Abb.: Terralta Blanco Tequila mit 40 %Vol.. Alternativ ist auch eine Version mit 55 %Vol. erhältlich.
Abb.: Terralta Blanco Tequila mit 40 %Vol.. Alternativ ist auch eine Version mit 55 %Vol. erhältlich.

Es gibt Spirituosen, deren Kauf lohnt sich erst nach einigen Jahren der Fasslagerung.

Scotch Whisky wäre ein solcher Fall.

Das Basis-Destillat bringt hier einfach zu wenige Aromen mit, als dass es zum Genusstrinken reicht.

Nach Jahren im Dunkeln eines Fasses wandelt sich dies dann zu einer Perle des Genusses.

Es gibt aber auch die andere Fraktion.

Die, bei der der Feinbrand bereits eine Freude im Glas ist. Hier und da noch etwas Wasser zum Verdünnen, etwas Luft zur oxidativen Reifung und fertig ist ein Edeldestillat.

Rum gehört in dieses Genre.

Grappa auch.

Oder eben Tequila.

Als perfektes Beispiel für diese Behauptung dient der Terralta Blanco Tequila.

Hinter dieser Marke steckt die Destillerie El Pandillo von Felipe Camanera. Diese Brennerei aus Jalisco verzeichnet neben Terralta auch mit ihren beiden Marken G4 und Pasote Erfolge.

Gut. Zumindest in den USA.

Denn sind wir mal ehrlich. In Sachen High End-Tequila ist Deutschland Entwicklungsland.

Das Potential dieses Genussmittels wird hier nicht derart ausgeschöpft wie es bei Whisky oder Gin der Fall ist.

High End-Tequila ist hierzulande etwas für Liebhaber. Für solche, die gezielt nach spannenden, neuen Abfüllungen suchen.

Zählst du dich zu dieser Gruppe, dann bekommst du mit dem Terralta Blanco ein neues Schmuckstück.

Denn dieser Tropfen zählt zu jenen Tequilas, die dir zeigen, weshalb guter Agavenbrand kein Holzfass braucht.

Degustation des Terralta Blanco Tequila

Das Aussehen des Terralta Blanco lässt sich als klar und ohne Trübungen beschreiben. Keine Schwebstoffe.

Schwenkst du ihn einige Male, laufen kurz darauf zahlreiche, langsame Schlieren die Glasinnenseite hinunter.

Und dann beginnt das Spektakel.

Ich gab ihm nicht viel Zeit zum Atmen, sondern begann unmittelbar nach dem Einschenken mit der Verkostung.

Und darauf scheint er vorbereitet zu sein. Denn just in dem Moment, in dem ich das Glas zur Nase führte, stiegen intensive Agaven- und Erde-Noten aus dem Glas.

Es wirkte harmonisch, weich und ein wenig salzig. Für einen kurzen Moment scheint es, als wehe dir eine frische Meersbrise um die Nase.

Dementsprechend war es auch wichtig, dass der Terralta Blanco keinerlei negativen Alkoholnoten zeigt.

Stattdessen zeigt er ein komplexes Bouquet, dass hinter der Agaven-Front noch einige Nuancen parat hat.

So kriecht nach einigen Sekunden eine florale Note aus dem Glas, die an Jasmin erinnert.

Dieser folgen krautig-frische Aromen von Minze und grüner Banane.

Zum Schluss gibt es noch einen Hauch kalten Zigarettenrauchs.

Ein wahnsinnig komplexes Bouquet.

Nimmst du den ersten Schluck, legt sich der Terralta Blanco bereits mit diesem weich und mild auf deine Zunge.

Du brauchst hier keinen zweiten oder dritten Schluck, damit sich dein Mund an den Alkohol gewöhnt. Diese Eingewöhnungsphase gibt es hier nicht.

Stattdessen legt er sich mit leichtem Körper und süßlichem Geschmack auf deine Zunge.

Kurz darauf treten Agaven-Noten hervor. Allerdings erreichen die Aromen hier nicht die gleiche Raffinesse wie in der Nase. Er wirkt im Mund auf mich eher wie ein guter Vodka mit einem Hauch Agave, Erde und Vanille.

Was ihm aber im Mund an aromatischem Druck fehlt, macht er durch ein hervorragendes Mundgefühl wieder wett.

Zum Schluss leistet er sich keinen Patzer. Der Terralta Blanco verlässt weich und ohne alkoholisches Brennen deinen Gaumen.

Zurückbleiben Noten von Agave, Erde und frischen Zitronenzesten.

Terralta Blanco Tequila - 40 %Vol.

9.3

Bouquet

9.6/10

Geschmack

8.8/10

Mundgefühl

9.4/10

Nachklang

9.3/10

Positiv

  • Äußerst spannendes Bouquet
  • Seltene Aromen-Kombinationen
  • Angenehme Textur

Negativ

  • Im Mund wenige Aromen