Gin-Sorten

Du wirst niemals alle Gins probieren können, die es im Handel gibt. Alle Gin-Sorten hingegen schon.

Stelle mal eine Vermutung an, wie viele verschiedene Produkte es bei deutschen Händlern gibt?

400?

600?

Es sind 1.200!

Auf diese Summe schätzt Oliver Steffens, einer von Deutschlands führenden Gin-Experten, das hiesige Gin-Angebot.

All diese Destillate zu probieren, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Denn es kommen regelmäßig neue hinzu.

Aber die gute Nachricht vorweg:

Musst du auch nicht.

Um die Bandbreite dieser Wacholder-Spirituose zu erkunden, solltest du dich eher auf die 13 verschiedenen Gin-Sorten stürzen.

Diese geben dir eine Art Kompass auf deinem Weg durch die Gin-Szene. Sie machen das Dickicht übersichtlich.

Dieser Leitfaden hilft dir daher, die Besonderheiten jeder der 13 Gin-Sorten kennenzulernen.

Er unterstützt dich, jene Stile zu finden, die dich am meisten begeistern werden.


Bevor wir loslegen:

Um herauszufinden, welche der 13 Gin-Sorten dein Favorit ist, solltest du die Grundlagen deren Botanicals verstehen.

Hierfür haben wir ein eBook für dich geschrieben, das du jetzt kostenfrei runterladen kannst.

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Das eBook „Botanicals des Gins“ jetzt hier kostenfrei downloaden.


Gin-Sorten: Diese Arten sind offiziell genehmigt

Der Begriff „Gin“ lässt sich dehnen wie eine Leggings nach einem McDonald’s Besuch.

Eine Kategorisierung in verschiedene Gin-Sorten hilft daher aus folgenden Gründen:

  • Entdeckung hochwertiger Qualitäten
  • Orientierung in der Vielfalt an neuen Gins
  • Verständnis über die Aromatik einzelner Destillate

Eine Unterteilung von Gin-Arten kannst du daher bereits durchführen, wenn du sie in 2 große Lager teilst:

  • Offiziell
  • Inoffiziell

Erstere liegt die EU-Spirituosenverordnung zugrunde. Das heißt, du findest in dieser sowohl Angaben zum Höchstzuckergehalt, geographische Vorgaben etc.

Sogar Zutaten werden – wie unter anderem im Falle des Sloe Gin – eindeutig benannt.

Bevor ich dir nun zeige, was dich aromatisch in den einzelnen Gin-Sorten erwartet, haben wir dir für einen besseren Überblick eine Infografik erstellt:

13-gin-sorten-überblick

Lass uns zunächst einen Blick auf die Sorten werfen, die du auf den meisten Flaschen-Labels findest.

„Distilled“ ist die Grundlage der meisten Gin-Sorten

Suchst du unter den verfügbaren Gin-Sorten nach hochwertigen Tropfen, landest du mit hoher Wahrscheinlichkeit bei Distilled.

Allerdings muss ich zugeben, dass dieser Begriff nicht gerade der Inbegriff an Eindeutigkeit ist.

„Distilled“ heißt letztlich nichts anderes als „destillierter Gin“. Diese Bezeichnung suggeriert aber, dass andere Gin-Sorten nicht destilliert werden.

Das ist Quark.

Um die Aromen aus den Botanicals zu ziehen, braucht es hochprozentigen Alkohol. Folglich muss dieser – zumindest einmal – gebrannt worden sein.

Vielmehr treffen auf die „Distilled“-Kategorie folgende Punkte zu:

  • Mindestens 37,5 %Vol.
  • Spirituose mit Wacholdergeschmack
  • Erneute Destillation zur Aromatisierung

Du siehst: das entscheidende Kriterium für diese Sorte bezieht sich auf einen zweiten Destillations-Durchlauf. Erst wenn dieser erfolgt ist, darf ein Hersteller sein Produkt in die Distilled Gin-Ecke stellen.

Dieser Herstellungs-Schritt ist eine Voraussetzung, um daraus andere Gin-Sorten zu kreieren:

  • Dry
  • London
  • New Western Dry

Und das sind noch nicht alle.

Nach der zweiten Destillation dürfen diese dann zwar noch mit Wasser auf Trinkstärke reduziert, nicht aber aromatisiert werden. Dies muss vor oder während der zweiten Destillation erfolgen.

Im Handel bildet diese Kategorie den Löwenanteil. Vor allem da bekannte Gin-Sorten wie „Dry“ oder „London“ letztlich nur Unterkategorien von „Distilled“ sind.

