Mojito

„Du musst die Minze in die Hände klatschen!“

„Was muss ich?“

„Die Minze in die Hände klatschen, sonst bekommst du keinen guten Mojito. Dadurch öffnen sich die Zellen der Minze und die ätherischen Öle kommen besser raus.“

Dies war mein erster Tipp, den ich für die Zubereitung eines Mojito erhielt. Er stammte von meinem früheren Bar-Chef.

Dadurch war es noch kein perfekter Cocktail, aber ich kam diesem einen Schritt näher.

Denn was ich vorher fabrizierte, war eine Katastrophe. Ich hielt mich an die Rezeptur aus dem Werbevideo einer bekannten Rum-Marke.

Ein Griff ins Klo, bei dem ich einen miserablen Mojito herauszog.

Die Minze nicht zu zerreissen, sondern lediglich anzudrücken, war der erste Schritt zu einem guten Mojito.

Aber auch das reicht nicht.

In diesem Artikel zeige ich dir noch weitere Punkte, auf die du achten musst. Du lernst, wie du Minze am besten verarbeitest und welcher Rum sich für einen Mojito eignet.

Ok, legen wir los.


Mojito: So bereitest du ihn perfekt zu

Die Mojito-Variante mit Soda verleiht diesem Drink mehr Spritzigkeit; dies jedoch auf Kosten der aromatischen Intensität. Solltest du dich daher für diese entscheiden, achte darauf, nicht zu viel Sodawasser zu verwenden.
Vorbereitungszeit2 Min.
Zubereitungszeit3 Min.
Arbeitszeit5 Min.
Portionen: 1 Person

Equipment

  • Muddler
  • Shaker

Zutaten

  • 6 cl Rum
  • 3 cl Zuckersirup (1:1)
  • 2,5 cl Limettensaft
  • 8 Minzeblätter
  • 3 cl Soda

Anleitungen

  • Gib Minze und Zuckersirup in einen Shaker
  • Drücke die Blätter vorsichtig mit dem Muddler an
  • Sobald der Shaker nach Minze duftet, gibst du die restlichen Zutaten – außer Soda – sowie Eiswürfel hinzu
  • 12 Sekunden shaken
  • Abschließend seihst du in ein Highball-Glas auf Eiswürfel ab und garnierst den Mojito mit einem Minzezweig.

Bereitest du diesen Cocktail zu, stehst du vor folgender Frage:

Mehr aromatische Intensität oder mehr Spritzigkeit?

Je nach dem für welche Variante du dich entscheidest, wichtig ist dabei die Menge an Sodawasser.

Um dir neben der bereits erwähnten Rezeptur auch eine Alternative mit mehr aromatischer Intensität zu bieten, möchte ich dir im folgenden die passende Rezeptur zeigen.

Das Mojito Rezept ohne Soda

Mojito Rezept

Die Zubereitung eines Mojito ist denkbar einfach. Die Crux liegt lediglich in der Auswahl der Zutaten.

Bevor wir uns daher in die Details stürzen, lass uns zunächst einen Blick auf das Rezept werfen:

  • 6 cl Rum
  • 2,5 cl Zuckersirup (1:1)
  • 3 cl Limettensaft
  • 2 Tropfen Angostura Bitters
  • 6 Minzeblätter

Gib zunächst die Minze samt Zuckersirup in einen Shaker. Drücke die Minze nun mit dem Muddler kräftig an, wobei du vermeiden solltest, die Minze anzureissen oder zu zerreissen.

Wichtig! Zerreißt du die Minze, gelangen zahlreiche Bitterstoffe in den Mojito. Hierdurch überlagert ein bitterer Geschmack zahlreiche Aromen, wodurch der Drink ungenießbar wird.

Sobald der Shaker nach Minze duftet, gibst du die restlichen Zutaten sowie etwas Crushed Ice hinzu. Als nächstes musst du den Mojito „whippen“, wobei du in 4 bis 5 Mal kräftig schüttelst.

Das Ziel dabei ist, die Zutaten möglichst gleichmäßig zu vermischen, ohne zu viel Schmelzwasser zu erzeugen.

Schütte anschließend den Mojito in einen großen Tumbler und fülle das Glas mit Crushed Ice auf.

Dekoriere den Drink mit einem Minzzweig.

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Welche Minze eignet sich für einen Mojito?

Mojito Cocktail
Abb.: Durch die Wahl der Minz-Sorte lässt sich die Aromatik eines Mojitos in neue Richtungen lenken.

Es gibt nicht viele Cocktail-Klassiker, deren Hauptbestandteil Minze ist.

Mojito, Mint Julep. Danach wird die Liste dünn.

Aber egal welchen dieser Drinks du dir aussuchst, greifst du zur falschen Minze, wird das Ding keinen Spaß machen.

