Einen Gin auf den Markt zu bringen, gehört mittlerweile fast schon zum guten Ton.

Jede Stadt, jedes Dorf, jedes Mehrfamilienhaus scheint eine eigene Kreation ins Rennen zu schicken.

Im Rückblick auf dieses Marktreiben der vergangenen Jahre ist mir ein Punkt aufgefallen.

Bringt ein Start Up einen zweiten Gin auf den Markt, ist dies häufig der bessere.

Meist handelt es sich dabei um eine andere Rezeptur, fast immer aber unterscheidet sich der Nachfolger vom Erstling hinsichtlich des Alkoholgehalts.

So auch beim Schrödingers Katzen Gin in der Distiller’s Cut-Version.

Ein Tropfen, der belegt, dass der Alkoholgehalt von High End-Gins häufig an der 50 %Vol.-Grenze kratzt.

Denn 48 %Vol. – wie im Falle der Distiller’s Katze – bieten schlichtweg mehr „Trägermaterial“, um die Duftstoffe aus dem Gin in deine Nase zu tragen.

Im Vergleich zur Standard-Variante, dem Schrödingers Katzen Dry Gin, basiert der Distiller’s Cut zudem auf einer neuen Rezeptur.

Insgesamt 15 Botanicals finden ihren Weg in diesen Tropfen. Neben den Klassikern Wacholder, Koriander und Kardamom auch individuelle Zutaten wie Katzenminze, Zitronenthymian und Muskateller-Salbei.

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Degustation des Schrödingers Distiller’s Cut

Ich finde es immer wieder faszinierend, wie es in einem Genre, das übersättigt scheint, noch einzelne Perlen herausstechen.

Es gibt durchaus noch Gins, die mit einem besonderen Merkmal aus der Masse herausstechen.

Beim Schrödingers Katzen Gin Distiller’s Cut ist dies eine Melange aus 4 verschiedenen Aromen:

Wacholder und Rosenblüten, Salbei und Hanf.

Um diese zu entdecken, solltest du den Gin zunächst eine Weile im Glas ruhen lassen. Gib ihm 2 bis 3 Minuten.

Hältst das Glas nach dieser Zeit an deine Nase, strömt dir ein Potpourri an Wacholder, Frucht und Blumen entgegen. Im ersten Moment war es für mich nicht möglich, diese näher zu beschreiben.

Es braucht ein paar mehr Anläufe, um mehr zu entdecken als nur „Frucht“ und „Blume“.

Es waren grüne Bananen und Rosenblüten. Im Hintergrund ein Hauch Kräutermedizin.

Auffallend war dabei, dass der Alkohol weicher wirkte als in der Standard-Version dieses Gins. Obwohl dieser 4 %Vol. weniger zu bieten hat.

Der Alkohol ist in der Rezeptur des Distiller’s Cut-Version hervorragend eingearbeitet. Mehr Transportmittel für Aromen statt scharfer Begleiter.

Nimmst du dann die ersten Schlücke des Gins, legt er sich cremig und weich auf deine Zunge. Aus diesem Grund kannst du ihn wunderbar mit der Zunge hin und her bewegen. Der Alkohol stört zu keiner Zeit.

Atmest du während dieser Zeit durch die Nase aus, erkennst du Aromen von Süßholz, Zartbitterschokolade und Wacholder.

Es wirkt harzig, trocken und dennoch würzig.

Und jetzt kommt’s:

Das Steckenpferd dieses Gins ist das, was du entdeckst, wenn er deinen Gaumen verlassen hat.

Dann nämlich übernehmen Wacholder und Rosenblüten, Salbei und Hanf die Bühne. Deren trockene und verspielte Noten lassen hier keinen Platz für Nebenrollen.

Rieche nun einmal an dem leeren Glas: Dort findest du die gleichen Aromen wie zuvor an deinem Gaumen.

Mit einer unglaublichen Intensität.

Schrödinger's Katze Gin Distiller's Cut- 48 %Vol.

9.2

Bouquet

9.2/10

Mundgefühl

9.1/10

Geschmack

9.0/10

Nachklang

9.4/10

Positiv

  • Kräftiges Bouquet
  • Alkohol gut eingebunden, liegt weich auf der Zunge
  • Extravaganter, hoch-aromatischer Nachklang