Schrödinger Katzen Gin

Tesla, Humboldt und jetzt Schrödinger.

Gibt es eigentlich ein Thema, das noch nicht für das Marketing eines neuen Gins benutzt wurde?

Spontan fällt mir keins ein.

Dabei sind Physiker wie Erwin Schrödinger nicht die schlechteste Wahl. In deren Namen schwingt ein Hauch Qualität mit.

Auch wenn der Laie die Arbeit jener Wissenschaftlicher nur selten versteht. Das was im Subtext mitschwingt ist entscheidend.

Und wenn dann auch noch die US-Sitcom The Big Bang Theory sein bekanntestes Paradoxon „Schrödinger’s Katze“ erwähnt, ist die Zielgruppe angesprochen.

Dieses Marketing-Spiel verkauft die erste Flasche.

Der Gin, der sich darin befindet, aber womöglich die zweite. Vielleicht.

Schrödinger’s Katzen Gin braucht sich meiner Ansicht nach hierüber jedoch keine Sorgen machen. Denn wenn ein Gin derart gut im Purgenuss als auch als Basis für einen Negroni funktioniert, ist es eine Bereicherung für den Markt.

Seit Anfang 2018 wird der Gin vom Familienunternehmen Heidelberg Spirits produziert und vertrieben. Neben Wacholder basiert er auf 13 weiteren Botanicals wie Zitronenthymian, Basilikum und Katzen-Minze.

Degustation des Schrödinger’s Katzen Gin

Seine optischen Eigenschaften unterscheiden ihn nicht von anderen Gins im London Dry-Stil.

Farblos, klar und ohne Trübstoffe.

Lediglich die Tatsache, dass sich dessen Tropfen auffallend langsam die Glaswand hinunter schlängeln, fällt auf.

Interessant…. aber nichts individuelles.

Und dann….

… Boom!

Das Bouquet drückt mit einer solchen Kraft aus dem Glas, dass du keinen Gedanken mehr an dessen Aussehen verschwendest.

Das aromatische Zepter übernehmen dabei 3 Noten:

  • Harzig-trockener Wacholder
  • Würzig-mildes Süßholz
  • Frisch-spritzige Limettenzesten

Zwar gibt der Wacholder den Ton im Bouquet an. Die restlichen Zutaten drücken allerdings mit einer derartigen Intensität aus dem Glas, dass du im ersten Moment Probleme hast, dich zu orientieren.

Nach einer Weile zeigen sich Noten von Enzian, Salbei und Zimt, dann Zitronenthymian, Rosmarin und Rosinen.

Gefallen dir trocken-würzige Gins, dann wirst du deine Freude mit dem Schrödinger’s Katzen London Dry haben.

Denn nicht nur sind aus meiner Sicht die Aromen gut aufeinander abgestimmt. Sie liefern zudem eine hervorragende Grundlage für einen Negroni.

Dies erkennst du auch in dem Moment, in dem du die ersten Schlücke des Schrödinger’s Katzen Gins zu dir nimmst.

Der Wacholder sticht hervor, die Gewürze folgen dicht auf und der Alkohol sorgt für die Kür.

Allerdings bringt die Vielzahl an Kräutern und Gewürzen hier auch eine leicht bittere Note mit ins Spiel.

Ich würde sie nicht als unangenehm beschreiben, dennoch ist sie etwas zu intensiv in Hinblick auf die grazilen Noten.

Verlässt der Schrödinger’s Katzen Gin schließlich deinen Gaumen bleibt auch hier ein Sammelsurium an Aromen zurück.

Es wirkt beinahe als will der Nachklang die Glanzleistung aus der Nase kopieren.

Beinahe gelingt ihm dies auch, da neben Wacholder auch Süßholz und Zitronenthymian hier ihren Platz haben.

Allerdings solltest du es herb mögen, denn diese Eigenschaft prägt den Nachklang des Schrödinger’s Katzen langanhaltend.

Schrödinger's Katzen Gin - 44 %Vol.

9

Bouquet

9.2/10

Mundgefühl

9.1/10

Geschmack

8.7/10

Nachklang

9.0/10

Positiv

  • Individuelle Aromen im Bouquet
  • Intensität der Aromen gut abgestimmt
  • Hohe Komplexität
  • Perfekt für Zubereitung eines Negroni geeignet