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„Ist da etwas Rauch-Aroma in dem Springbank?“

„Ich bin mir nicht sicher. Könnte sein“.

Als ich das erste Mal einen Single Malt von Springbank im Glas hatte, fand ich es schwierig das Bouquet zu beschreiben.

Irgendwie waren da Nuancen von Rauch, aber völlig anders als bei den Whiskys, die ich bis dato verkostet hatte.

Dieser Tropfen faszinierte mich.

Springbank faszinierte mich.

Ich hatte bis zu jenem Zeitpunkt gegen Ende meiner Studienzeit noch keinen Single Malt im Glas, der derart filigran mit Rauch-Aromen spielte.

Und der ein solcher Geheimtipp war.

Denn nicht nur verzichtet Springbank bis heute auf große Marketing-Maßnahmen.

Diese Destillerie im Westen der schottischen Highlands hat zugleich noch 2 weitere Malt Whisky-Marken für dich im Portfolio.

In diesem Artikel zeige ich dir, warum Springbank eine Gaumenfreude für jeden Whisky-Fan ist.

Du wirst lernen, wie die Brennerei einen Whisky-Stil kreiert, der dir im Gedächtnis bleibt und worauf du beim Kauf achten musst.

Das erwartet dich in einem Glas Springbank

Ein Whisky basiert auf 4 Aroma-Ebenen:

  • Primär-Ebene: Aromen, die aus dem Gerstenmalz stammen
  • Sekundär-Ebene: Diese Aromen bilden Hefe-Zellen während der Fermentation
  • Tertiär-Ebene: Für diese ist die Destillation in Kupferbrennblasen verantwortlich
  • Quartär-Ebene: Die Anzahl dieser Aromen stellt den größten Teil in einem Whisky dar und stammt aus der Reifung in Holzfässern.

Diese Kategorisierung gilt für jeden schottischen Malt Whisky. Springbank bildet da keine Ausnahme.

Und jetzt kommt das Spannende.

Springbank ändert nicht grundsätzlich die Art und Weise wie Single Malt hergestellt wird. Sie sind allerdings derart kreativ bei der Ausführung der einzelnen Herstellungsschritte, das ein individueller Stil entsteht.

Um zu verstehen, wie du diese Aromatik im Glas erkennst, lass uns zunächst einen Blick auf den Haus-Stil von Springbank werfen.

Springbank Whisky

Als ich diese Infografik erstellte, stand ich vor der Frage, „Rauch“ als New Make-Aroma überhaupt aufzunehmen.

Diese Note ist derart dezent, dass ich sie eher als Nuance beschreiben würde. Eine, die erst hervorsticht, wenn du den Feinbrand mit Wasser verdünnst.

Und dennoch: Die Destillerie verwendet bei deren Springbank Malts Gerstenmalz mit einem Gehalt an „rauchigen Molekülen“ von 12 bis 15 ppm.

Dabei bezieht sie ihr Torf ausschließlich aus dem Machrihanish-Moor auf der Halbinsel Campbeltown.

Nicht weit vom Destillerie-Gelände entfernt.

Zwar gibt es von dessen Zusammensetzung keine offizielle Analyse. Aufgrund seiner Nähe zum Meer im Westen Schottlands vermutet man jedoch eine ähnliche Zusammensetzung wie bei den Torfmooren auf Islay oder Orkney.

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Torfballen für Malt Whisky

Wie hoch ist der tatsächliche Torf-Gehalt?

Die Destillerie Springbank mälzt die gesamte Menge an Getreide, die sie benötigen, in der eigenen Tennenmälzerei.

Hierdurch macht sie sich – im Gegensatz zu zahlreichen anderen Destillerien Schottlands – unabhängig von Großmälzereien.

Diese Unabhängigkeit funktioniert aber nur, da Springbank eine denkbar kleine Menge Whisky pro Jahr produziert.

Gerade einmal 175.000 Liter reinen Alkohols fließen jährlich aus deren Pot Stills.

Der Großteil davon mit einem ppm-Gehalt zwischen 5 und 8 ppm.

Zum Vergleich: Bei Lagavulin kommt Malz mit einer Konzentration von 35 bis 40 ppm zum Einsatz. In deren Feinbrand landen letztlich noch ca. 14 ppm.

Nicht mal mehr 50 Prozent von der ursprünglichen Konzentration.

Und während der Fassreifung nimmt diese sogar noch weiter ab.

Du siehst also, dass die Springbank Distillery bei ihrer gleichnamigen Whisky-Marke nicht den Fokus auf „Rauch“ legt.

Dieses Aroma soll nur Teil eines komplexen Bouquets sein.

Der New Make von Springbank Whiskys enthält nur noch einen Gehalt von rund 5 ppm an „rauchigen Molekülen“.

Kennst du alle Whisky-Marken von Springbank?

Ich hatte dir ja gerade erzählt, dass die Springbank Distillery eine Produktionsmenge von ca. 175.000 Litern pro Jahr liefert.

Zum Vergleich: Branchen-Primus Glenfiddich produziert im gleichen Zeitraum über 12 Millionen Liter Alkohol (!).

Der Clou daran ist jedoch, dass von der Produktionsmenge der Destillerie nur 80 Prozent tatsächlich auf Single Malts der Marke „Springbank“ entfallen. Weitere 10 gehen in die Marke Longrow und die restlichen 10 in Hazelburn.

Abb.: Blick von Davaar Island auf die Bucht von Campbeltown. Torf aus dieser Region besitzt eine ähnliche Zusammensetzung wie jene der Insel Islay oder den Orkneys. Offizielle Analysen hierzu stehen aber noch aus.

