Schwarzwald.

Bereitest du einen Gin Tonic zu, solltest du dir ins Gedächtnis rufen, was Gin eigentlich ist: Ein Destillat mit markanter Wacholder-Note.

Natürlich sind deiner Kreativität mit der Vielfalt aller verfügbaren Gins keine Grenzen gesetzt. Einen Gin Tonic im klassischen Sinne erhältst du allerdings nur, wenn das Wacholder-Aroma des Gins eine tragende Rolle bekommt.

Gins, die diese Eigenschaft besitzen, sind zum Beispiel:

  • Boar Dry Gin
  • Juniper Jack
  • The Botanist

Die Auswahl an Gins ist allerdings unüberschaubar geworden. Selbst wenn du dich täglich mit dem Thema beschäftigst, spätestens 2014 hast du den Anschluss verpasst.

Zu jenem Zeitpunkt explodierte der Markt und jeder der Gin herstellen konnte, stellte ihn her – und auch die, die es nicht konnten.

Ich habe daher 15 Gins ausgesucht, die wir in den vergangenen Jahren verkosteten und auf ihre Gin Tonic-Tauglichkeit überprüften. Solche, die wir hier auf Eye for Spirits mit 8 bis 10 Punkten bewerteten, die aus unserer Sicht daher Meilensteine sind.

Wir stellen dir diese Liste an Gins als kostenfreien Download zur Verfügung. Darin findest du nicht nur die Gins selbst, sondern auch Tonic Waters, mit denen du sie hervorragend kombinieren kannst.

Klicke hier, um die Best of-Gin Tonics als PDF runterzuladen.
 

Wie du eigenes Tonic herstellst

Wusstest du, dass „Gin und passendes Tonic“ eines der meistgesuchten Begriffe in der Rubrik „Gin“ ist. Dementsprechend ist das Internet auch gut bestückt mit Empfehlungen und Vorschlägen, die dir Filler zu dieser Spirituose anbieten.

Zweifelsohne findest du dort gute Kombinationsvorschläge. Möchtest du dir und deinen Gästen aber Individualität und etwas Besonderes servieren, hast du noch eine andere Möglichkeit, als nach Vorschlägen zu googeln:

Du kannst diesen Longdrink mit eigenem Tonic zubereiten.

Dies bietet dir nicht nur die Chance einen Filler zu kreieren, der hervorragend mit dem entsprechenden Gin harmoniert, sondern deinen Gästen auch ein besonderes Genusserlebnis bieten kann.

Im Folgenden möchte ich dir daher zeigen, wie du dein eigenes Tonic herstellst.

Diese Zutaten benötigst du für eigenes Tonic

Was dir bei der Zubereitung diese Longdrinks mit eigenem Tonic auffallen wird, ist die Tatsache, dass du keinen 2-Komponenten-Drink mehr hast.

Nach wie vor bildet Gin die Basis-Spirituose, die anderen Zutaten werden jedoch sukzessive hinzugegeben.

Lass uns zunächst den wichtigsten Teil des Tonics herstellen: den Bitterstoff Chinin.

Beginnen wir hierfür mit der Zutatenliste, die laut Dave Arnold und seinem Buch „Liquid Intelligence“ die passende Grundlage bietet.

Folgende Utensilien und Ingredienzen benötigst du:

  • 20 g Chinarinde (pulverisiert)
  • 750 ml Wasser
  • 750 g Kristallzucker
Cinchona (Chinin) zur Zubereitung von eigenem Tonic für Gin Tonic
Chinarinde bzw. Cinchona ist die Zutat, die den Bitterstoff Chinin liefert.

Bringe das Chinarinden-Pulver zusammen mit Wasser in einem Kochtopf bei mittlerer Hitze zum Köcheln.

Reduziere anschließend die Wärme und lass es rund 5 Minuten köcheln.

Lass die Suspension nun abkühlen und filtere sie nun durch ein feines Sieb und anschließend durch einen Kaffeefilter.

Drücke das feuchte Pulver im Filter mehrfach an, um so viel Flüssigkeit wie möglich herauszuholen.

Da du während des Filtervorgangs Wasser „verloren“ hast, musst du das Filtrat auf 750 ml auffüllen. Andernfalls wäre der Sirup am Ende zu süß.

Gib nun den Zucker hinzu und verrühre, bis sich dieser aufgelöst hat.

Wichtig: Neben der Extraktion von Chinin aus der Rinde des Chinarindenbaumes hast du stattdessen auch die Möglichkeit reines Chinin in Pulverform zu verwenden. Allerdings rate ich dir dringend davon ab, da eine falsche Dosierung dieses Stoffes zu schweren gesundheitlichen Konsequenzen führen kann.

Möchtest du deinem Tonic noch deine persönliche Note verleihen, kannst du vor dem Köcheln noch weitere Ingredienzen hinzugeben.

Kräuter, Zesten etc.

Die Tonic-Flavour Map

Um dir zu zeigen, welche aromatischen und geschmacklichen Richtungen du einschlagen kannst, haben wir die Tonic Flavourmap für dich entworfen.

Flavour-Map für Tonic-Zubereitung

Rezept: So bereitest du Gin Tonic mit eigenem Tonic zu

Kreierst du einen Gin Tonic mit einem Tonic Water nach obiger Rezeptur, unterscheidet sich dies von der herkömmlichen Variante.

Die Zutaten-Liste:

  • 55 ml Dry Gin
  • 12,5 ml Cinchona-Zucker-Sirup
  • 90 ml Wasser
  • Prise Salz
  • 12 ml Frischer Limettensaft (ohne Fruchtfleisch)

Zubereitung:

Gib alle Zutaten bis auf den Limettensaft zusammen und kühle es auf – 5 bis – 10 °C. Anschließend mittels Wassersprudler Kohlensäure hinzufügen.

Die Flüssigkeit kann nun luftdicht verschlossen gelagert werden.

Vor dem Servieren mit Limettensaft versetzen und in ein Gin Tonic-Glas auf Eiswürfel gießen.

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