Es gibt 3 Arten von Spirituosen.

Solche, die durch die Reifung an Aromatik und Qualität gewinnen; und auf der anderen Seite jene, die das Holzfass völlig zerstört.

Zur ersten Gruppe zählt Single Malt Scotch Whisky, zur zweiten Mezcal.

Und die dritte Gruppe? In die passt Tequila.

Hier findest du Spirituosen, bei denen der Ausbau in Eichenfässern optional, aber nicht nötig ist.

Bereits ohne Fassreifung liefern dir zahlreiche Tequilas einzigartige Qualität. Das Fass ist dann häufig nur noch die Kür.

Warum sonst sollte es auch Reposado Tequilas geben, die bereits nach wenigen Monaten Lagerung in den Handel kommen?

Ein Paradebeispiel hierfür ist seit kurzem auf dem Markt verfügbar.

Eine Verkostungsprobe von diesem erhielt ich vor einigen Wochen vom Münchner Start Up Fifteenlions.

Unter deren Ägide befinden sich seit kurzem die Tequila-Marken Terralta, G4 und Huizache.

Hochwertige Tequilas, die seit kurzem in Deutschland erhältlich sind.

Ich verkostete die Charge vergangenen Herbst und möchte dir nun einen der Highlights aus diesem Portfolio vorstellen:

Der Terralta Reposado.

Dieser 100 % Agave-Tequila stammt aus den Brennblasen von Felipe Camarena. Ein Tropfen, den er 3 Monate in leicht getoasteten Ex-Bourbon-Fässern reifen lies.

Das Interessante hieran ist aus meiner Sicht die Reifungsdauer.

Klar, ein Reposado reift generell nur wenige Monate im Fass. 3 Monate sind allerdings auch für einen Tequila dieser Kategorie vergleichsweise wenig.

Das heißt, das Ziel schien gar nicht eine intensive Fass-Aromatik zu sein. Vielmehr sollte das Holz die oxidative und damit interaktive Reifung unterstützen.

Vielleicht hie und da noch ein kleines Aroma-Molekül hinzugeben. Die Hauptaufgabe viel in diesen 3 Monaten jedoch dem Sauerstoff der Luft zu.

Und ich muss sagen, nachdem ich auch auch die Blanco-Variante von Terralta probieren durfte: 3 Monate Fassreifung setzt diesem Tequila das i-Tüpfelchen auf.

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Degustation des Terralta Reposado

Du musst diesem Tequila keine Zeit zum Atmen geben.

Sobald du ihn ins Glas schenkst, scheinen die Aromen wieder hinaus zu drücken.

Ich war so geplättet von der Intensität und Kraft, mit der der Terralta Reposado aus dem Glas drückt, dass ich keinen Gedanken an dessen Farbe verschwendete.

Allerdings musst du schon genau hinsehen, um Farbnuancen zu erkennen. Dass du diese übersiehst und dich gleich auf das Bouquet stürzt, ist daher sehr wahrscheinlich.

Hältst du ihn vor weißen Hintergrund zeigt er einen Farbton, der etwas an Créme bzw. Eierschalen erinnert.

Dezent und unscheinbar.

Und damit im Gegensatz zum kraftvollen und intensiven Bouquet.

Schwenkst du den Terralta Reposado unter deiner Nase steigen 2 Eindrücke als erstes in deine Nase:

Erdige Agaven-Aromen, süßliche Vanille-Nuancen.

Gleich dahinter folgt ein Potpourri an Früchten, die – zumindest hatte ich diesen Eindruck – über Tage in Alkohol mazerierten. Erdbeeren, Himbeeren und rote Johannisbeeren waren nur 3 einer ganzen Armee.

Den Abschluss des Bouquets bilden Noten von Enzian, kalter Zigarettenrauch und ein Hauch Alkohol.

Lass uns zum zweiten Verkostungsschritt kommen: die Eindrücke im Mund.

Hier solltest du meiner Meinung nach den ersten Schluck recht schnell verwerfen. Schlucke ihn einfach runter, ohne ihm groß Beachtung zu schenken.

Dadurch hat dein Mund die Möglichkeit sich an den Alkohol zu gewöhnen. Die einzige Achilles-Ferse des Terralta Reposado. Dieser ist zwar zu keinem Zeitpunkt bissig oder scharf, macht sich allerdings gelegentlich durch einen herben Beigeschmack bemerkbar.

Ab dem zweiten Schluck legt sich der Terralta Reposado mild und mit leichtem Körper auf deine Zunge. Ein spannender Kontrast zur Kraft des Bouquets.

Schwenkst du ihn mit deiner Zunge etwas ihn und her, übernimmt die Agave das aromatische Zepter. Erdig, würzig und mit einem Hauch Vanille aus dem Bourbon-Fass zeigt er sich dann im Mund.

Den Nachklang teilen sich schließlich die würzig-erdigen Noten der Agave und der herbe Charakter des Alkohols.

Wie bereits erwähnt: der Terralta Reposado hat nur einen Wermuts-Tropfen, und dies ist die herbe Note des Alkohols. Allerdings erkennst du diese bei jedem Verkostungsschritt.

Fazit


Möchtest du hierzulande einen hervorragenden Tequila im Glas haben, geht diesem etwas Recherche voraus.

Gute und besondere Qualitäten gibt es zwar zuhauf, aber meist nicht beim Händler des Vertrauens.

Umso positiver finde ich den Start neuer Agaven-Tropfen auf dem deutschen Markt. Vor allem, wenn sie dir eine Qualität liefern wie der Terralta Reposado.

Über das herbe Neben-Aroma aufgrund des Alkohols muss man zwar hinwegsehen. In diesem Fall erhältst du dann mit dem Terralta Reposado (40 %Vol., 49,90 EUR) aber einen Tequila, der deine Nase minutenlang ans Glas fesseln wird.

Offenlegung: Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Fifteenlions entstanden. Fifteenlions stellte uns eine Verkostungsprobe des Tequila Terralta Reposado zur Verkostung zur Verfügung. Einfluss auf das Testurteil wurde indes nicht genommen. Dieses spiegelt ausschließlich die Meinung der Autoren/des Autors wieder.