Ich hatte Mojito-Versuchsreihen mit einer Hand voll Minze-Sorten. Jedes Mal, wenn ich einen dieser Cocktails verkostete, den ich mit Wasserminze (Mentha aquatica) oder Apfelminze (Mentha villosa) zubereitete, fehlte es diesen Drinks ganz gewaltig an aromatischer Intensität und Aromen, die so typisch für einen Mojito sind.

Bevor du also die ersten Blätter vom Stängel rupfst, solltest du dir folgende 2 Fragen stellen:

  1. Welche Minze eignet sich für einen Mojito?
  2. Welchen aromatischen Einfluss hat diese?

Es stehen dir rund 25 bis 30 Minze-Sorten zur Verfügung, wobei sich nur ein Bruchteil davon für die Zubereitung eines Mojito eignet.

Für welche Minze du dich auch entscheidest, 2 Eigenschaften sollte sie besitzen: 

  • Frische: Das Aromenprofil eines Mojito lebt von der Frische, die ihm Minze liefert. Dadurch fallen Minze-Arten wie Hirschminze heraus.
  • Intensität: Das Aroma der Minze muss gegen Rum und Limettensaft antreten. Damit du in deinem Drink „Minze“ auch wahrnimmst, kommen Sorten wie Apfel- oder Wasserminze nicht in Frage.

Eine Sorte, die beides besitzt, ist Mentha nemorosa. Daher auch deren Trivialname „Hemingway- oder Mojito-Minze“. Sofern sie nicht dein örtlicher Super- oder Baumarkt im Angebot hat, kannst du sie oder ihre Samen auch online bestellen.

minze-arten

Solltest du auch dort nicht fündig werden, funktioniert auch Pfefferminze Mentha piperita
 

 

3 Gründe, warum dein Mojito nicht nach Minze schmeckt?

Ich brauchte Dutzende Anläufe, bis ich einen Mojito zubereiten konnte, der endlich nach Minze roch und schmeckte.

Ich zerriss die Blätter, ich drückte sie in der Hand an, im Shaker…

Es dauerte Wochen, bis ich erkannte, dass die Wahl der Minze nur die halbe Miete auf dem Weg zu einem aromatischen Mojito ist.

Denn was bringt es mir, hervorragende Zutaten zu verwenden, wenn ich deren Aromen nicht in den Cocktail bringe?

Ich möchte dir daher im Folgenden 3 Gründe zeigen, die zahlreiche Einsteiger aber auch einige erfahrene Bartender davor „bewahren“ ein intensives Minz-Aroma in ihren Mojito zu bekommen.

Grund #1: Die falsche Minze

Verwendest du Schoko- oder Wasserminze, besitzen diese nicht nur unpassende, sondern auch zu wenige Aromen. Rum und Limettensaft bügeln sie gnadenlos nieder.

Grund #2: Zu wenig Minze

Selbst wenn du Minze-Arten nimmst, deren Aroma intensiv aus dem Glas steigt, brauchst du die passende Anzahl. Nimm pro Zentiliter Rum mindestens ein großes Minzblatt.

Bei der Soda-Variante eines Mojito solltest du pro Zentiliter Rum hingegen 1 bis 2 nehmen.

Grund #3: Minze falsch verarbeitet

Gibst du die Minze in den Shaker, dann benutze den Stößel nicht als Presslufthammer. Du sollst die Minze Blätter andrücken, aber nicht zerreißen. Passiert dies, schmeckt dein Mojito bitter. 

Dies kannst du ganz einfach nachvollziehen, wenn du eines der Minzeblätter auf deine Zunge legst. Drücke es gegen deinen Gaumen und du erkennst ein frisches Minze-Aroma.

Zerkaust du das Blatt hingegen, bleibt ein herber Geschmack zurück.

Aus diesem Grund findest du in vielen Cocktail-Büchern als auch Videos den Tipp mit den Handflächen. Laut diesem nimmst du die Minzeblätter in deine flache Hand und klatschtst mit der anderen Hand drauf.

Klatsche die Minze nicht in deine Handfläche, um die „Poren“ des Blattes zu öffnen. Für einen Mojito ist dies ungeeignet.

Durch diese Methode sollen sich die Blattporen öffnen und die ätherischen Öle freigesetzt werden.

Das tun sie auch.

Aber was bringen mir die ätherischen Öle in meiner Hand?

Du kannst dem Gast dann seinen Mojito servieren und deine Hand hin halten: „Riech‘ mal. So hätte dein Cocktail schmecken können.“

Die daher beste Variante die Minze-Aromen in den Drink zu bringen, ist folgender:

Gib die Minzeblätter in den Shaker, Zucker hinzu (ich empfehle dir Sirup, da er die Aromen besser aufnimmt als reiner Zucker) und drücke mehrmals auf die Blätter ohne sie zu zerreißen.