Springbank fährt hier also eine ähnlich Schiene wie Tomatin mit Cu Bocan, wie Edradour mit Ballechin oder Bruichladdich mit Port Charlotte und Octomore: Unter einem Dach werden mehrere Single Malt-Marken produziert.

Falls du dich jetzt fragst, was der Sinn dahinter ist?

Auf diese Weise kann eine Destillerie völlig unterschiedliche Whisky-Stile kreieren.

Und dies sind die Unterschiede der 3 Marken der Springbank Distillery:

SPRINGBANK

Malts dieser Marke destilliert die Brennerei 2-mal. Der Nachlauf der ersten Destillation wird nochmals gebrannt. Man spricht von 2,5-facher Destillation.

Das Malz hat einen ppm-Gehalt von 12 bis 15 und wird 30 Stunden mit heißer Luft und 6 Stunden mittels Torfrauch getrocknet.

LONGROW

Das Malz für die diese Whisky-Marke enthält 50 bis 55 ppm „Rauch-Moleküle“.

Der Räuchervorgang dauert 48 Stunden.

Dieser Malt wird zweifach destilliert.

Den Name „Longrow“ entlehnte Springbank der 1896 geschlossenen Longrow Distillery.

HAZELBURN

Whiskys der Marke „Hazelburn“ basieren auf ungetorftem Malz und zeigen daher meist keine Rauch-Aromen im Bouquet.

Destilliert werden diese Single Malts dreifach.

Den Namen „Hazelburn“ entnahm die Brennerei der im Jahr 1925 geschlossenen Hazelburn Distillery.

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Du siehst: Allein durch das Getreide und die Anzahl der Destillationen unterscheidet sich der Stil von Springbank von zahlreichen anderen Whisky-Marken Schottlands.

Dabei sind dies Herstellungsschritte die zusammen gerade einmal für rund 10 Prozent des Bouquets eines Whiskys verantwortlich sind.

Weitaus wichtiger ist da schon die Fermentation.

Und da legt die Destillerie ordentlich zu.

110 Stunden (!) gibt Springbank seinen Hefezellen Zeit, Zucker und andere Moleküle der Maische in Alkohol und aroma-wichtige Verbindungen umzuwandeln.

Für dich als Whisky-Fan bedeutet diese gewaltige Zeitspanne ein harmonisches Bouquet.

In diesen 110 Stunden bauen die Hefezellen aromatische Moleküle auf und ungewünschte Stoffe ab.

Das Ergebnis ist ein Whisky, der bereits ohne Fasskontakt Fruchtnoten und intensiven Körper besitzt. Das Fass ist dann nur noch die Kür.

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Foodpairing mit Single Malts von Springbank

Einen Single Malt zu analysieren, jedes Aroma aus seinem Bouquet zu holen, ist die eine Möglichkeit ihn zu genießen.

Die andere Möglichkeit ist, ihn als Begleitung von Speisen zu servieren.

Denn auch wenn dich ein Glas Springbank pur bereits fasziniert, in Kombination mit Rindfleisch und Mango oder auch Rindfleisch und Tomate ist es eine Wucht.

Vorschläge

  • Gemüse/Käse/Gebäck

Brugge Oud, Gruyère, Ciabatta, Tomaten

  • Kräuter/Gewürze

Sencha Tee, Holunderblüte, Hagebutten

  • Fleisch/Fisch

Rindfleisch, Krabbe, Entenfilet

  • Früchte

Erdbeeren, Brombeeren, Aprikosen, Birne, Banane, Mango, Orange, Pflaume

Diese Whiskys solltest du probieren

Die Springbank Distillery produziert gerade einmal 175.000 Liter Alkohol pro Jahr. Ihre Kapazität liegt bei 750.000.

Das mag nach einer großen Menge klingen, liegt aber weit unter dem Industrie-Durchschnitt von 3 Millionen.

Mehr ist nicht drin, wenn man weitestgehend unabhängig von großen Zulieferbetrieben bleiben möchte.

Dieser Wunsch nach Autarkie und historischem Vorbild half Springbank durch harte Zeiten.

Zwar schloss die Destillerie in den 1980ern für einige Jahre ihre Tore, neben Glen Scotia und Glengyle ist es heute jedoch die einzige noch aktive Brennerei in Campbeltown.

Von ehemals 30.

Holst du dir daher einen der folgenden Single Malts, bekommst du einen guten Einstieg in diesen Geheimtipp der Scotch Malt Whisky-Szene.

Springbank 10 Jahre

Springbank 10 Jahre Single Malt

Reifung: Ex-Bourbon- und Ex-Sherry-Fässer

Alkoholgehalt: 46 %Vol.

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Springbank 15 Jahre

Springbank 15 Jahre Single Malt

Reifung: Ex-Bourbon- und Ex-Sherry-Fässer

Alkoholgehalt: 46 %Vol.

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Longrow Peated

Longrow Single Malt Peated

Reifung: k.A.

Alkoholgehalt: 46 %Vol.

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Hazelburn 10 Jahre

Hazelburn 10 Jahre

Reifung: Ex-Bourbon-Fässer

Alkoholgehalt: 46 %Vol.

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Bildquellen: Titelbild: 13threephotography/Shutterstock.com, Torfballen: Roman Demkiv/Shutterstock.com; „Blick auf Campbeltown“: Shaun Barr/Shutterstock.com; Packshots: Amazon.de