Bruichladdich Black Art 7.1

Es ist etwas Besonderes. Einen Single Malt in Händen zu halten, dessen jüngste Destillate ein Viertel Jahrhundert im Fass verbrachten, ist ein außerordentlicher Moment.

Öffne ich einen solchen Malt, wie in diesem Fall den Bruichladdich Black Art 7.1., habe ich nur einen Gedanken im Kopf:

„Bitte, habt es nicht versaut.“

Ohne Frage, ein Whisky solchen Alters besitzt keine Kinderkrankheiten mehr.

Kein metallischer Geschmack, keine Mängel junger Whiskys.

Ein Bruichladdich Black Art 7.1., der 25 Jahre im Fass verbrachte, läuft allerdings Gefahr ins andere Extrem zu rutschen.

Es besteht das Risiko der „Überholzung“ oder der Adstringenz. Beides sind Eigenschaften, die der Qualität eines Single Malts immens schaden können.

Wenn der Tropfen, wie im Falle des Bruichladdich Black Art 7.1., dann noch über 300 Euro kostet, bekommt dieses Risiko gleich noch mal eine ganz andere Dimension.

Bei einem solchen Single Malt gehst du zwangsläufig eine Gratwanderung.

Herausragende Qualität auf der einen Seite, völliger Griff ins Klo auf der anderen.

Beim Bruichladdich Black Art 7.1. schafft es der Head Distiller Adam Hannett den Whisky auf der ersten Seite zu platzieren.

  • Jahrgang: 1994 // 25 Jahre Reifung
  • Fassstärke: 48,4 %Vol.
  • Fasswahl nicht bekannt gegeben

Durch Destillation und Fasswahl schafft es Hannett meiner Ansicht nach der Black Art-Serie einen ihrer bisher besten Tropfen zu verleihen.

Zwar nicht günstig, aber dadurch prädestiniert für eine Flaschenteilung.

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Degustation des Bruichladdich Black Art 7.1

Zwar ist ein ungeschriebenes Gesetz der Whisky-Degustation, dass du von dessen Farbe keine Rückschlüsse auf Bouquet und Geschmack ziehen solltest.

Nachdem ich den Black Art 7.1. nun jedoch mehrere Male verkostet habe, muss ich sagen:

In diesem Fall wäre es aber passend.

Seine intensive Kupfer-Farbe repräsentiert die Komplexität und Intensität, die gleich auf dich wartet, in Perfektion.

Du musst ihn im Glas nicht lange atmen lassen. Führe das Glas mit rund 3 cl Bruichladdich Black Art 7.1 zu deiner Nase und er beginnt spritzig und mit Fruchtaromen.

  • Reife Äpfel
  • Saftige Birnen
  • Frische Limettenzesten

Dies ist die erste Front an Früchten, die dir entgegen steigt. Lässt du das Glas hingegen eine Weile unter deine Nase, atmest gleichzeitig durch Mund und Nase, kommen exotische Düfte hinzu:

  • Gelbe Bananen
  • Reife Mango
  • Süßliche Maracuja

Stelle dir das Bouquet des Bruichladdich Black Art 7.1 wie einen reichhaltig gedeckten Tisch vor.

Oben auf liegen die zahlreichen Früchte und etwas Gemüse, wie z.B gekochte Aubergine.

Die Basis, also den Tisch bilden trockenes Holz, weiße Schokolade, schwarzer Pfeffer, Chili und Trauben-Trester.

Ein komplexes und intensives Bouquet, das ich so schon lange nicht mehr im Glas hatte.

im Mund verliert er zwar etwas an dieser aromatischen Intensität, liefert dafür jedoch ein perfektes Mundgefühl ab.

Dezent ölig, dazu leicht auf der Zunge und gespickt mit Aromen von Schokolade, Vanille und dezentem Parfüm.

Neben dem Bouquet in der Nase ist vor allem der Nachklang des Bruichladdich Black Art 7.1 eines der Highlights der Verkostung.

Es beginnt warm und weich und zeigt nach wenigen Sekunden ein Potpourri an Aromen:

  • Trockener Rauch
  • Macadamia-Nüsse
  • Cremige Schokolade

All diese Noten bleiben für eine endlose Zeit an deinem Gaumen haften.

Bruichladdich Black Art 7.1 - 48,4 %Vol.

9.4

Bouquet

9.7/10

Mundgefühl

9.2/10

Geschmack

9.0/10

Nachklang

9.5/10

Positiv

  • Äußerst komplexes Bouquet
  • Hohe Intensität der Aromen
  • Nachklang reich an Nuancen