Distilled Gins, die du probieren solltest


Old English Gin

Old English Gin

Old English war einer der ersten Gins, die ich für Eye for Spirits verkosten durfte.

Ich empfand damals dessen Äußeres absolut ästhetisch. Ich meine, was greift derart authentisch den alten Stil auf wie eine längliche, grüne Flasche mit schwarzem Wachsverschluss.

Dieses Äußere war es, was mich neugierig machte.

Der Inhalt war es dann aber, der zu weiteren Käufen führte.

Dessen weiches Mundgefühl und sein intensives Bouquet führen dazu, das seither immer eine Flasche Old English bei mir im Regal steht. (Bei Amazon.de bestellen)

Gin Mare

Gin Mare

Magst du mediterrane Aromen? Oliven, Thymian und Rosmarin?

In diesem Fall wäre der Gin Mare etwas für dich (Verfügbar auf Amazon.de).

Auch er schiebt den Wacholder in den Hintergrund. Stattdessen liefert dir dessen Bouquet ein Potpourri an Mittelmeer-Aromen.

Aufgrund dieser Aromatik kann er gleich 2 Gin-Sorten zugeordnet werden: Distilled und New Western.

Der Standard: Dry & London

Diese 2 Gin-Sorten gehören zusammen wie Yin und Yang.

Sie sind unweigerlich miteinander verbunden. Zumindest, wenn du es aus Sicht von „London“ betrachtest.

Du wirst nur wenige Gins finden, bei denen „London“ nicht zusammen mit „Dry“ auf der Flasche steht.

Aus Sicht von „Dry“ sieht die Sache allerdings anders aus.

Beide sind Sub-Genres der Sorte „Distilled“.

Während „London“ aber schon seit vielen Jahren zu den Gin-Sorten zählt, die durch die EU-Spirituosenverordnung definiert sind, war dies lange Zeit bei „Dry“ nicht der Fall.

Brennereien durften ihre Gin-Sorten auch dann als „Dry“ bezeichnen, wenn sie in Wahrheit gar keine waren.

Das heißt, selbst süße Gins durften „trocken“ bzw. „Dry“ heißen.

Hersteller durften mit dem Begriff schalten und walten, wie sie wollten. Und das taten sie auch… denn es war ein Verkaufsargument.

Bis 2014.

In jenem Jahr erhielt diese Bezeichnung einen Eintrag in der Spirituosenverordnung. Gin-Destillateure mussten sich von nun an an ähnliche Vorgaben bei der Herstellung eines Drys halten wie bei London.

Dadurch ist heute beiden Gin-Sorten gemein, dass sie nur wenig Zucker enthalten dürfen.

Lediglich 0,1 Gramm auf 1 Liter Alkohol.

Dry/London-Gins, die du probieren solltest


Cotswolds Dry Gin

Wenn ich meine persönliche Top 10 der besten Gins auflisten müsste, dann wäre der Cotswolds Dry darunter. (Auf Amazon verfügbar)

Definitiv.

Dieser Tropfen hat keine Schwachstelle, nur Stärken. So besitzt er eine milde Textur und ein ausgeprägtes Wacholder-Aroma.

Das Spannende ist jedoch, dass letzteres von zahlreichen weiteren Nuancen begleitet wird.

Dieser Brand – selbst über alle Gin-Sorten hinweg – ist einer der besten, die ich bisher verkosten durfte.

The Botanist

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The Botanist (Über Amazon.de bestellen) ist ein Killer-Tropfen, wenn es um die Zubereitung eines Gin Tonics geht.

Er liefert dir ein klassisches Aromenprofil und ein spritziges Mundgefühl. Aus meiner Sicht funktioniert The Botanist daher hervorragend mit Tonics von Thomas Henry oder Fentiman’s.


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Sloe Gin: Der einzige Likör unter den Gin-Sorten

Sloe Gin zählt zwar zu den offiziellen Gin-Sorten. Aber sind wir mal ehrlich: Es ist keine.

Diese Tropfen sind derart gesüßt, dass es sich vielmehr um Schlehen-Liköre auf Basis von Gin handelt. 

Das Kuriose daran: Aus traditioneller Sicht verwenden die meisten Hersteller als Grundlage Gin, rechtlich zwingend ist das aber nicht.

So habe ich bereits zahlreiche Sloe Gins verkostet, die auf Neutralalkohol basieren.

Neutralalkohol + Schlehen-Zusatz = fertig

Gut ist das aber nicht.

Denn auch wenn Sloe Gin nicht die Kriterien eines „richtigen“ Gins erfüllt, so haben einige Hersteller in dieser Kategorie wahre Meisterwerke kreiert.