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Welchen Zucker soll sich für einen Mojito nehmen?

Möchtest du einen durchschnittlichen Mojito machen, reicht Rohr- oder Rohrohrzucker aus.

Hast du hingegen den Anspruch einen Mojito zuzubereiten, bei dem Aromen und Geschmack der Zutaten in einem perfekten Verhältnis stehen, kommst du um Zuckersirup nicht umhin.

Pulver und Kristalle süßen den Mojito nur punktuell und bringen keine Balance in den Drink.

Allerdings hast du bei der Zubereitung des Sirups eine Hand voll Freiheiten, die es dir erlauben, zahlreiche Nuancen und Aromen in den Drink zu kitzeln.

Um über den Süßstoff deinem Mojito Raffinesse zu verleihen, solltest du zunächst wissen, welche Zuckerarten dir zur Verfügung stehen und welche geschmacklichem Eigenschaften sie mitbringen.

mojito-zucker

Mit diesen 8 Varianten kannst du deinem Mojito in geschmacklich neue Richtungen lenken.

Richtungen, die nur wenige andere Bartender einschlagen.

So stellst du eigenen Zuckersirup her

Entscheidend für die Qualität eines Mojito ist – neben Minze, Rum und Limette –  auch die Qualität des Sirups. Meist findest du in den handelsüblichen Varianten aber lediglich Industrie-Zucker.

Dieser süßt zwar deinen Cocktail, liefert aber keinerlei Geschmack oder aromatische Nuancen.

Stellst du hingegen Sirup selbst her, kannst du dich aus einer oder mehreren der obigen Möglichkeiten bedienen.

Im Folgenden möchte ich dir daher zeigen, wie du am schnellsten und effizientesten eigenen Zuckersirup herstellst.

Was benötigst du?

  • Schüssel/kleiner Topf
  • Zucker
  • Wasser

Zunächst füllst du den Topf zu gleichen Teilen mit Wasser und Zucker. Zum Beispiel 100 Gramm Zucker und 100 Milliliter Wasser.

Erwärme nun den Topf langsam und verrühren Zucker und Wasser. Wichtig ist dabei, dass du den Sirup nicht aufkochen lässt.

Sobald der Zucker vollständig aufgelöst ist, kannst du den Topf vom Herd nehmen und den Sirup abkühlen lassen.

Muss in einen Mojito unbedingt kubanischer Rum?

Kubanischer Rum kann, muss aber nicht in einen Mojito. Klar, bringt dieser das passende Aromen- und Geschmacksprofil mit und auch aus historischer Sicht fährst du mit Rum aus Kuba gut, es ist allerdings keine Voraussetzung für einen hochwertigen Mojito.

Denn zerlege doch einmal kubanischen Rum in seine prägnantesten Eigenschaften:

  • Nuancen statt direkte Aromen
  • Leichtes Mundgefühl
  • Leichter Körper

Berücksichtigst du diese Eigenschaften und hast im Hinterkopf, weißen Rum zu verwenden, dann bietet sich dir eine Palette an Möglichkeiten einen perfekten Mojito zuzubereiten.

Tipp: Orientierst du dich an weißen Rum im spanischen Stil, eignet sich dieser meist immer für einen Mojito. Darunter fallen Destillate aus Kuba und Panama, Nicaragua, Venezuela oder Dominikanische Republik.

Deiner Kreativität spielen die verschiedenen Einflüsse, die diese Rum-Sorten mitbringen dabei in die Hände. Denn mit der Wahl eines exquisiten Rums kannst du aus einem guten, einen sehr guten Mojito machen.

Gute Rums für einen Mojito

Plantation 3 Stars

Der Plantation 3 Stars eignet sich für die Zubereitung eines Mojito aus 2 Gründen: er ist leicht und dennoch aromatisch.

Dieser Rum basiert auf Destillaten aus Barbados, Trinidad und Jamaica.

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Compagnie des Indes Rum Tricorne

Das kleine französische Unternehmen Compagnie des Indes ist bekannt für ihre herausragenden Single Casks-Abfüllungen. Deren Tricorne-Qualität ist eines ihrer Produkte, die dauerhaft verfügbar sind.

Dieser basiert auf einer Melange aus Zuckerrohrsaft, Melasse und Arrak. Ein genialer Rum für einen Mojito.

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Revolte Rum Blanco

Revolte Rum ist einer der jüngsten Rums aus Deutschland. Er basiert auf Melasse aus Papua-Neuguinea, die ihm eine Aromatik auf High End-Niveau verleiht.

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Bildquelle: Rezeptur © lilechka75 – Fotolia.de; Titelbild © Ramon L. Farinos – Shutterstock.com