Sloe Gins, die du probieren solltest


Monkey 47 Sloe Gin

Für Testberichte auf Eye for Spirits durfte ich in den letzten Jahren einige Sloe Gins verkosten.

Aber egal wie viele folgten, ich hatte bisher keinen im Glas, der so hervorragend schmeckte wie der Monkey 47 Sloe Gin. (Über Amazon.de bestellen)

Das Schlehen-Aroma nimmt das aromatische Zepter in die Hand, lässt aber dennoch Raum für die Botanicals des Gins.

Windspiel Sloe Gin

Ich kenne wenige Gin-Marken, die kurz nach deren Markteintritt, deren Portfolio so rasend ausbaute, wie Windspiel.

Einer der ersten, der dabei auf deren Standard-Gin folgte war der Windspiel Sloe Gin.

Das spannende an diesem Tropfen ist die Tatsache, dass er die Süße des Likörs mit einer angenehmen Säure verbindet.

Ich kenne wenige Sloe Gins, die derart spritzig auf der Zunge liegen. (Auf Amazon verfügbar)

London?! Gin-Sorten, die an Orte gebunden sind

Es ist schon irgendwie ironisch: Unter all den Gin-Sorten, die eine geographische Beschreibung in ihrem Namen tragen, hat gerade „London“ nichts mit der englischen Kapitale zu tun.

Anders hingegen diese 3:

  • Plymouth Gin
  • Gin de Mahón
  • Vilnius Gin

Diese dürfen nur in definierten Gebieten bzw. Städten produziert werden.

Dies bedeutet nicht zwangsläufig, dass sie ein markantes oder individuelles Bouquet hätten. Es gibt ihnen vielmehr auf Basis ihrer Herkunft ein Alleinstellungsmerkmal im Meer an verfügbaren Gin-Sorten.

Local-Gins, die du probieren musst

Plymouth Gin

Schwarzwald, Hamburg oder München. Eine Region auf das Flaschen-Label zu drucken, ist hip.

Es kombiniert Savour-vivre mit Heimatliebe.

Bist du nun jedoch ein Hamburger Gin-Destillateur, hält dich nichts davon ab, dein Produkt „Munich Dry“ zu nennen.

Oder andersrum.

Beide Städte unterliegen keiner gesetzlichen Definition in Hinblick auf deren Gin-Produktion.

Anders die englische Stadt Plymouth.

Kaufst du dir einen Tropfen mit der Aufschrift „Plymouth“, dann muss er im gleichnamigen Örtchen hergestellt worden sein. (Plymouth Gin bei Amazon bestellen)

Wacholder-intensiv und meist mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Xoriguer Mahon

Zu den Gin-Sorten, die eine geographischen Definition unterliegen, gehört auch Gin de Mahón.

Die Hauptstadt Menorcas ist somit eine der wenigen Regionen in Europa, deren Wacholder-Destillat rechtlich geschützt ist.

Der bekannteste Vertreter dieser Gin-Sorte ist Xoriguer Mahon. (Verfügbar auf Amazon.de)


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Kennst du alle inoffiziellen Gin-Sorten?

Reserve Gin: Im Holzfass ausgebaut

Unter allen Gin-Sorten reift nur Reserve Gin in Holzfässern

Gin-Sorten aus dem Holzfass sind kein Phänomen der Moderne. Bereits im 18. Jahrhundert kamen jene Holzbehälter zum Einsatz.

Der Unterschied zwischen damals und heute ist jedoch deren Verwendungszweck.

Heute benutzen Destillateure Holzfässer, um ihr Destillat mit weiteren Aromen anzureichern.

Früher war es schlicht Transport- oder Aufbewahrungsbehälter.

Allerdings darfst du dir den heutigen Einsatz von Fässern im Gin-Bereich nicht vorstellen, wie bei den „Holz-Spirituosen“ Cognac, Whisky oder Bourbon.

Während diese mehrere Jahre im Fass verbringen, sind es bei der Gin-Sorte „Reserve“ lediglich ein paar Monate.

Denn für viele Gin-Destillerien gibt es mehrere Gründe, diesen Zeitraum nicht zu überschreiten:

  • Unvorhersehbarkeit des Marktes
  • Aufrechterhaltung der grazilen Gin-Noten
  • Mangelnde Erfahrung im Umgang mit Holz-Fässern

„Reserve“ ist eine der modernsten Gin-Sorten und durchaus eine Bereicherung der Szene.

Die Nuancen, die das Holz dabei in den Gin bringen, gefallen aber nicht jedem. Dennoch erweitern diese ungemein den eigenen sensorischen Horizont.

Reserve Gins, die du probieren solltest


Jodhpur Reserve

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Die Marke Jodhpur war vor einigen Jahren eine der ersten, die den Schritt der Holzfasslagerung wagte.

Zahlreiche folgten.

Das spannende an diesem Tropfen ist die Tatsache, dass er in Ex-Brandy-Fässern aus Eiche ausgebaut wurde.

Hierdurch bekommt er nicht nur einen würzigen Charakter, sondern lässt auch noch Platz für Nuancen von Orange, Zitrone und Grapefruit. (Jodhpur Reserve über Amazon.de bestellen).

 Beefeater Burrough’s Reserve Oak Rested Gin

Gin-Sorte: Reserve

Nachdem kleine Marken wie Jodhpur die Gin-Sorte „Reserve“ eröffneten, dauerte es nicht lange, bis einer der Platzhirsche mitmischte.

Mit dem Burrough’s Reserve (auf Amazon verfügbar) leistete der Spirituosen-Konzern Pernod Ricard seinen Beitrag zur Etablierung dieser Kategorie.

Spätestens seit diesem Zeitpunkt war „Reserve“ eine fest Größe im Handel.

Beefeater machte mit dem Burrough’s Reserve zudem deutlich, dass es sich nicht um ein fassgelagertes Destillat im alten Stil handelt.

„Oak Rested Gin“ offenbart, dass dieser Tropfen lediglich in Eichenfässern ruhte und nicht lagerte.

Monate, nicht Jahre.

Compound: Gin aus der Badewanne?

Compound zählt zu den Gin-Sorten, die in der Szene nicht den besten Ruf genießen.

Auch wenn bereits zahlreiche Marken, das Gegenteil bewiesen, unterbewusst heben wir Distilled bzw. Dry auf ein Podest. Ein Podest, auf dem für Compound kein Platz ist.

Diese Aversion hat historische Gründe.

Übersetzt du den Begriff „to compound“ ins Deutsche, erhältst du „anrühren“ oder „mischen“. 2 Begriffe, die deutlich beschreiben, was mit diesem Begriff gemeint ist.

Compounds sind die Grundlage zahlreicher Gin-Sorten, denn auf ihm bauen Kategorien wie Distilled oder London Dry auf.

Vorausgesetzt der Hersteller destilliert ein zweites Mal.

Aromatisiert er hingegen seinen Alkohol mit Wurzeln, Früchten oder Blüten, lässt eine zweite Destillation allerdings aus, ist das Produkt ein Compound Gin

Ziehst du nun los und suchst im Handel einen Compound, muss ich dich aber enttäuschen. Das wird eine schwierige Aufgabe.

In der Geschichte der Gin-Sorten kamen Compounds nicht gut weg, waren sprichwörtlich die Müllbehälter für alles, was brennenden Alkohol trinkbar machte.

Im 18. Jahrhundert entwickelte sich als Synonym daher auch der Begriff „Bathtub Gin“.

Alkohol und Botanicals in die Wanne, umrühren, ab die Post!

Compound Gin, den du probieren musst

Professor Cornelius Ampleforth’s Bathtub /Ableforth’s Bathtub Gin

Als ich das erste Mal einen Ampleforth’s bzw. Ableforth’s Bathtub im Glas hatte, kickte es mich beinahe vom Stuhl. (Verfügbar auf Amazon.de)

Bis dato war ich der Meinung, dass bei den Gin-Sorten unterhalb der Distilled-Kategorie nichts läuft.

Bis zu diesem Glas.

Es war spritzig, es war komplex, es war eine Gaumenfreude.

New Western: Wacholder höchstens Platz 2

Falls du dich fragst, wieso der Markt in den letzten Jahren derart rasant wuchs, gibt es hierfür viele Antworten.

Zahlreiche Faktoren sind dafür verantwortlich, dass wir mittlerweile in einem Meer an Wacholderdestillaten leben. Einer davon sind Gin-Sorten wie der New Western.

Diese Kategorie ist eine Art Spielplatz für Produzenten und -Konsumenten.

Erlaubt war, was schmeckte.

Gut, alles was schmeckte und so halbwegs im legalen Rahmen war. Denn den Grundsatz, Gin-Sorten müssen nach Wacholder schmecken, sahen Hersteller von New Western Drys gerne flexibel.

Und die Botanical-Auswahl ist groß. Dadurch kam es zwar häufig zu Kontroversen, ob dieser und jener Tropfen noch Gin oder bereits aromatisierter Vodka sei. Der Markt wurde aber zweifelsohne durch tolle Produkte erweitert.

Als Ryan Magarian von Aviation Gin den Begriff vor 5 bis 6 Jahren prägte, hatte er keinen blassen Dunst davon, dass er die Gin-Sorte des 21. Jahrhunderts definierte.

Einen rechtlichen Rahmen gibt diesem Gin aber der Zusatz „Dry“. Denn Zucker verschütten, darfst du hier nicht.

New Western Drys, die du probieren musst

Tanqueray Rangpur

New Western Dry Gin-Sorte: Tanqueray Rangpur Gin

Tanquerays Rangpur Gin (Jetzt auf Amazon.de bestellen) besitzt ein deutliches Aroma nach Limetten. Meiner Ansicht nach ist dieses derart stark, dass es den Wacholder beinahe bis zur Unkenntlichkeit in den Hintergrund drückt.

Aus diesem Grund zählt dieser Tropfen zudem zur New Western Dry-Kategorie.

Wacholder nach hinten, anderes Aroma nach vorne.

Gin Sul

Gin Sul war 2014 einer der ersten Wacholder-Destillate, die einen würzig-süßlichen Charakter mit Lifestyle verbanden.

Keine hat sich derart zum Hamburger Aushängeschild gemacht wie diese Marke.

Neben Wacholder ist es vor allem dessen Markenzeichen, die portugiesische Lack-Zistrose, die dem Gin Sul ein markantes Bouquet gibt.

(Gin Sul über Amazon bestellen)

Old Tom & Cream & Cordial Gin

Old Tom gehört nicht zu den Gin-Sorten, die keiner auf dem Schirm hat.

Cream und Cordial Gin hingegen schon.

Sowohl Old Tom als auch Cream of the Valley bzw. Cream sind historische Gin-Sorten.

Eine rechtliche Grundlage haben diese nicht. Dafür aber eine kulturelle, an der sich einige Hersteller bedienen.

So besitzen beide einen markanten Zusatz, der nur einem Zweck diente: brennenden Fusel trinkbar zu machen.

Beim Old Tom versetzte ihn der „Macher“ mit einer ordentlichen Portion Zucker, beim Cream of the Valley mit Sahne oder Milch.

Beide Zutaten machten das Destillat weicher und bekömmlicher. Wie sich dies aromatisch auswirkte, interessierte nicht die Bohne.

Zum Glück sind diese Zeiten seit rund 300 Jahren passé. Gin-Sorten, die du heute unter Old Tom oder Cream Gin im Handel findest, sind meist Top-Qualität.

Recherchierst du im Handel nach weiteren Gins mit Zuckerzusatz, stößt du auf Cordial Gin.

Der Unterschied zu Old Tom?

Dessen Ruf.

Als das Destillationsniveau und die Ansprüche der Konsumenten im 18. Jahrhundert zunahmen, wäre es nicht mehr nötig gewesen, schlechte Qualität zu kaschieren.

Zu jener Zeit verband jedoch ein erheblicher Teil des Klientels Gin mit einem süßen Geschmack.

Um ihnen diesen daher zu bieten, sich aber vom schlechten Ruf des „Old Tom“ abzugrenzen, etablierten damalige Hersteller den Begriff „Cordial Gin“.

Old Tom & Cream & Cordial Gins, die du probieren musst:

Ableforth’s Old Tom

Historische Gin-Sorte: Old Tom Gin

Ableforth’s vereint mit diesem Tropfen zwei in der Vergangenheit verrufene Begriffe: Bathtub und Old Tom.

Aus beiden formt das Unternehmen jedoch einen aromatischen Tropfen mit einer ausgewogenen Süße. (Verfügbar auf Amazon.de)

Cream Gin

Dieser Cream Gin enthält – zum Glück – keine Milch oder Sahne.

Vielmehr verwendet die Destillerie Sahne und Zucker wie Botanicals. Das heißt, sie fügt sie den Mazeraten vor der Destillation hinzu.

Herauskommt ein samtweicher Gin. (Über Amazon.de bestellen)

Cordial Gin

Geschmacklich ähnlich sich die beiden Gin-Sorten Cordial und Old Tom

Beide sind wacholder-betont, beide sind süß.

Es gibt allerdings 2 Unterschiede:

  • In der Vergangenheit genoß Cordial einen besseren Ruf als Old Tom
  • Cordial Gin ist deutlich seltener als Old Tom

Neben einem Cordial Gin von Hayman’s findest du bei einigen Händlern auch eine Version von Sipsmith.